Kreis Eupen

Landkreis der preußischen Rheinprovinz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Kreis Eupen war ein Landkreis, der von 1816 bis 1920 zur preußischen Rheinprovinz gehörte. Der Kreissitz war in Eupen. Der größte Teil des früheren Kreisgebiets gehörte ab 1920 zum Gouvernement Eupen-Malmedy und seit 1925 im Bezirk Verviers der belgischen Provinz Lüttich.

Weitere Informationen Basisdaten, Lage des Kreises Eupen (1905) ...
Basisdaten
Preußische Provinz Rheinprovinz
Regierungsbezirk Aachen
VerwaltungssitzEupen
Fläche176 km² (1910)
Einwohner26.156 (1910)
Bevölkerungsdichte149 Einw./km² (1910)
Gemeinden9 (1910)
Bestandszeitraum1816–1921
Lage des Kreises Eupen (1905)
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Geschichte

Der Kreis Eupen wurde 1816 im preußischen Regierungsbezirk Aachen aus den acht Bürgermeistereien Eupen, Eynatten, Hergenrath, Kettenis, Lontzen, Preußisch Moresnet, Raeren und Walhorn gebildet.[1] Das Gebiet gehörte ursprünglich zum Herzogtum Limburg und wurde infolge des Wiener Kongresses 1815 preußisch. Heute noch erinnern die alten Belgisch-Preußischen Grenzsteine an den ehemaligen Verlauf der Grenze. Mit der Einführung der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 wurde die Bürgermeisterei Hergenrath in die beiden Gemeinden Hauset und Hergenrath untergliedert. Die übrigen Bürgermeistereien bildeten jeweils eine einzige Gemeinde. Eupen erhielt 1856 die Rheinische Städteordnung. Im Kreis Eupen bestanden damit zuletzt eine Stadt und acht weitere Gemeinden:[2]

Durch den Versailler Vertrag fiel zunächst das gesamte Kreisgebiet am 10. Januar 1920 an Belgien und wurde Teil des heutigen Ostbelgiens.[3] Bis 1925 gehörte das Kreisgebiet zum provisorischen Verwaltungsbezirk Gouvernement Eupen-Malmedy. Der Kreis Eupen wurde zum Ende des Jahres 1921 aufgelöst.[4] In Nachverhandlungen wurden zwischen dem Deutschen Reich und Belgien mehrere Grenzkorrekturen vereinbart. Dadurch kehrten die Ortschaften Bildchen, Lichtenbusch und Sief, die zum Kreis Eupen gehört hatten, ins Deutsche Reich zurück und wurden am 1. November 1922 in die Stadt Aachen eingegliedert.

Während der deutschen Besetzung Belgiens im Zweiten Weltkrieg (Mai 1940 bis 1944/45) wurde das 1919 abgetretene Gebiet vom Deutschen Reich zusammen mit den plattdeutschen Gemeinden, die vor 1920 zu Belgien gehört hatten, annektiert und als Landkreis Eupen wieder dem Regierungsbezirk Aachen zugeschlagen.[2][5]

Einwohnerentwicklung

Der Raum Eupen auf einer Karte aus dem Jahr 1910

Kreis

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
182518.599[6]
185222.630[7]
187125.299[8]
188025.888[8]
189027.132[9]
190026.083[9]
191026.156[9]
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Gemeinden

Die Gemeinden des Kreises Eupen (Stand 1. Dezember 1910):[10]

Weitere Informationen Gemeinde, Einwohner ...
Gemeinde Einwohner
Eupen 13.544
Eynatten 1373
Hauset 944
Hergenrath 1343
Kettenis 1306
Lontzen 2156
Preußisch Moresnet 582
Raeren 3801
Walhorn 1107
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Landräte

Weitere Informationen Amtszeit, Landrat ...
Amtszeit Landrat
1816–1837Bernhard von Scheibler
1837–1849August von Reiman
1849–1866Amand von Harenne
1866Julius The Losen
1866Otto Jaeger (komm.)
1866–1868Robert von der Heydt
1868Julius The Losen
1868–1871Edwin Gülcher
1871–1883Alfred Sternickel
1883–1908Alfred Gülcher
1909–1914Walter The Losen
1914–1916Herbert Rohde
1916–1917Friedrich von Zitzewitz
1917–1920Friedrich von Kesseler
1941–1944Felix Seulen
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Literatur

  • Christian Quix: Beiträge zu einer historisch-topographischen Beschreibung des Kreises Eupen nebst einem Anhange: Die ehem. Herrschaft Mesch. J. A. Mayer, Aachen 1837 (MDZ München [abgerufen am 15. August 2015]).

Einzelnachweise

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