Koppescher Armenkirchhof
Friedhof in Berlin-Mitte von 1704 bis 1839
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Der Koppesche Armenkirchhof war ein Friedhof in Berlin-Mitte von 1704 bis 1839.

Lage
Der Armenkirchhof lag nördlich der Auguststraße zwischen der Kleinen Hamburger Straße im Westen und der Kleinen Gasse im Osten in der Nähe des Hamburger Tores in der Spandauer Vorstadt.[1] In der Gegenwart stehen auf dem größten Teil der Fläche Wohnhäuser, ein kleiner Bereich bildet den Koppenplatz mit einer Grünfläche. Nur das historische Grabmal von Christian Koppe ist erhalten.
Geschichte
1696 kaufte der Ratsherr Christian Koppe ein Grundstück direkt an der Berliner Stadtgrenze.[2] 1705 schenkte er einen Teil der Armenverwaltung von Berlin, damit diese dort einen Friedhof für Arme und andere Personen einrichten konnte, die nicht auf einem der kirchlichen Friedhöfe bestattet werden konnten.[3] Die Vorsteher der in der Nähe gelegenen Georgenkirche hatten sich geweigert, weiterhin die in den Armenanstalten sterbenden Todten unentgeltlich auf ihrem Hospitalkirchhof aufzunehmen.[4] 1708 stiftete Christian Koppe auf dem Gelände außerdem ein Hospital als Unterkunft für mittellose Frauen. 1722 ließ er sich selber auf dem Friedhof bestatten.
1811 wurde dort ein Leichenhaus (Thürmchen) eingerichtet, in dem Verunglückte obduziert und Selbstmörder zu Forschungszwecken seziert wurden. Der ummauerte Friedhof war zu dieser Zeit nur durch dessen Eingangstür auf Nachfrage zugänglich. Dort wohnten ein Totengräber und seine Frau. Der Schriftsteller Karl Gutzkow beschrieb den Friedhof, den er um 1820 als Junge mit einem Freund besichtigen konnte.
„Hier auf dem baum- und blüthenlosen Kirchhof hing allerlei Wäsche, wurden Linnen gebleicht. Zur Rechten aber lagen die Gräber. Sie waren wohl hie und da mit dünnem verbrennten Rasen bedeckt, aber namenlos alle, ohne den Schatten eines Baumes, ohne den Schmuck einer Blume. Vergiftet, erhängt, ersäuft alle diese Opfer der Verzweiflung. Eine offene Grube erwartete einen Ankömmling (…)“[5]
Weitere Nutzung des Geländes
1838 fand die letzte Beerdigung statt, 1839 wurde der Friedhof aufgegeben. 1844 wurde der größte Teil des Geländes mit dem Thürmchen an die städtischen Gasbetriebe verkauft, die dort eine Gaserleuchtungs-Anstalt, später Gasometer, errichtete.[6] 1853 wurde das restliche ehemalige Friedhofsgelände von der Armenverwaltung an die Stadt Berlin übergeben, die dort eine kleine Straße mit dem Koppenplatz einrichtete.[7]
Literatur
- Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins. Mittler & Sohn, Berlin 1885. S. 49.
Weblinks
- Koppescher Armenfriedhof. Berlin Geschichte, nach Vogt