Kosto Werke
deutscher Hersteller von Landmaschinen und eine ehemalige Motorradmarke
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Kosto oder KS war ein deutscher Hersteller von Landmaschinen, ein Traktorenproduzent und eine ehemalige Motorradmarke. Der vollständige Firmenname lautete zuletzt Kosto-Werke AG, Schwerin-Görries.
| Kosto-Werke | |
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| Rechtsform |
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| Gründung | 1918 |
| Auflösung | 1924 |
| Auflösungsgrund | Tod des Inhabers, Übernahme durch die Badenia Maschinenfabrik |
| Sitz |
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| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | ≈ 1200 (April 1922)[1] |
| Branche | Landtechnik, Motorradhersteller, Traktorenhersteller |
Unternehmensgeschichte
Hervorgegangen war das Unternehmen aus der Maschinen- & Munitionsfabrik A. Korge in Berlin-Reinickendorf, die ihren Sitz in der Reichenberger Straße 96 hatte.[2] Dort wurde Anfang 1918 die Maschinen- und Motorpflugfabrik Korge & Stolle von Kaufmann Arthur Korge (1879–1948) und Ingenieur Georg Stolle (1876–1924) gegründet.[3][4] Um sich von konkurrierenden Unternehmen oder Angeboten abzugrenzen, verwendeten die Eigentümer Korge & Stolle seit Mai 1918 das Warenzeichen Kosto.[5] Georg Stolle war seit August 1919 alleiniger Inhaber und führte die Kosto-Werke als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) weiter, während Arthur Korge die kaufmännische Leitung übernahm. Ab Oktober 1919 bezogen die Kosto-Werke neue Räumlichkeiten in der Hauptstraße 28/29, dazu kam ein Versuchs- und Demonstrationsfeld an der Rödernallee 2–3.[6][7] Das Warenzeichen Kosto wurde am 6. Mai 1921 beim Reichspatentamt angemeldet.[8] Die Kosto-Werke waren vom Sommer 1921 bis Anfang 1924 Eigentümer der ehemaligen Flugwerft und einiger Hallen auf dem stillgelegten Flugplatz in Schwerin-Görries, die zur im Frühjahr 1919 aufgelösten Fliegerbeobachterschule (FBS) gehörten.[9] Mitte 1922 wandelte Stolle das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und verlegte die gesamte Produktion nach Görries bei Schwerin, das Reinickendorfer Werk blieb als Bezirksvertretung unter der Leitung von Arthur Korge erhalten.[10] Bereits Anfang 1923 erwarb die Maschinenfabrik Badenia AG einen Großteil der Aktien, im Gegenzug kaufte Generaldirektor Georg Stolle ein größeres Aktienpaket der Badenia und wurde am 2. Mai desselben Jahres in den Aufsichtsrat der Weinheimer Maschinenfabrik gewählt.[11][12][13] Nach dem Tod des Inhabers Georg Stolle im Frühjahr 1924 übernahm die Badenia die Schweriner Liegenschaft inklusive der Arbeiter und Angestellten vollständig, die Motorrad- und Traktorenproduktion wurde jedoch eingestellt. Im Berliner Handelsregister erfolgte die Löschung der Reinickendorfer Zweigstelle schon am 4. Juni 1925, in Schwerin konnte die Kosto-Werke AG erst nach endgültig beigelegten Rechtsstreitigkeiten der Erben am 28. Juni 1927 gelöscht werden.[14] Die Maschinenfabrik Badenia mit Hauptsitz in Weinheim blieb noch bis 1934 Eigentümer der Schweriner Fabrik.[15][16] Im September 1934 erwarb die Deutsche Verkehrsfliegerschule (DVS) das gesamte Flugplatzgelände in Görries von der Stadt Schwerin und begann mit groß angelegten Umbauarbeiten, dabei wurden unter anderem sämtliche Gebäude der Badenia übernommen und abgerissen, um Platz für ein Rollfeld zu schaffen.[17]
Produktüberblick
Anfangs stellte das Unternehmen Ackergeräte aller Art und einen Motorpflug her, der auch exportiert wurde. Die ersten Modelle des robusten Dreiradschleppers (Bauart Vorspanner) besaßen ein Eigengewicht von 3 Tonnen und einen Vierzylinder-DEUMO-Motor mit 40 PS.[18] Spätere Ausführungen mit dem Vierzylinder-Kämper-Dieselmotor erreichten bei 40/42 PS eine Fahrgeschwindigkeit von 3 bis 5 km/h.[19][20][21] Kosto begann 1922 auch mit der Motorradproduktion. Die Modelle mit einem Rohrrahmen aus Stahl, der teilweise mit Blech verkleidet war, hatten scheibenförmige Radverblendungen und anfangs einen 123-cm³-Bekamo-, dann einen 144-cm³-Cockerell- und zuletzt den 200-cm³-ALBA-Motor. Sie wurden unter dem Namen KS (Kosto Schwerin) vertrieben.[22]
