Krasnik Łobeski

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Krasnik Łobeski (deutsch Kratzig, früher Krazig, Crazig und Cratzig) ist ein Ortsteil der Gmina Węgorzyno im Powiat Łobeski in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

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Krasnik Łobeski
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Krasnik Łobeski (Polen)
Krasnik Łobeski (Polen)
Krasnik Łobeski
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Łobeski
Gmina: Gmina Węgorzyno
Fläche: 7,350 km²
Geographische Lage: 53° 35′ N, 15° 32′ O
Höhe: 87 m n.p.m.
Einwohner: 113
Postleitzahl: 73-155
Telefonvorwahl: (+48) 785099
Kfz-Kennzeichen: ZLO
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Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 27 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Resko, neun Kilometer südwestlich des Stadtkerns von Łobez, sechs Kilometer nördlich der Stadt Węgorzyno und 2,5 Kilometer westlich des Dorfs Lesięcin.

Geschichte

Das Gut Kratzig war ehemals ein altes pommersches Lehen der in Hinterpommern alteingeborenen Familie Borcke, das nach dem Ableben des Kommissars Achaz von Borck durch den brüderlichen Erbteilungsvertrag vom 3. März 1716 seinem zweiten Sohn, dem Lieutenant und späteren Obersten Jobst Andreas von Borck zufiel. Dieser hinterließ das Gut seinen beiden Söhnen, dem Kammerdirektor zu Königsberg i. Pr. Friedrich Albert und dem Fähnrich Philipp Christian von Borck, die es eine Zeitlang gemeinschaftlich besaßen, bis sie sich am 4. Dezember 1760 darauf verständigten, dass der Erstere das Gut allein übernahm. Friedrich Albert von Borck verkaufte das Gut am 18. Juli 1780 erblich an den Generalmajor Wilhelm von Krockow.[1] Das Rittergut, das 1786 allodifiziert worden war, verkaufte dieser 1792 für 19.000 Taler erblich dem Lieutenant Franz Friedrich Ernst von Wedel. Es folgten dann weitere Besitzerwechsel, bis das Gut am 6. Oktober 1794 für 28.500 Taler, zuzüglich 100 Taler Gold an Schlüsselgeld, an den Landrat und Direktor des Borckschen Kreises Ernst August Philip von Borcke, auf Kankelfitz, verkauft wurde.[2]

Zwar nennt ihn die Vasallentabelle von 1804 als Besitzer von Kratzig, Lessenthin und Kankelfitz,[3] infolge der durch die französische Invasion des Landes 1806 und die nachfolgende mehrjährige Okkupation eingetretenen wirtschaftlichen Rückschläge sah er sich jedoch bald genötigt, das wertvolle Gut Kratzig wieder aus der Hand zu geben.[2] Es fanden danach mehrere Besitzerwechsel statt, bis das Gut 1861 an den Berliner Kaufmann Theodor Eugen Possart kam.[2] 1884 war das Gut mit einer Stärke- und Sirup-Fabrik sowie einer Zucht ostfriesischer Rinder 1749 Hektar groß,[4] 1892 wurde die Größe des Ritterguts mit einer Branntweinbrennerei und einer Stärkefabrik mit 563 Hektar beziffert.[5] 1896 wird Eugen Possart, Berlin, als Besitzer des Ritterguts Cratzig genannt.[6]

Am 1. April 1927 hatte das Gut Kratzig eine Fläche von 622 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 215 Einwohner.[7]

Um 1939 war Max von Zitzewitz, Rittmeister, Besitzer des Ritterguts.[8]

Die Gemarkung der Landgemeinde Kratzig hatte um 1930 eine Fläche von 8 km². Im Gemeindegebiet, in dem Kratzig die einzige Wohnstätte war, standen insgesamt 28 bewohnte Wohnhäuser.[9]

Familiengruft der Familie Possart (2008)

Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Kratzig zum Kreis Regenwalde im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Kratzig war dem Amtsbezirk Lessenthin angegliedert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Kratzig zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung von Polen. Das Dorf Kratzig wurde unter der polonisierten Ortsbezeichnung ‚Krasnik Łobeski‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Kratzig und dem Kreisgebiet vertrieben.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782adliges Gut mit einem Vorwerk, einer Filialkirche von Kankelfitz und 15 Feuerstellen (Haushaltungen)[1]
1818122Dorf, adlige Besitzung[10][11]
1852202Dorf[12]
1864223am 3. Dezember, im Gutsbezirk und Gemeindebezirk zusammen[13]
1867221am 3. Dezember, davon 78 im Dorf und 143 im Gutsbezirk[14]
1871237am 1. Dezember, davon 74 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 163 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[14]
1885254am 1. Dezember, davon 74 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 180 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[15]
1890255am 1. Dezember, davon 73 in der Landgemeinde und 182 im Gutsbezirk[16]
1910286am 1. Dezember, davon 87 im Dorf und 199 im Gutsbezirk[17]
1925286davon 280 Evangelische und sechs Katholiken[9]
1933260[18]
1939289[18]
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Literatur

  • Kratzig, Dorf und Rittergut, Kreis Regenwalde, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kratzig (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 334, Ziffer 9 (Google Books).
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 753–754 (Google Books).
  • Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 58–59 (Google Books).
Commons: Krasnik Łobeski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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