Kopaniec
Dorf in Polen
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Kopaniec (deutsch Seifershau) ist ein Ort in der Landgemeinde Stara Kamienica (Alt Kamnitz) im Powiat Jeleniogórski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt auf einer Höhe von etwa 600 m im Isergebirge, einem Vorkamm des Riesengebirges. Zu Kopaniec gehört der Weiler Międzylesie (von 1945 bis 1960 Gogolice, deutsch: Ramrich). In den Jahren 1975–1998 gehörte die Landgemeinde Stara Kamienica zur Woiwodschaft Jelenia Góra.
| Kopaniec | ||
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| ? Hilfe zu Wappen |
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Jelenia Góra | |
| Gmina: | Stara Kamienica | |
| Geographische Lage: | 50° 53′ N, 15° 33′ O | |
| Höhe: | 550 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 395 (2011) | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 75 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DJE | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
| Verwaltung | ||
| Webpräsenz: | www.kopaniec.com | |


Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Seifershau im Jahr 1343 in einem Dokument über den Verkauf von Wäldern.[1] Viele hundert Jahre lang gehörte dieses Dorf einem der Stammzweige der Herren von Schaffgotsch, die aus Alt Kemnitz stammte und auf der Burg Chojnik residierte. Die Einwohnerzahl von Seifershau wuchs schnell durch Flüchtlinge und Vertriebene, die hier Schutz vor dem Krieg und Verfolgung suchten. Die erste Welle traf hier während der Hussitenkriege in den Jahren 1419–1436 ein, die zweite während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1618–1648. Im Jahr 1520 wurde in Seifershau eine evangelische Gemeinde gegründet, die eine eigene Holzkirche errichtete. Wegen der großen Einwohnerzahl wurde die Kirche 1649 erweitert und 1667 um einen Glockenturm erweitert.
Im 18. Jahrhundert erlebte Seifershau einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es gab eine katholische und eine evangelische Kirche, zwei Schulen, zwei Mühlen und einen Bauernhof. Tätig waren die Handelsunternehmen Wenzel, Hartmann, Frommhold, Gebaur und Hein. Um 1730 wurde ein Schloss mit Parkanlage errichtet und die mit dem Anbau der Flachsfaser verbundene Weberei entwickelten sich. Viele Häuser mit charakteristischer Fachwerkstruktur, wurden damals gebaut und stehen noch heute. Im Jahr 1782 hatte Seifershau 1023 Einwohner und damit die größte Einwohnerzahl in seiner Geschichte. Vom Reichtum der Einwohner zeugen barocke Epitaphe, die in die Kirchenmauern eingelassen sind. Zudem wurde die Siedlung Ramberg (seit 1945 Międzylesie) gegründet. Im Jahr 1825 gab es 206 Häuser, eine Walkmühle und zehn Webstühle. Außerdem wurden Sonnenuhren für Kirchtürme hergestellt und 1857 eine Schule für Stickerei und Spitzenherstellung gegründet.[2]
Seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Seifershau zu Sommerfrischeort und ab 1890 durch seine radioaktiven Quellen zum Kurort. Der Verkehrsverein konzentrierte sich ab 1907 konzentrierte sich auf die Förderung von Tourismus und Erholung. 1908 wurde die erste elektrische Glühbirne eingeschaltet und drei Jahre später begannen die Arbeiten zur Vorbereitung des Wasserversorgungsnetzes. 23 der in Seifershau geborenen Männer starben im Ersten Weltkrieg. 1922 wurde vor der Kirche ein Denkmal für sie errichtet. Im Jahr 1927 kam es durch Unwetter zu massiven Überschwemmungen. In den Zwischenkriegsjahren entwickelte sich der Tourmismus weiter, allein im Sommer 1928 wurden 1506 Übernachtungen verzeichnet.
Das polnische Dorf
Nach Kriegsende kamen Polen nach Kopaniec, hauptsächlich aus den östlichen Gebieten der Zweiten Polnischen Republik. Der Ort verlor seine Funktion als Aufenthalt für Sommerferien und verwandelte sich in ein typisches Bauerndorf. Der Name wurde vom deutschen Seifershau erst in Zalesie und 1946 in Kopaniec geändert. In den 1950er Jahren wurde versucht, das im Dorf gefundene Uranerz auszubeuten, diese Versuche wurden jedoch schnell aufgegeben. Die folgenden Jahre führten zu Zerstörungen in der Infrastruktur des Dorfes. Viele historische Bauwerke verschwanden, darunter in den 1970er Jahren Herrenhaus Seifershau mit Park, die evangelische Kirche und ein historisches Pfarrhaus. Die Einwohnerzahl nahm weiterhin ab; im Jahr 1978 waren es nur 189.
Historische Namen
- 1343 Borau, Syfridshau
- 1747 Seiffershau
- 1945 Zalesie
- 1946 Kopaniec[3]
Sehenswürdigkeiten
Bei der der Woiwodschaft Niederschlesien stehen folgende Objekte unter Denkmalschutz:[4]
- Die Katholische Kirche mit dem Patrozinium Antonius von Padua (Kościół pw. św. Antoniego Padewskiego) vom Anfang des 16. Jahrhunderts hat einen quadratischen Chor mit Sterngewölbe, einen barocken Hauptaltar und eine Kanzel im Stil der Spätrenaissance. An der Außenmauer gibt es drei barocke Epitaphe der Familien Menzel, Geyer und Hartmann.
- Mausoleum für die Verstorbenen der Herren von Braun aus dem Jahr 1769. Es ist ein quadratischer Bau mit Mansarddach.
- Steinmauern
Literatur
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 470.
