Krabbentriel
Art der Gattung Esacus
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Der Krabbentriel (Esacus recurvirostris) ist eine von zwei Arten der Gattung Esacus in der Familie der Triele (Burhinidae) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes). Er kommt auf dem Indischen Subkontinent, im Norden von Südostasien und auf der chinesischen Insel Hainan vor.
| Krabbentriel | ||||||||||||
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Krabbentriel (Esacus recurvirostris) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Esacus recurvirostris | ||||||||||||
| (Cuvier, 1829) |
Merkmale

Der Krabbentriel ist ein relativ großer, kräftiger Vogel, der etwas an eine Trappe erinnert. Er wird 41,5 bis 54 Zentimeter lang und erreicht ein Gewicht von etwa 790 Gramm. Die Flügelspannweite liegt bei 90 bis 100 Zentimeter. Er hat ein überwiegend gräuliches, ungestreiftes Gefieder. Das Gesicht ist weißlich mit einem breiten, schwarzen Streifen hinter den Augen. Die Flügel haben dunkle Hinterkanten. Der kräftige Schnabel ist an der Basis gelb; die Schnabelspitze weist leicht nach oben. Das Gefieder von Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht und es gibt auch keine Variationen im Gefieder im Laufe des Jahres. Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber gelbliche Säume an den Federn der Oberseite.[1]
Lebensraum und Lebensweise

Der Krabbentriel lebt an schlammigen, felsigen, sandigen oder kiesigen Ufern von Flüssen und großen Seen; bei Hochwasser gelegentlich auch auf nahegelegene Grasflächen. An Meeresküsten, von den Gezeiten beeinflussten Mündungen oder Salzpfannen ist er nur selten. Eine Ausnahme sind die Küstengebiete der trockenen Klimazone von Sri Lanka, wo er jedoch ausschließlich an ungestörten Stränden zu finden ist. In Nepal wurde er bis in eine Höhe von 1300 Metern nachgewiesen. Abgesehen von lokalen Wanderungen, die durch steigende Wasserstände in Flüssen und Seen sowie vorübergehende Veränderungen der Verfügbarkeit von Nahrung ausgelöst werden, sind die Vögel standorttreu. Krabbentriele ernähren sich vor allem von Krabben und anderen Krebstieren sowie von Insekten. Beobachtet wurde außerdem die Erbeutung von kleinen Echsen, Spitzmäusen und kleinen Fischen, sowie die Plünderung von Nestern bodenbrütender Vögel. Bei der Nahrungssuche werden mit Hilfe des kräftigen Schnabels Steine umgedreht. Krabbentriele sind dämmerungsaktiv und manchmal auch tagsüber aktiv. Sie leben einzeln oder paarweise, seltener in Familiengruppen und manchmal auch in Gruppen von bis zu ca. 20 Individuen. Die Brutzeit erstreckt sich in Indien von Februar bis Juli, in Pakistan von Ende März bis Juni und in Sri Lanka von April bis Juli. In Bangladesch wurden Bruten im März und in Laos Anfang Juni festgestellt. Die Vögel leben monogam und sind revierbildend. Gelegentlich brüten sie in Kolonien von Flussseeschwalben (Sterna aurantia). Das Nest ist eine flache Mulde im Boden und wird an Kiesbänken, auf steinigen Inseln oder am Rand von Lagunen in spärlichem Gras errichtet. Es wird mit trockenen Zweigen ausgekleidet. Das Gelege besteht aus 1 bis 2 hellgelben oder cremefarbenen Eiern mit dunklen, bräunlichen oder schwärzlichen Flecken, die etwa 28 Tage lang bebrütet werden. Um die geschlüpften Jungvögel kümmern sich beide Eltern. Die Küken haben ein dichtes, gesprenkeltes Flaumgefieder und schmale braune Streifen an den Seiten von Kopf und Rumpf.[1]
Systematik
Der Krabbentriel wurde 1829 durch den französischen Naturforscher Georges Cuvier erstmals wissenschaftlich beschrieben. Zusammen mit dem weiter südlich, an den Meeresküsten der Malaiischen Halbinsel, Indonesiens, der Philippinen und Australiens vorkommenden Rifftriel (Esacus magnirostris), bildet er die Gattung Esacus in der Familie der Triele (Burhinidae).[1]
Gefährdung
Nach Angaben der IUCN ist der Bestand des Krabbentriels potenziell gefährdet. Es wird mit einem Rückgang der Populationen gerechnet, da seine an Flüssen gelegenen Lebensräume aufgrund menschlicher Eingriffe, z. B. durch den Bau von Staudämmen, immer weiter zerstört werden. In Südostasien wurde bereits ein drastischer Rückgang festgestellt, während die Lage in Indien, wo wahrscheinlich die meisten Krabbentriele leben, noch stabil erscheint.[2][1]