Wikiwand AI

Landkreis Hagen

ehemaliger Kreis im Regierungsbezirk Arnsberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landkreis Hagen (bis 1887 Kreis Hagen) war ein Landkreis im Regierungsbezirk Arnsberg der preußischen Provinz Westfalen. Er umfasste bei seiner Gründung im Wesentlichen das Gebiet des heutigen Ennepe-Ruhr-Kreises sowie der Stadt Hagen.

Schnelle Fakten Basisdaten (Stand 1929) ...
Basisdaten (Stand 1929)
p1
Bestandszeitraum: 1817–1929
Bundesland:Freistaat Preußen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Verwaltungssitz: Hagen
Einwohner: 87.520 (1925)
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Schließen

Geschichte

Der Kreis wurde 1817 nach der Auflösung des napoleonischen Satellitenstaats Großherzogtum Berg (1806–1813) und der sich anschließenden provisorischen Verwaltung durch Preußen im Generalgouvernement Berg (1813–1815) gegründet. Im Wiener Kongress wurde Westfalen als Besitztums Preußen formell bestätigt, das infolgedessen die Provinz Westfalen gründete und dort seine Verwaltungsgliederung einführte. Der Kreis Hagen lag an der westlichen Grenze der Provinz Westfalen und war dem ebenfalls 1816 neu gegründeten Regierungsbezirk Arnsberg unterstellt. Bei einer nachträglichen Korrektur der Kreisgrenzen am 1. Januar 1819 kamen die Bürgermeisterei Sprockhövel aus dem Kreis Bochum sowie die Bürgermeisterei Herdecke aus dem Kreis Dortmund zum Kreis Hagen hinzu.

Der Kreis bestand seitdem aus elf Bürgermeistereien, die alle während der Franzosenzeit im Großherzogtum Berg gegründet worden waren. Dies waren die Bürgermeistereien Boele, Breckerfeld, Enneperstraße, Hagen und Herdecke aus dem Kanton Hagen, Ennepe, Haßlinghausen, Langerfeld, Schwelm und Volmarstein aus dem Kanton Schwelm sowie Sprockhövel aus dem Kanton Hattingen.[1][2]

Im Rahmen der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurden die Bürgermeistereien 1844 in Ämter überführt, wobei die Städte Hagen, Herdecke und Schwelm amtsfrei blieben.[3] Der Kreis umfasste seit dieser Zeit zunächst elf Ämter und insgesamt 45 Gemeinden:

Am 1. Mai 1867 wurde die Gemeinde Mylinghausen in Gevelsberg umbenannt.[4][5] Voerde bildete 1868 ein eigenes Amt und Haspe wurde 1873 amtsfreie Stadt.[6][7] 1876 wurden Eilpe und Wehringhausen nach Hagen eingemeindet. Die übrigen Gemeinden des Amtes bildeten mit den Gemeinden des Amtes Boele seitdem das Amt Boele-Hagen. 1878 wurde die Landgemeinde Schwelm mit der Stadt Schwelm zusammengeschlossen. 1881 wurde das Amt Herdecke in Amt Wetter umbenannt und 1884 wechselte Vorhalle aus dem Amt Enneperstraße ins Amt Boele-Hagen. Gevelsberg wurde 1886 amtsfrei.

Am 1. April 1887 kam es im Raum Hagen zu einer umfangreichen Gebietsreform. Die Stadt Hagen schied aus dem Kreis aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Gleichzeitig schieden Gevelsberg und Schwelm sowie die Ämter Ennepe, Haßlinghausen, Langerfeld, Sprockhövel und Voerde aus dem Kreis aus und bildeten fortan den Kreis Schwelm. Der Kreis Hagen hieß seitdem Landkreis Hagen.

Die Gemeinde Waldbauer wechselte 1891 aus dem Amt Enneperstraße ins Amt Breckerfeld.[8]

Die Gemeinde Bommern bildete seit 1895 ein eigenes Amt.[7] Westerbauer wurde 1898 nach Haspe eingemeindet, womit das Amt Enneperstraße erlosch.[9] 1899 wurden Stadt und Landgemeinde Breckerfeld zusammengeschlossen. 1901 wurden Delstern, Eckesey und Eppenhausen nach Hagen eingemeindet. Das Amt Boele-Hagen hieß seitdem Amt Boele. Der Landkreis Hagen umfasste nun fünf Ämter und insgesamt 21 Gemeinden:

Weitere Informationen Verwaltungsgliederung ab 1901, Amt ...
Verwaltungsgliederung ab 1901
AmtGemeinden
BoeleBoele, Fley, Halden, Herbeck, Holthausen und Vorhalle
BommernBommern
BreckerfeldBreckerfeld, Dahl und Waldbauer
WetterEnde und Wetter
VolmarsteinAsbeck, Berge, Esborn, Grundschöttel, Silschede, Volmarstein und Wengern
amtsfreiHaspe, Herdecke
Schließen

Die Stadt Wetter schied 1910 aus dem Amt Wetter aus und wurde amtsfrei. Die Gemeinde Ende bildete fortan das Amt Ende zu Wetter. 1920 schied Vorhalle aus dem Amt Boele aus und bildete ein eigenes Amt.[9] Zum 1. August 1929 wurde der Landkreis Hagen durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets aufgelöst. Boele, Fley, Halden, Haspe, Herbeck, Holthausen und Vorhalle wurden nach Hagen eingemeindet, Bommern wurde nach Witten eingemeindet und alle anderen Gemeinden kamen zum neu gegründeten Ennepe-Ruhr-Kreis.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr Einwohner[10][2][11][12]
1819039.360
1832051.920
1880125.182
01890 1061.651
1900077.764
1910078.819
1925087.520
Schließen
1 
Zahlen nach 1887 ohne seitdem kreisfreie Stadt Hagen

Landräte

Commons: Landkreis Hagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur über Landkreis Hagen in der Nordrhein-Westfälischen Bibliographie
  • Bericht über die Verwaltung und den Stand der Kreis-Kommunal-Angelegenheiten des Landkreises Hagen für das Jahr 1898
  • Landkreis Hagen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Mai 2011;.
  • Kreis Hagen (Westfalen) – GenWiki

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks