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Kristian Humbsch

deutscher Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Kristian Humbsch (* 9. April 1942 in Kamenz; † 24. Januar 2026 in Schwedt/Oder) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben

Kristian Humbsch wurde als Sohn eines Kaufmanns in Kamenz geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung zum Chemiearbeiter, studierte an der Pädagogischen Hochschule Dresden und wurde Lehrer.[1] Er lebte in der Uckermark in Schwedt/Oder.[2] Ab 1982 arbeitete er als freiberuflicher Autor.[3] Er war Mitglied im Schriftstellerverband der DDR.[4] In literarischen Zirkeln übernahm er auch die Nachwuchsarbeit. Der Schriftsteller Bernd Hesse bezeichnet ihn als seinen wichtigsten literarischen Mentor.[5] Humbschs Veröffentlichungen umfassen hauptsächlich Bücher zum Genre der Kinder- und Jugendliteratur.[6]

Er forschte zum jüdischen Leben in der Uckermark, initiierte dort die Einbringung von Stolpersteinen zur Erinnerung an deportierte und ermordete jüdische Familien und fand die Mikwe, das rituelle Tauchbad, sowie das Wohnhaus des Synagogendieners, die unter seiner Leitung von Mitgliedern der Gesellschaft für Denkmalpflege des Kulturbunds zunächst gegen die Widerstände der Stadtverwaltung von Schutt beräumt wurden,[7] bevor die Stadt Schwedt später das Objekt übernahm und sanierte.[8]

Ein weiteres Betätigungsfeld seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger waren Glasmarken. Seine Sammlerobjekte sind auf der digitalen Museumsseite Brandenburg zu sehen.[9] Zu Glashütten und Glasmarken verfasste er mehrere Sachbücher.

Im Heimatbuchverlag Brandenburg erschien 2022 der erste Teil der Trilogie mit dem Titel Lehmkulli.[10][11][12]

Den letzten Band der Trilogie stellte er kurz vor seinem Tod fertig. Henry-Martin Klemt bemerkte in seiner zur Person und dem Werk Humbschs kenntnisreichen und wohlwollenden Buchbesprechung:

Den letzten Teil der Trilogie erzählt er zeitweise im Stakkato, als hätte er Angst, nicht mehr zum Ende zu kommen. Mit Lehmkulli schickt er seine eigenen Hoffnungen, Träume, Wandlungen und Beharrlichkeiten noch einmal auf eine Lebensreise.[13]

Kristian Humbsch verstarb am 24. Januar 2026 in Schwedt/Oder.[13][5]

Schriften (Auswahl)

  • Lockvögel. Mit Illustrationen von Gerhard Goßmann, Kinderbuchverlag, 2. Auflage, Berlin 1976.
  • Piepenhagen. Ein Schwedter Original. Mit Illustrationen von Uta Vogel, Rat der Stadt Schwedt, Abteilung Kultur (Hrsg.), Schwedt/Oder 1988.
  • Ellis und die Insel. Mit Illustrationen von Ralf Alex Fichtner, Verlag Neues Leben, 3. Auflage, Berlin 1989, ISBN 3-355-00875-3.
  • Christliche und magisch-okkulte Symbole auf Glasmarken. Verlag Lenover, Neustrelitz 1998, ISBN 3-930164-51-5.
  • Glasmarken der beiden Grossherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Verlag Lenover, Neustrelitz 2001, ISBN 3-930164-68-X.
  • Das Glasmarken-ABC. kolme k-Verlag, Gifhorn 2006, ISBN 978-3-939386-22-3.
  • Alte Glashütten in Polen. Studien zur Produktionsgeschichte und den Markungen unter besonderer Berücksichtigung Pommerns, Schlesiens und Ostbrandenburgs. kolme k-Verlag, Gifhorn 2006, ISBN 978-3-939386-13-1.
  • Vom Adelswappen zur Zunftmarke. Ein Kapitel europäischer Kulturgeschichte im Abbild ihrer Glasmarken. kolme k-Verlag, Gifhorn 2006, ISBN 978-3-939386-15-5.
  • Lehmkulli. Trilogie, Teil 1, Heimatbuchverlag Brandenburg, Potsdam 2022, ISBN 978-3-9815521-5-7.
  • Niklas und der Karren. Verlagshaus Schlosser, Pliening 2023, ISBN 978-3-96200-754-6.
  • Die Nacht vor der Felsnadel und andere Kurz-Krimis. Verlagshaus Schlosser, Pliening 2024, ISBN 978-3-7581-0011-6.
  • Duell im Tribunal. Verlagshaus Schlosser, Pliening 2025, ISBN 978-3-7581-0084-0.

Literatur

  • Joseph Kürschner (gegründet von): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 1988. Jahrgang 60, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1988, ISBN 3110109018, S. 523.
  • Rüdiger Steinlein, Heidi Strobel, Thomas Kramer: Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur: SBZ/DDR. Von 1945 bis 1990. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-476-00216-7, S. 1125–1126 (google.com [abgerufen am 19. Dezember 2022] Mit den biographischen Daten zu Humbsch, seiner ersten größeren Veröffentlichung „Lockvögel“ mit Zeichnungen des bekannten Illustrators Goßmann sowie einer inhaltlichen und wertenden Darstellung des ins 13. Jahrhundert nach Venedig führenden Buches.).
  • Reiner Wild: Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-476-00038-5, S. 425 (google.com [abgerufen am 19. Dezember 2022] Zu Humbsch S. 425.).

Einzelnachweise

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