Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk)

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Krasnoflotskoje (russisch Краснофлотское, deutsch Korben, früher Corben) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Selenogradsk im Rajon Selenogradsk.

Schnelle Fakten Geographische Lage ...
Siedlung
Krasnoflotskoje
Korben

Краснофлотское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Selenogradsk
Gegründet 1405
Frühere Namen Curwin (1405),
Corben (nach 1871),
Korben (Bis 1946)
Bevölkerung 303 Einwohner
(Stand: 1. Okt. 2021)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40150
Postleitzahl 238541
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 215 000 047
Geographische Lage
Koordinaten 54° 53′ N, 20° 31′ O
Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Europäisches Russland)
Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Oblast Kaliningrad)
Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad
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Siegelmarke Adl. Dominium Corben

Geographische Lage

Das Dorf liegt im historischen Ostpreußen, etwa neun Kilometer südlich des Ostsee-Badeorts Selenogradsk (Cranz) und 18 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kaliningrad (Königsberg).

Geschichte

Das früher Korben[2] genannte Gutsdorf wurde im Jahre 1405 gegründet[3]. Der Name Curwin/Cuwerin stammt wohl von „Curwis“ = „Ochse“. Um 1450 erhielt das Gut als Sitz der prußischen Familie Kariothe eingeschränkte adlige Rechte. Eigentumsnachfolger war Andreas Gnadkowius, dessen letzter Erbe das Gut an den Oberstleutnant von Klitzing verkaufte.

Im Jahre 1777 wurde das Gut Domäne. Besitzer war der Etatminister und Kanzler Friedrich Alexander von Korff. Letzter Eigentümer war Gutsbesitzer Siebert.

Im Jahre 1874 wurde der Gutsbezirk Korben in den neu errichteten Amtsbezirk Laptau[4] (heute russisch: Muromskoje) eingegliedert. Er gehörte zum Landkreis Fischhausen im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 hatte Korben 108 Einwohner[5].

Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Korben einen Flächeninhalt von 278 Hektar und 95 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 127 Einwohner.[6] Am 1. Januar 1929 verlor Korben seine Eigenständigkeit, als es sich mit Mollehnen (heute russisch: Kaschtanowka) und Trentitten (Saizewo) zur neuen Landgemeinde Trentitten zusammenschloss und nun zudem in den Amtsbezirk Schugsten[7] (Berjosowka) umgegliedert wurde.

Im Jahr 1945 gehörte Korben mit Trentitten zum Kreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Korben mit Trentitten zusammen mit der nördlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion besatzungsrechtlich unter eigene Verwaltung genommen. Der Ort erhielt im Jahr 1947 die russische Bezeichnung Krasnoflotskoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Melnikowski selski Sowet im Rajon Primorsk zugeordnet.[8] Später gelangte der Ort in den Muromski selski Sowet. Von 2005 bis 2015 gehörte Krasnoflotowskoje zur Landgemeinde Kowrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Selenogradsk.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782adliges Gut mit fünf Feuerstellen (Haushaltungen), zum Hauptamt Fischhausen gehörig, im Besitz des Staatsministers und Kanzlers v. Korff befindlich[9]
1818062adliges Gut, zum Kirchspiel Laptau gehörig[10]
1831098adliges Gut mit 951 Morgen altem Land, wozu später noch 731 Morgen Domänenforstland kamen, einschließlich des Abbaus Tirrhaus;[11] nach anderen Angaben Gut mit sechs Häusern und 94 Einwohnern, zum Kirchspiel Laptau gehörig[12]
1852092Gut[13]
1858089Gut mit fünf Häusern und 1092 Morgen Land, sämtlich Evangelische, zum evangelischen Kirchspiel Laptau gehörig[14]
1864096am 3. Dezember, Gutsbezirk mit 1092,56 Morgen Land[15]
1867092am 3. Dezember, Gutsbezirk[16]
1871087am 1. Dezember, Gutsbezirk, sämtlich Evangelische[16]
1885091am 1. Dezember, Gutsbezirk, darunter 90 Evangelische und eine katholische Person[17]
1890112am 1. Dezember, Gutsbezirk[18]
1895089am 2. Dezember, sämtlich Evangelische[19]
1910108am 1. Dezember, Rittergut[20][21]
1925127am 16. Juni, Gutsbezirk[6]
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Ordenshof Reuschenhof

Der Reuschenhof war Verwaltungsmittelpunkt des Kammeramts Natangen war die „curia Nathamgyn“ in der Hochmeister Dietrich von Altenburg 341 vier Urkunden ausstellte. Noch im 14. Jahrhundert bürgerte sich für den Hof der Name Reuschenhof ein, erstmals 1389 belegt. Der Reuschenhof lag am nördlichen Ende von Rosenberg etwa 250 m vom Haff entfernt. Ein dortiges Wohnhaus hieß im Volksmund Reinischenhof. Jedoch wurde auch das Vorwerk Reinischenhof mit dem Ordenshof identifiziert. von 1405 bis 1414 wurden hier Bauarbeiten durchgeführt So wurden 1405 fünf Mark ausgegeben um das Haus zu decken. Der Kämmerer des Hofes war ein Pruße, der seine Leute zu Diensten einteilte und Streitigkeiten schlichtete. Hier befand sich auch der Richtplatz. Man unterschied das Fastengericht, das Sommergericht am Margaretentag und das Herbstgericht zu Martini. Zu diesen Terminen kamen Ordensritter oder sogar der Komtur aus Balga. Nur wenige Kämmerer sind namentlich bekannt, so ein Hennico Liow 364, Erasmus 146, Lircho. Nach dem Ende des Dreizehnjährigen Kriegs wurde der Name zu Reschen Kammeramt. Im Jahr 1493 verlor der Reuschenhof seine Bestimmung und wurde an die Gröbel übertragen.[22]

Kirche

Die Bevölkerung Korbens vor 1945 war überwiegend evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel Laptau (heute russisch: Muromskoje) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Königsberg-Land II innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Krasnoflotskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[23] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Verkehr

Krasnoflotskoje ist zu erreichen über eine Stichstraße, die von Kaschtanowka (Mollehnen) an der russischen Fernstraße A 191 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) direkt in den Ort führt.

Kaschtanowka ist auch die nächste Bahnstation und liegt an der Bahnstrecke Kaliningrad–Selenogradsk–Pionerski (Königsberg–Cranz–Neukuhren).

Persönlichkeiten

Literatur

  • Korben, Rittergut, Landkreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Korben (meyersgaz.org).

Einzelnachweise

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