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Kralji ulice

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Kralji ulice (slowenisch: »Könige der Straße«) ist eine slowenische monatliche Straßenzeitung, die sich auf Obdachlosigkeit und verwandte soziale Themen spezialisiert. Sie ist die erste und einzige Zeitung über Obdachlosigkeit und soziale Ausgrenzung in Slowenien.[1] Die Zeitung wird vor allem von obdachlosen, von Wohnungslosigkeit bedrohten und anderweitig sozial marginalisierten Menschen auf den Straßen Ljubljanas und weiterer slowenischer Städte angeboten.[1]

Schnelle Fakten
Kralji ulice
Beschreibung Slowenische monatliche Straßenzeitung
Sprache Slowenisch
Verlag Društvo za pomoč in samopomoč brezdomcev Kralji ulice (Vereinigung für Hilfe und Selbsthilfe der Obdachlosen »Könige der Straße«) (Slowenien)
Hauptsitz Pražakova 6, Ljubljana
Erstausgabe 2005
Erscheinungsweise monatlich (jeweils am ersten des Monats)
Verkaufte Auflage ca. 18.000 Exemplare
((Ø 2021–2022))
Weblink www.kraljiulice.org
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Geschichte

Entstehung (2004–2005)

Der Ursprung des Projekts liegt im Jahr 2004, als eine Gruppe von Hochschuldozenten und Studierenden der Sozialpädagogik an der Pädagogischen Fakultät Ljubljana im Rahmen des Lehrfachs »Arbeit mit Obdachlosen« ein Feldforschungsprojekt durchführte, das im Projekt 24 Stunden Wohnen mit Obdachlosen mündete. Špela Razpotnik und Bojan Dekleva führten in den Jahren 2005 und 2006 ein Forschungsprojekt zur Obdachlosigkeit in Ljubljana durch; als praktisches Ergebnis initiierten sie die Straßenzeitung.[1]

Im Juni 2005 erschien die erste Probenummer von Kralji ulice in 2600 Exemplaren, verteilt auf drei Nachdrucke; 62 Personen beteiligten sich am Vertrieb. Die Idee einer Straßenzeitung wurde von Obdachlosen wie von der breiten Öffentlichkeit gut aufgenommen. Ab 2006 erscheint die Zeitung als reguläres Monatsblatt.[1]

Das herausgebende Društvo za pomoč in samopomoč brezdomcev Kralji ulice (Vereinigung für Hilfe und Selbsthilfe der Obdachlosen) wurde 2005 als gemeinnützige humanitäre Organisation gegründet.[2]

Auflageentwicklung und internationale Anerkennung

Die höchste Einzelauflage von 26.000 Exemplaren erreichte Kralji ulice im Januar 2020. In den Jahren 2021 und 2022 betrug die durchschnittliche monatliche Auflage über 18.000 Exemplare; im Jahr 2022 veröffentlichten 322 Autoren und Autorinnen in der Zeitung.[1]

Auf der Jahreskonferenz des internationalen Netzwerks der Straßenzeitungen INSP (International Network of Street Papers) erhielt Kralji ulice 2019 den Preis für die beste Titelseite nach Publikumswahl (Autor: Jean Nikolič) sowie den Preis für das beste Foto nach Juryentscheid (Autorin: Sandra Požun). 2022 gewann die Zeitung erneut den Preis für die beste Titelseite (Autorin: Samira Kentrić) und war in drei der fünf Kategorien nominiert.[1]

Konzept und Inhalt

Themenschwerpunkte sind Obdachlosigkeit, Leben auf der Straße und soziale Ausgrenzung; daneben werden Sucht, Gewalt, Erfahrungen mit Inhaftierung, Beschäftigung, Familienproblematik sowie Sozial- und Hilfsdienste behandelt. Einmal jährlich erscheint eine besondere Themennummer, deren Thema die Mitglieder demokratisch bestimmen.[1]

Einen Großteil der Artikel verfassen obdachlose Menschen selbst; weitere Beiträge stammen von anderen Autoren, die sich mit der Thematik befassen. Die Zeitung enthält bewusst keine Werbung und keine bezahlten Veröffentlichungen – ein Merkmal, das sie laut Eigenangabe von den meisten vergleichbaren Straßenzeitungen der Welt unterscheidet.[1]

Vertrieb und Finanzierung

Vertrieb

Den Vertrieb übernehmen registrierte Mitglieder des Vereins. Jede volljährige Person kann nach Unterzeichnung der Beitrittsdokumente und Einhaltung der Verkaufsregeln die Zeitung anbieten. Neu eingestiegene Verkäufer erhalten zunächst drei Probeexemplare unentgeltlich.[3]

Das Grundprinzip: Der Verkäufer kauft ein Exemplar im Distributionszentrum zum Preis von 1 Euro und bietet es auf der Straße zum empfohlenen freiwilligen Beitrag von 2 Euro an; mindestens die Hälfte des erzielten Erlöses verbleibt beim Verkäufer. Verkäufer bestimmen selbst über Zeit, Ort und Umfang ihres Einsatzes.[1]

Finanzierung

Die Programme des Vereins werden kofinanziert durch das slowenische Ministerium für Arbeit, Familie, Soziales und Chancengleichheit (MDDSZ), das Ministerium für Gesundheit, das Ministerium für öffentliche Verwaltung, die Stadtgemeinde Ljubljana, die Stadtgemeinde Maribor, den Öffentlichen Wohnungsfonds der Stadtgemeinde Ljubljana (JSS MOL), den Öffentlichen kommunalen Wohnungsfonds Maribor (JMSS), den slowenischen Sozialdienst (SSRS), den Fonds FIHO (Fundacija za financiranje invalidskih in humanitarnih organizacij v Sloveniji), das Arbeitsmarktservice (ZRSZ) sowie das EU-Programm Erasmus+ (Movit).[4]

Die Zeitung selbst finanziert sich ausschließlich über den Verkaufserlös, da sie keine Werbung enthält.[1]

Organisation

Der Verein hat seinen Sitz in der Pražakova 6, 1000 Ljubljana. Vereinspräsidentin ist Hana Košan. Weitere Programme des Vereins umfassen ein Tageszentrum mit Streetwork, Wohnunterstützung (Delogierungsprävention), stadtgeschichtliche Touren »Durch das unsicht(bar)e Ljubljana« sowie eine Secondhandwarenstelle.[2]

Siehe auch

Einzelnachweise

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