Neuroder Revier
Revier sich in der Woiwodschaft Niederschlesien im südlichen Polen
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Das Neuroder Revier ist ein Steinkohlenrevier um Nowa Ruda (Neurode) in Niederschlesien. Es ist Teil einer grenzübergreifenden Steinkohlenlagerstätte in den mittleren Sudeten, die früher als Niederschlesisch-böhmisches Steinkohlenbecken bezeichnet wurde. Der seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesene Bergbau im Neuroder Revier endete am 8. Februar 2000 mit der Schließung der ehemaligen Johann-Baptista-Grube in Słupiec (Schlegel).


Geschichte
Der älteste Kohlenbergbau im gesamten Schlesien lässt sich auf das Jahr 1434 im Neuroder Lande datieren.[1] Gefördert wurde die Steinkohle der Kohle führenden Schichten des Oberkarbons.[1]
Die Steinkohlengruben des Neuroder Reviers befanden sich in Neurode (Nowa Ruda), Kunzendorf (Drogosław), Mölke (Miłków), Köpprich (Przygórze), Ludwigsdorf (Ludwikowice), Ebersdorf (Dzikowiec), Schlegel (Słupiec) und Eckersdorf (Bożków). Die gesamte Fläche des Steinkohlengebietes betrug etwa 99 km².
1769 gab es vier Bergwerke: Frischauf in Eckersdorf, Johann Baptista in Schlegel, Joseph in Neurode-Buchau und Wenzeslaus in Hausdorf. Diese vier Bergwerke beschäftigten zusammen 35 Personen und förderten im Jahr etwa 1400 Tonnen Kohle.[2]
Im Jahr 1912 waren vier Bergwerke in Betrieb:
- Rubengrube
- Rudolphsgrube
- Johann-Baptista-Grube
- Wenceslaus-Grube
Nach dem Übergang an Polen 1945 wurden die Kohlenwerke im Staatsbetrieb Kopalnia Węgla Kamiennego Nowa Ruda zusammengefasst. Am Standort Słupiec wurde in den 1960er Jahren ein neuer Zentralschacht (Szyb Nowy) abgeteuft. Am 8. Februar 2000 endete dort die Kohleförderung im Neuroder Revier.
Literatur
- Der Waldenburg-Neuroder Industriebezirk. Selbstverlag des Vereins für die bergbaulichen Interessen Niederschlesiens, Waldenburg in Schlesien, 1913. Digitalisat:
- Eufrozyna Piątek; Zygfryd Piątek: Der Steinkohlenbergbau bei Neurode (Nowa Ruda) in Niederschlesien. In: Der Anschnitt, Jg. 41, 1989 Digitalisat:
- Zygfryd Piątek: Der Steinkohlenbergbau im Neuroder Land von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1914. in: Der Anschnitt, Nr. 57 (2005) Digitalisat: