Koschewoje (Kaliningrad, Prawdinsk)

From Wikipedia, the free encyclopedia

Koschewoje (russ. Кошевое, dt. Lisettenfeld) ist ein Ort in der Oblast Kaliningrad. Er gehört zur Domnowskoje selskoje posselenije im Rajon Prawdinsk.

Schnelle Fakten Geographische Lage ...
Siedlung
Koschewoje/Lisettenfeld
Кошевое
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Prawdinsk
Bevölkerung 15 Einwohner
(Stand: 1. Okt. 2021)[1]
Zeitzone UTC+2
Postleitzahl 238400
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 233 000 044
Geographische Lage
Koordinaten 54° 28′ N, 20° 54′ O
Koschewoje (Kaliningrad, Prawdinsk) (Europäisches Russland)
Koschewoje (Kaliningrad, Prawdinsk) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Koschewoje (Kaliningrad, Prawdinsk) (Oblast Kaliningrad)
Koschewoje (Kaliningrad, Prawdinsk) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad
Schließen

Geographische Lage

Koschewoje liegt neun Kilometer westlich von Prawdinsk (Friedland) an der russischen Fernstraße A 196, der ehemaligen Reichsstraße 131. Im Ort endet eine von Gruschewka (Sommerfeld) herkommende Nebenstraße. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Geschichte

Das Gut Lisettenfeld war im Besitz der Familie Perkuhn. In der Umgegend besaß sie zuletzt elf Gutshöfe mit 1.052 Hektar.[2] Lisettenfeld wurde am 11. Juni 1874 Namensgeber für den neuen Amtsbezirk im Kreis Friedland.[3]

Der Amtsbezirk Lisettenfeld lag im Regierungsbezirk Königsberg und bestand aus den preußischen Landgemeinden Schwönau (russisch: Perewalowo, heute nicht mehr existent), Sommerfeld (Gruschewka) und Stockheim (Saizewo) sowie die Gutsbezirke Lisettenfeld (Koschewoje) und Sommerfeld (Gruschewka).

Im Jahre 1910 lebten im Gutsbezirk Lisettenfeld 99 Einwohner.[4] Am 30. September 1928 gab Lisettenfeld seine Selbständigkeit auf und wurde in die Landgemeinde Stockheim (Saizewo) eingegliedert. Der Amtsbezirk wurde am 4. Mai 1930 in „Amtsbezirk Schwönau“ umbenannt.

1945 kam Lisettenfeld mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1950 die Bezeichnung „Koschewoje“.[5] Bis zum Jahr 2009 war der Ort in den Poretschenski sowjet (Dorfsowjet Poretschje (Allenau)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] – eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft in der Domnowskoje selskoje poselenije (Landgemeinde Domnowo (Domnau)) im Rajon Prawdinsk.

Kirche

Vor 1945 war die Bevölkerung Lisettenfelds fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel Stockheim[7] (russisch: Saizewo) eingegliedert, das zum Kirchenkreis Friedland (heute russisch: Prawdinsk), danach zum Kirchenkreis Bartenstein (heute polnisch: Bartoszyce) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Ernst Mölleken.

Heute liegt Koschewoje im Einzugsbereich der Kirchengemeinde in Domnowo (Domnau), die eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) ist. Sie gehört zur Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).[8]

Persönlichkeit

  • Edwin Perkuhn (* 23. Mai 1861 in Lisettenfeld), deutscher Tier- und Landschaftsmaler († 1943/1944)

Literatur

  • Knut Walter-Perkuhn: Die Nachkommen der Harteler Urahnen Perkuhn (Besitzer von Lisettenfeld). CARDAMINA® Verlag Susanne Breuel, Plaidt 2012. ISBN 978-3-86424-049-2.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI