Konrad von Eichstätt

deutscher Arzt und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Konrad von Eichstätt (* etwa 1280; † 18. August 1342 in Eichstätt) war ein deutscher Arzt und medizinischer Schriftsteller.

Leben

Konrad stammte aus einer Eichstätter Bürgerfamilie. Er erwarb den medizinischen Magistergrad um 1300. Er betrieb in Eichstätt eine Praxis. 1325 und 1326 behandelte er Adalbert von Schmidmühlen, den Abt von Sankt Emmeram. In verschiedenen Urkunden aus Eichstätt werden ihm ein großer Grundbesitz, gute Lehenseinkünfte, ein eigenes Haus in Eichstätt, mehrere Höfe in der Umgebung, ein Brauhaus und eine Badestube bescheinigt.

Konrad verfasste, vermutlich zwischen 1310 und 1320, ein Regimen sanitatis genanntes Buch, welches aus den Traktaten Sanitatis conservator (über die sex res non naturales) und De qualitatibus ciborum (ein Diätetik, welche in 50 Kapiteln ausführlich die Wirkungen der verschiedenen Nahrungsmittel behandelt) besteht.[1] Darin befasste er sich mit dem gesunden Leben. Das Buch basiert auf einer lateinischen Übersetzung eines in arabischer Sprache verfassten Kompendiums der Ärzte Avicenna (Canon medicinae als Hauptquelle für den ersten Teil von Konrads Buch), Rhazes und Averroes (5. Buch des Colliget als Vorlage für den zweiten Teil). Diese stehen in der hippokratisch-galenischen Tradition. Von diesem Buch sind zwei Fassungen überliefert, von denen die ältere (das „Urregimen“) umfangreicher ist. Mehrere Regimina sanitatis basieren auf seinen Schriften.[2][3][4] Seit Beginn erschien das von Konrad von Eichstätt lateinisch verfasste Regimen sanitatis auch in vielfältigen deutschen Übertragungen, insbesondere Ordnung der Gesundheit (entstanden um 1400 im schwäbischen Raum), Regimen vitae (1484 in mittelniederdeutscher Fassung als Promptuarium medicinae erschienen, gedruckt von Bartholomäus Ghotan), Regel der Gesundheit (handschriftliche vor allem im mitteldeutschen und oberfränkischen Raum überliefert) und Büchlein der Gesundheit (in bairischer Schreibsprache im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts). Der 1541 gestorbene Arzt Paracelsus hatte sich bei seinen diagnostischen Überlegungen auf Konrad von Eichstätt gestützt.[5]

Konrad heiratete vor 1327 Katherin und vor 1336 Hailwig, mit der er eine Tochter hatte.

Literatur

  • Christa Hagenmeyer: Das Regimen sanitatis Konrads von Eichstätt: Quellen, Texte, Wirkungsgeschichte (= Sudhoffs Archiv, Beiheft. Nr. 35). Franz Steiner, Stuttgart 1995, ISBN 3-515-06510-5.
  • Wolfram Schmitt: Konrad von Eichstätt. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 537 (deutsche-biographie.de).
  • Bernhard Schnell, William Crossgrove: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 232–236.

Einzelnachweise

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