Konzertkurve
Abschnitt der Arlbergbahn in Innsbruck, Tirol
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Die Konzertkurve, auch Konzert-Kurve geschrieben und wegen der Benennung nach Fritz Konzert mit Betonung auf der ersten Silbe ausgesprochen, ist der seit 1956 bestehende Abschnitt der Arlbergbahn im Stadtgebiet von Innsbruck, der die ursprüngliche Trassierung von 1883 ersetzte. Sie verbindet den Hauptbahnhof mit dem Westbahnhof von Innsbruck.

Geschichte
Bei Inbetriebnahme der Arlbergbahn im Jahr 1883 durch die k.k. Staatsbahnen führte diese auf kürzestem Weg sowie auf Geländeniveau vom Bahnhof Innsbruck, dem heutigen Hauptbahnhof, zum Bahnhof Wilten, dem heutigen Westbahnhof. Jedoch erwies sich diese Trassierung, insbesondere aufgrund ihrer drei niveaugleichen Eisenbahnkreuzungen über die Karmelitergasse, die Leopoldstraße und die Neuhauserstraße, schon bald als innerstädtisches Verkehrshindernis. Die sogenannte Grassmayr-Kreuzung im Zuge der Leopoldstraße galt dabei viele Jahre lang als meist befahrene Straßenkreuzung Westösterreichs. Außerdem durchschnitt die Bahntrasse den bis 1904 noch eigenständigen Ort Wilten.
Verschärft wurde das Problem, nachdem 1905 die elektrische Straßenbahn ihren Betrieb aufnahm und die häufigen Schrankenschließzeiten deren dichten Taktfahrplan sowohl in der Leopoldstraße als auch in der Neuhauserstraße störten. Aber auch für die Eisenbahn selbst stellte die eingleisige Trasse einen Engpass dar, vor allem nachdem die 1912 eröffnete Mittenwaldbahn für zusätzlichen Zugverkehr zwischen den beiden Stationen sorgte. Zudem hatten ursprünglich weder Arlberg- noch Mittenwaldbahn einen direkten Anschluss an den Innsbrucker Frachtenbahnhof. Durch die bis 1913 für die Mittenwaldbahn installierte Oberleitung war darüber hinaus, bedingt durch die unterschiedlichen Stromsysteme, keine niveaugleiche Kreuzung zwischen Eisen- und Straßenbahn mehr möglich. Entsprechend musste die Straßenbahnstrecke im Zuge der Neuhauserstraße fortan beim Westbahnhof mittels eines stählernen Viadukts über die Eisenbahn geführt werden.
In Voraussicht der zu erwartenden Verkehrssteigerung schlug Fritz Konzert (1877–1964), der spätere Innsbrucker Stadtbaudirektor, schon 1906 die Verlegung der Arlbergbahn vor, um die Behinderung des Straßenbahn- und Straßenverkehrs zu beseitigen. Hierbei war die Anlage eines Einschnitts vorgesehen, der am Stift Wilten sowie der Wiltener Basilika vorbeiführen sollte. 1913 kam es zu ersten Erdarbeiten, wobei römische Relikte zum Vorschein kamen. Doch verhinderte der im Folgejahr ausgebrochene Erste Weltkrieg den Weiterbau. Dieser konnte in der ökonomisch schwierigen Zwischenkriegszeit auch nicht wieder aufgenommen werden. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Vorhaben erneut auf die Agenda. Die Behinderungen wurden dabei immer gravierender, im Jahr 1955 beispielsweise waren die Schranken in Summe etwa sieben Stunden pro Tag für 122 Züge geschlossen.
So begannen die Österreichischen Bundesbahnen bereits am 3. November 1953 erneut mit den Bauarbeiten, begleitet von archäologischen Notgrabungen. Die neue Trasse ist dreigleisig, wobei zwei Gleise die Verbindung von und zum Hauptbahnhof herstellen, während das dritte von und zum Frachtenbahnhof führt. Die dadurch unterbrochenen Straßen wurden mittels Brücken über den Einschnitt geführt. Anstelle der alten Straßenbahnbrücke, die ab dem 25. Jänner 1956 entfiel, entstand eine neue Straße, die 1959 zu Ehren des Projektinitiators den Namen Fritz-Konzert-Straße erhielt.[1][2]
Die Verbindung zwischen Frachten- und Westbahnhof (Strecke 101 18) zweigt auf Höhe der Unterquerung der Leopoldstraße von den anderen beiden Gleisen ab und ging am 2. April 1956 in Betrieb. Die Verbindung zwischen Haupt- und Westbahnhof (Strecke 101 05) folgte am 23. April 1956.[3] Nach einer anderen Quelle war hingegen erst der 30. April 1956 der Eröffnungstag.[1] Durch die nach Süden ausholende Neubautrasse verlängerte sich die Arlbergbahn damals um 434 Meter. Die Konzertkurve war dabei nach dem Arlbergtunnel der zweite mehrgleisige Abschnitt der Arlbergbahn überhaupt.
Literatur
- Alois Ployer (Hrsg.): Die Konzertkurve in Innsbruck. Bau einer zweigleisigen Verbindung zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und Innsbruck Westbahnhof. Zeitschriftenverlag Ployer & Co., Wien 1957 (Sonderheft der Zeitschrift „Eisenbahn“).
Weblinks
- Die "Konzertkurve" in Innsbruck, technikmuseum-online.de
- Von der Konzert-Kurve und der Grassmayr-Kreuzung, innsbruck-erinnert.at