Kontrewers (Film)
Kurzfilm von Zuza Banasińska (2026)
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Kontrewers ist ein polnisch-niederländisch-französischer dokumentarischer Kurzfilm von Zuza Banasińska aus dem Jahr 2026. Die Weltpremiere fand am 14. Februar 2026 auf der 76. Berlinale statt, wo der Film in der Sektion Berlinale Shorts gezeigt wurde.
| Film | |
| Titel | Kontrewers |
|---|---|
| Produktionsland | Niederlande, Polen, Frankreich |
| Originalsprache | Polnisch, Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 21 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Zuza Banasińska |
| Drehbuch | Zuza Banasińska, Violeta Paez Armando |
| Produktion | Zuza Banasińska, Aleksandra Aleksander |
| Kamera | Jakub Dylewski |
Inhalt

Der Film beginnt in einer nächtlichen Atmosphäre unter Wasser mit unheimlichen Naturlauten und Schreien. In Standbildern sind nacheinander mehrere Steingravuren zu sehen, die zeigen, wie in religiösen Zeremonien Dämonen aus jungen Frauen ausgetrieben werden. Eine Aufnahme des Ortsschilds Kontrevers situiert die Geschichte räumlich. Die folgenden Standbilder verbildlichen den eingeblendeten Text, der die Sage eines rätselhaften Felsen erzählt: Ein Mädchen, das sich für besessen hielt, benutzte einen kleinen Stein als tödliche Waffe. Von da an trug dieser Narben und hörte nicht mehr auf zu wachsen, was die Leute im Dorf ängstigte. Daher vergruben sie ihn genau dort, wo er gefunden worden war. Doch Jahre später gelangte der Felsbrocken wieder an die Oberfläche. Man transportierte ihn ins Dorf und schloss ihn in einer Glaspyramide ein.
Die nächste Szene verbindet die Geschichte des Steins mit der einer bettlägerigen Greisin, an deren Krankenbett ein Bildschirm die Glaspyramide mit dem Felsbrocken zeigt. Das Gezeigte kommuniziert mit der alten Frau: Auf ihre Frage, ob es kalt oder warm sei, verändert sich das Bild. Sie betet. Unmittelbar danach zeigt der Monitor, dass die Fläche, auf der die Glaspyramide stand, leer ist. Extreme Nahaufnahmen nehmen zunächst die Pflastersteine in den Blick, auf denen sie stand, dann in langen Einstellungen die runzelige Haut der Frau. Der zum Stein geschrumpfte Fels liegt nun auf dem Teppich im Zimmer der Greisin. Aus ihm spricht das Mädchen von damals, das die Frau mit Mama anredet und behauptet, es habe Tausende von Jahren auf diesen Moment gewartet. Es folgt ein Dialog zwischen den beiden. Das Publikum hört die Greisin sprechen, nimmt aber von der Stimme des Mädchens nur Laute wahr und bekommt manchmal dessen Worte als Untertitel zu lesen. Auf die Frage des Mädchens, wie es der Frau denn gelungen sei, es in seiner verwunschenen Steingestalt von Kontrewers in ihr Krankenzimmer zu beschwören, hat diese keine Antwort - sie sei nie in Kontrewers gewesen. Die Greisin sehnt sich nach dem Ende ihres Lebens und dem Übergang in eine andere Welt, lehnt aber als gläubige Christin Selbstmord ab. Immer wieder verändern sich die Bilder im Krankenzimmer und greifen das Motiv des besessenen Mädchens auf. Mit der Stimme der alten Frau erzählt das Mädchen schließlich, wie es seine Mutter mit einem Messer getötet habe. Mehr und mehr verschränken sich die beiden Welten in der alten Frau: Wenn sie sagt, ihre Mutter sei viel extrovertierter gewesen als sie selbst, so bleibt unklar, wer hier spricht. Die Nähe führt dazu, dass sie den Stein auf ihrer Bettdecke, der sich in eine kleine Steinpyramide verwandelt hat, in die Hand nimmt; dazu sind ihre Gebete und Gesänge an die Gottesmutter Maria zu hören. Die Pyramide wird wieder zum Stein, den sie lange streichelt, sodass das Mädchen am Ende durch die Stimme der Greisin sein Gewissen erleichtern kann: Als es erkannt habe, dass es seine Mutter mit dem Stein getötet habe, habe es Selbstmord begangen.
Hintergrund
Um einen im zentralpolnischen Ort Kontrewers gefundenen Stein mit rätselhaften Gravuren rankt sich eine Sage: Sie erzählt von einem Mädchen, das den Stein als magische Waffe verwendete. Der Stein soll in der folgenden Zeit gewachsen sein, wurde vergraben, wieder ausgegraben und schließlich von seinem Fundort abtransportiert, um im Ortszentrum ausgestellt zu werden. Die Regisseurin verwebt die Geschichte des Steins mit der ihrer 102-jährigen Großmutter und deren Gedanken über das Leben und den Tod. Zum Stein von Kontrewers sind zahlreiche Sagen überliefert, und auch die wissenschaftlichen Thesen zur Herkunft des Steins und der Datierung seiner figürlichen Gravuren gehen weit auseinander. Banasińska arbeitet an einem abendfüllenden Film über den Stein; für den Kurzfilm hat sie sich auf nur eine der Legenden konzentriert.[1]
Weblinks
- Kontrewers bei IMDb
- Kontrewers im Programm der Berlinale
- Interview mit Zuza Banasińska im Blog der Sektion Berlinale Shorts (englisch)
- Presseinformation zu Kontrewers auf den Seiten der Berlinale (PDF; englisch)