Kontraobaveštajna služba
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Kontraobaveštajna služba (serbisch-kyrillisch Контраобавештајна служба, deutsch Dienst für Gegenaufklärung), kurz KOS, war der 1946 aus der Odjeljenje za zaštitu naroda (OZN) hervorgegangene Militärgeheimdienst der Jugoslawischen Volksarmee.
Der KOS stellte das militärische Pendant zum zivilen Geheimdienst Uprava državne bezbednosti (UDB) dar. Die meisten Aktivitäten des Dienstes sind weiterhin als militärisches Geheimnis klassifiziert und sind daher nicht einsehbar.
Jugoslawienkriege
Die Rolle des KOS beim Zerfall Jugoslawiens und der Jugoslawienkriege kann aber in groben Zügen anhand der öffentlichen Berichterstattung nachvollzogen werden (siehe Operation Labrador und Operation Opera). Hierbei wurden unter anderem von diesem jugoslawischen Geheimdienst Sprengstoffanschläge auf Gräber jüdischer Persönlichkeiten auf dem Mirogoj-Friedhof in der kroatischen Hauptstadt Zagreb begangen. Zielsetzung war es, der Weltöffentlichkeit ein faschistoides Kroatien darzustellen.[1]
Der KOS war auch am Durchbrechen des 1992 verhängten UN-Embargos gegen Serbien durch Verbindungen in die Nachbarstaaten und Griechenland beteiligt. Eisenbahntankwaggons mit Benzin kamen aus Bulgarien, Tankschiffe aus Rumänien, kleinere Mengen aus Albanien. Im Mittelpunkt stand der Unternehmer Vanja Bokan, der Schwiegersohn des leitenden KOS-Generals Ned Boskovic. Er beteiligte sich auch am Zigarettenschmuggel in Montenegro, mit Billigung und Beteiligung des serbischen Regierungschefs Slobodan Milošević. Dessen Ehefrau Mirjana Marković und Sohn Marko wurden im serbischen Untergrundsyndikat führende Personen, die auch in blutige Verteilungskämpfe („Zigarettenkriege“) verstrickt waren.[2][3] Bokan wurde in Athen im Oktober 2000 sofort nach dem Machtwechsel in Belgrad erschossen.[4]
Siehe auch
Literatur
- Marko Lopušina: Ubij bližnjeg svog : Jugoslovenska tajna policija 1945–1995. Beograd 1996 (serbisch).
Weblinks
- Counterintelligence Service - Kontraobavesajna Sluzba [KOS] - Serbia. Abgerufen am 9. März 2026.