Konfessionsbild

zur Zeit der Konfessionalisierung geschaffenes Bild, das die Geschlossenheit der protestantischen Konfession unterstützte From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Konfessionsbild, auch Bekenntnisbild, ist ein zur Zeit der Konfessionalisierung geschaffenes Bild, das die Geschlossenheit der sich entwickelnden protestantischen Konfession unterstützte.

Konfessionsbild in der Peter-und-Paul-Kirche, Ulm-Jungingen

Inhalt

Wesentliches Merkmal ist die Darstellung eines Bekenntnisses (lateinische Sprache: confessio) zum Leben in der Kirche nach Martin Luther. Damit wird der protestantische Glaube der Zeitgenossen im 16. bis 18. Jahrhundert dokumentiert und lehrhaft verbildlicht. Das Augsburger Bekenntnis wird bildlich aufgegriffen und bekräftigt.

Ein Konfessionsbild ist eine Visualisierung des Wortes und darin vergleichbar mit der liturgischen Zeremonie, da beide die Heilsgeschichte Christi vermitteln.[1] Das Bild dient also der Überlieferung wesentlicher Elemente des Glaubens sowie der Stabilisierung der durch die Reformation neu entwickelten Konfession. Gemälde dieser Art waren in Sachsen und Thüringen, aber auch in Süddeutschland weit verbreitet.[2]

Das Konfessionsbild bildet eine eigene Iconclass.[3]

Formen

Kupferstich von Johann Dürr (1630). Dieser Kupferstich diente später als Vorlage für viele Konfessionsbilder.

Zwei Formen werden unterschieden, obwohl in beiden Typen Repräsentanten der Reichsstände markante Personen sind.[4] Der eine Typ erinnert an die Übergabe der Urkunde an Karl V. 1530 in Augsburg und zeigt Szenen eines praktischen Gottesdienstes, während der andere Typ sich um das Heilswerk Christi rankt und biblische Szenen zeigt. Derartige Bilder waren unter Luthers Anhängern trotz des Reformatorischen Bildersturms zulässig, da sie reformatorische Glaubensinhalte darstellten.

Bilder der Herneisen-Werkstatt mit diagonaler Anordnung (Übergabe der Confessio Augustana seitlich) werden unter dem Fränkisch-Nürnberger Typus zusammengefasst. Bilder, in denen die Übergabe der Confessio Augustana zentral dargestellt ist und die Bekennerfürsten kniend mit Kaiser in Prunkrüstung, werden dem Sächsisch-Thüringischen Typus zugeordnet. Zeigt das Bild die Bekennerfürsten in stehender Form und den Kaiser mit Barett, spricht man von Württembergisch-Hannoverschen Typus.[2]

Bekannte Werke

Tafelbilder

Wandgemälde

Literatur

  • Wolfgang Brückner: Lutherische Bekenntnisgemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts – die illustrierte Confessio Augustana. 2007.
  • Gertrud Schiller: Ikonographie der christlichen Kunst – Die Kirche. 1976, S. 154–161.
  • Angelika Marsch: Bilder zur Augsburger Konfession und ihren Jubiläen. 1980.
Commons: Konfessionsbild – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI