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Przytoń (Węgorzyno)

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Przytoń (deutsch Klaushagen, früher Claushagen) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Węgorzyno im Powiat Łobeski.

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Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, am Klaushagener See, etwa dreißig Kilometer südsüdöstlich der Stadt Resko, zwölf Kilometer südlich der Stadt Łobez und vier Kilometer östlich der Stadt Węgorzyno.

Dorfkirche (2012), bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Klaushagen
Ehemaliges Gutshaus Klaushagen (2023)

Geschichte

Das Gut Klaushagen war ehemals ein altes pommersches Lehen der in Hinterpommern alteingeborenen Familie Borcke, das um 1782 die Kinder des verstorbenen Majors Richard Wilhelm von Borck, Heinrich Friederich Wilhelm Philipp, Friederica Sophia Louisa Juliana, Carl Otto Helmuth und Johann George Peter Ferdinand von Borck gemeinschaftlich besaßen.[1] Die Vasallen-Tabelle von 1804 nennt den Lieutenant a. D. Carl Otto von Borcke als Besitzer von Klaushagen.[2] 1842 wird der Lieutenant a. D. Heinrich von Borcke als Besitzer des Guts Klaushagen genannt,[3] um 1858 besaßen es die Gebrüder Bernhard und Georg von Borcke.[4] 1871 war Georg Saatz Eigentümer des Ritterguts Klaushagen,[4] dem das 531 Hektar große Gut mit Mahlmühle, Stärkefabrik und Ziegelei auch noch 1884 gehörte[5] und 1892, als die Flächengröße auf 557 Hektar angewachsen war.[6]

Am 1. April 1927 hatte das Gut Klaushagen eine Fläche von 623 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 204 Einwohner.[7] Um 1939 war Elisabeth von Borcke Besitzerin des Ritterguts.[8]

Die Gemarkung der Landgemeinde Klaushagen hatte um 1930 eine Fläche von 13,9 km². Im Gemeindegebiet standen insgesamt 67 bewohnte Wohnhäuser an sechs verschiedenen Wohnstätten:[9]

  1. Fischerhaus
  2. Karlshof
  3. Klaushagen
  4. Kolonie Klaushagen
  5. Neu Gerdshagen b. Wangerin
  6. Vorwerk Idenhof

Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Klaushagen zum Kreis Regenwalde im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Klaushagen war dem Amtsbezirk Lessenthin zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Klaushagen zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung von Polen. Das Dorf Klaushagen wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung ‚Przytoń‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Klaushagen und dem Kreisgebiet vertrieben.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782–adliger Wohnsitz mit einem großen Gut und einem kleinen Gut, letzteres Schliebengut genannt, einer Schäferei, auf der Feldmark dem Vorwerk Idenhof oder Tünkenwerder nebst einer Wassermühle, einer Mutterkirche und 31 Feuerstellen (Haushaltungen)[1]
1818214Dorf mit den Vorwerken Carlshof und Tünkenwerder oder Idenhof, einer Wassermühle und einer Mutterkirche, adlige Besitzung[10][11]
1852417Dorf[12]
1864468am 3. Dezember, im Gemeindebezirk und Gutsbezirk zusammen[13]
1867475am 3. Dezember, davon 178 im Dorf und 297 im Gutsbezirk[14]
1871448am 1. Dezember, davon 206 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 242 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[14]
1885467am 1. Dezember, davon 164 im Dorf (163 Evangelische, ein Katholik) und 303 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[15]
1890474am 1. Dezember, davon 176 im Gemeindebezirk und 298 im Gutsbezirk[16]
1910441am 1. Dezember, davon 170 im Dorf und 271 im Gutsbezirk[17]
1925509darunter 489 Evangelische und ein Katholik[9]
1933484[18]
1939456[18]
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Literatur

  • Klaushagen, Dorf und Rittergut, Kreis Regenwalde, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Klaushagen (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 333, Ziffer 8 (Google Books).
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 697–699 (Google Books).
  • Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 58–69 (Google Books).
Commons: Przytoń – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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