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Bahnkraftwerk Mittelsteine

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Das Bahnkraftwerk Mittelsteine war ein Wärmekraftwerk zur Erzeugung von Bahnstrom nahe Ścinawka Średnia in Niederschlesien. Es versorgte von 1914 bis 1945 das schlesische Netz mit Einphasenwechselstrom mit einer Frequenz von 16 2⁄3 Hz. Der Strom wurde mittels einer 80 kV-Doppelleitung zu Unterwerken geführt und dort auf die Fahrdrahtspannung von 16 kV umgespannt.[1]

Schnelle Fakten
Bahnkraftwerk Mittelsteine
Bahnkraftwerk Mittelsteine (2024)
Bahnkraftwerk Mittelsteine (2024)
Lage
Bahnkraftwerk Mittelsteine (Niederschlesien)
Bahnkraftwerk Mittelsteine (Niederschlesien)
Koordinaten 50° 30′ 57″ N, 16° 29′ 48″ O
Land Polen
Gewässer Steine
Daten
Typ Dampfkraftwerk
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Steinkohle
Schließen
f2
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Funktionsweise

Das Kraftwerk Mittelsteine wurde insbesondere mit minderwertiger Steinkohle aus dem Neuroder Revier betrieben. Zur Kühlung und Dampferzeugung wurde das Wasser der Steine genutzt.

Geschichte

Zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Königszelt - Lauban schloss die Preußische Staatseisenbahn einen Stromliefervertrag mit AEG und den Siemens-Schuckertwerken ab[2]. Die beiden Gesellschaften errichteten daraufhin 1912/13 das Kraftwerk Mittelsteine. Das Kraftwerk lieferte zusätzlich Strom an die Grafschaft Glatz. Das Werk ging am 1. Oktober 1926 in den Besitz der Deutschen Reichsbahn über. Ebenfalls 1926 wurde das Werk um eine Ruths-Speicheranlage erweitert.[1]

Das Kraftwerk hatte nach einem Ausbau Ende der 1920er Jahre eine elektrische Leistung von 32,4 MW, hiervon waren 24 MW Bahnstrom (aus fünf Bahnmaschinen). Die vom Kraftwerk Mittelsteine erzeugte Energie wurde über eine 80-kV-Bahnstromfernleitung (von 156 km Länge)[3] mit zwei Systemen zum Unterwerk Niedersalzbrunn (1914 errichtet) und weiter zu den Unterwerken Ruhbank, Hirschberg (1921) und Lauban (1922) geleitet.[4]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs ging das Kraftwerk infolge der Kampfhandlungen außer Betrieb. Danach lief das Kraftwerk noch bis 8. Juli 1945. Die Kraftwerksanlagen wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und als Reparation demontiert.[5]

Ab 1948 begann der Wiederaufbau des Kraftwerks als Elektrownia Skałeczno zur Versorgung des Landesnetzes. Dafür wurden zwei gebrauchte Turbinensätze aus Breslau eingebaut, die dort aufgrund des Neubaues eines neuen Kraftwerkes entbehrlich waren. Um 1963 wurde das Kraftwerk stillgelegt.

In den 1960er Jahren erfolgte eine Wiederelektrifizierung durch die PKP mit Gleichspannung von 3 kV. Da die dafür benötigte Energie über Gleichrichterunterwerke aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen wird, war keine eigene Bahnstromerzeugung mehr erforderlich.

1978 verlegte die Eisengießerei ZETKAMA ihre Produktionsstätte von Kłodzko in das frühere Kraftwerk in Ścinawka Średnia. Im Jahre 2001 wurde das Gelände durch die ZETKAMA zum Technologiepark umgestaltet. Der Gleisanschluss wurde mittlerweile abgebaut.

Einzelnachweise

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