Kratzheim

Wüstung auf der Gemarkung der Gemeinde Oberstenfeld im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Kratzheim (auch Krazheim) ist eine Wüstung auf der Gemarkung der Gemeinde Oberstenfeld im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg.

Peterskirche (ehemalige Pfarrkirche von Kratzheim)

Lage

Kratzheim lag auf dem Petersberg nördlich von Oberstenfeld, zwischen dem Söhlbach im Westen und der Bottwar im Osten. Zu Kratzheim gehörte die Kratzmühle. Letzter Überrest des Dorfs ist die romanische Peterskirche. Kratzheim gehörte zum Bistum Würzburg, während Oberstenfeld zum Bistum Speyer gehörte.[1]

Geschichte

Vor der fränkischen Landnahme war der Petersberg wahrscheinlich von den Alemannen bewohnt. An der Stelle der Peterskirche wird eine heidnische Kultstätte vermutet. Die Franken errichteten an der Stelle eine schlichte hölzerne Kirche. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde die Holzkirche durch eine steinerne Kirche ersetzt. Um die Kirche herum entstand das kleine Dorf Kratzheim. Es gibt Hinweise darauf, dass an diesem Ort nicht nur der Heilige Simon Petrus verehrt wurde, sondern auch Sankt Pankratius. Nach dem Ortsnamenforscher Lutz Reichardt geht der Name Kratzheim auf diesen Heiligen zurück. Bei der Eindeutschung des Namens ist die lateinische Endung -ius (wie bei Bonifaz, Mamert und Servaz) sowie die erste Silbe weggefallen. Kratzheim bedeutet also Heim des Pankratius. Erstmals und letztmals erwähnt wird das Dorf als Crazhein in einer im Jahre 1247 ausgestellten Urkunde. Mit diesem Schriftstück stellte Papst Innozenz IV. das Damenstift St. Johannes zu Oberstenfeld unter seinen Schutz und bestätigte der Ordensgemeinschaft Besitztümer und Privilegien an verschiedenen Orten. Kratzheim muss noch im 13. Jahrhundert wüst geworden sein, da sich ansonsten keine weiteren Archivalien erhalten haben.

Literatur

  • Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Stadtkreises Stuttgart und des Landkreises Ludwigsburg. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007970-0, S. 91.

Einzelnachweise

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