Kristin Neff

amerikanische Psychologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Karriere

Kristin Neff erwarb 1988 einen Bachelor-Abschluss in Kommunikationswissenschaft an der University of California, Los Angeles, und 1992 einen Master-Abschluss in pädagogischer Psychologie (menschliche Entwicklung) an der University of California, Berkeley. Dort promovierte sie 1997 zum Thema „Moralische Entwicklung“.[1][3] Anschließend absolvierte sie ein zweijähriges Postdoktorat an der University of Denver, wo sie sich mit der Entwicklung des Selbstkonzepts befasste.[1] Von 1999 bis 2006 war sie Assistenzprofessorin für pädagogische Psychologie an der University of Texas at Austin. Seit 2006 ist sie dort außerordentliche Professorin.[3]

Neff lebt mit ihrem Ehemann und Sohn in Texas.[4]

Forschung

Selbstmitgefühl und Self-Compassion Scale

Kristin Neff wird zugeschrieben, als erste das buddhistische Konzept des Selbstmitgefühls psychologisch erforscht zu haben.[4] Neff definierte Selbstmitgefühl (Self-Compassion) in der Psychologie als mehrdimensionales Konstrukt (u. a. Selbstfreundlichkeit, geteilte Menschlichkeit und Achtsamkeit) und entwickelte darauf aufbauend die Self-Compassion Scale (SCS), deren Entwicklung und Validierung 2003 in der Fachzeitschrift Self and Identity veröffentlicht wurde.[5] Die Publikation wurde mehr als 11.000 mal zitiert.[6]

Mindful Self-Compassion

Gemeinsam mit dem klinischen Psychologen Christopher K. Germer entwickelte Neff das Trainingsprogramm Mindful Self-Compassion (MSC). Die Wirksamkeit wurde u. a. in einer Pilotstudie und einer randomisiert-kontrollierten Studie untersucht. Die zugehörige Publikation erschien 2013 im Journal of Clinical Psychology.[7] Gemeinsam mit Germer begründete sie das gemeinnützige Center for Mindful Self-Compassion, das durch Forschung, Kurse und Trainings die Praxis der achtsamen Selbstmitgefühl-Methoden vermittelt.[8]

Rezeption und Diskussion

In populärwissenschaftlichen Darstellungen wird Neff häufig als zentrale Forscherin der empirischen Selbstmitgefühlsforschung beschrieben.[9] In der wissenschaftlichen Debatte wird insbesondere die faktorielle Struktur und Interpretation der SCS diskutiert; Übersichts- und Diskussionsbeiträge thematisieren dabei sowohl Stärken als auch methodische Einwände gegen die Skala als Gesamtindex für Selbstmitgefühl.[10]

Publikationen (Auswahl)

  • mit Christopher Germer: Selbstmitgefühl – Das Übungsbuch: Ein bewährter Weg zu Selbstakzeptanz, innerer Stärke und Freundschaft mit sich selbst. Arbor Verlag, Freiburg 2019, ISBN 978-3-86781-318-1 (englisch: The Mindful Self-Compassion Workbook: A Proven Way to Accept Yourself, Build Inner Strength, and Thrive. 2018. Übersetzt von Nadine Helm, Annett Zupke).
  • mit Christopher Germer: Achtsames Selbstmitgefühl unterrichten: Das Handbuch für die professionelle Arbeit. Arbor Verlag, Freiburg 2021, ISBN 978-3-86781-238-2 (englisch: Teaching the Mindful Self-Compassion Program. A Guide for Professionals. 2019. Übersetzt von Christine Bendner).
  • Selbstmitgefühl – Schritt für Schritt. Arbor Verlag, Freiburg 2022, ISBN 978-3-86781-399-0 (englisch: Self-Compassion Step by Step. 2011. Übersetzt von Mike Kauschke).
  • Kraftvolles Selbstmitgefühl für Frauen: Klar für sich selbst einstehen, engagiert handeln und Erfüllung finden. Kailash Verlag, München 2022, ISBN 978-3-424-63226-2 (englisch: Fierce Self-Compassion. 2022. Übersetzt von Heide Lutosch).
  • mit Christopher Germer: Achtsames Selbstmitgefühl bei Stress und Burnout: Wege, sich von Stress und Erschöpfung zu befreien und neue Ressourcen aufzubauen. Arbor Verlag, Freiburg 2025, ISBN 978-3-86781-428-7 (englisch: Mindful Self-compassion for Burnout: Tools to Help You Heal and Recharge When You're Wrung Out by Stress. 2024. Übersetzt von Nadine Helm).

Einzelnachweise

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