Kotuń (Szydłowo)

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Kotuń (deutsch Kattun) ist ein Dorf in der Landgemeinde (Gmina) Szydłowo im Powiat Pilski der polnischen Woiwodschaft Großpolen.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Kotuń
?
Hilfe zu Wappen
Kotuń (Polen)
Kotuń (Polen)
Kotuń
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Piła
Gmina: Szydłowo
Geographische Lage: 53° 8′ N, 16° 39′ O
Einwohner: 690
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen
Schließen

Geographische Lage

Das Dorf liegt im Netzedistrikt des ehemaligen Westpreußen, etwa zwanzig Kilometer südöstlich von Wałcz und acht Kilometer westsüdwestlich von Piła.

Geschichte

Ehemaliges Gutshaus Kattun (Aufnahme 2014)

Ältere Ortsbezeichnungen sind Kotonia (Ende 16. Jh.) sowie Kotun und Kotuna (1660), neupolnisch Kotuń. 1586 war hier noch kein Dorf, und die Gegend war bewaldet. Der Ortsname Katun war ursprünglich der Name eines Bachs und kann mit ‚Katzbach‘ frei übersetzt werden. Der Starost von Ujście (Usch) legte hier ein Vorwerk an. Im Zweiten Nordischen Krieg wurden die Gebäude verwüstet und waren 1660 noch nicht wieder aufgebaut.[1]

Auf der Flur der Bielawen-Wiesen in der Nähe befand sich einst das Anwesen des Kilian Pobolski, nach dem der Pobolskidamm und die Kiliansbrücke benannt sind.[1]

Um 1930 hatte die Gemeinde Kattun fünf Wohnplätze:[2]

  • Bahnhof Stöwen
  • Gut Kattun
  • Kattun
  • Kegelshöh
  • Klappstein

Im Jahr 1945 gehörte Kattun zum Landkreis Deutsch Krone im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Kattun war dem Amtsbezirk Krummfließ zugeordnet.

Im Februar 1945 wurde Kattun von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Region seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens – militärische Sperrgebiete ausgenommen – der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es wanderten nun Polen zu. Kattun wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung „“ verwaltet. Die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Kattun vertrieben.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783königliches Dorf und Vorwerk, im Netzedistrikt, Kreis Krone, 23 Feuerstellen (Haushaltungen)[3]
1818187davon 147 im königlichen Dorf und vierzig auf dem königlichen Vorwerk[4]
1910444am 1. Dezember, davon 241 im Dorf (154 Evangelische, 87 Katholiken; neun Personen mit polnischer Muttersprache) und 203 im Gutsbezirk (102 Evangelische, 101 Katholiken; 22 Personen mit polnischer Muttersprache)[5]
1925585darunter 374 Evangelische und 206 Katholiken[2]
1933485[6]
1939460[6]
Schließen

Kirche

Die Protestanten des Dorfes gehörten zur Pfarrei Groß Wittenberg.[7]

Literatur

  • Kattun, Dorf und Rittergut, Kreis Deutsch Krone, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kattun (meyersgaz.org).
  • Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 226 (Google Books).
  • Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 472–473 (Google Books).

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI