Kubavireo

Art der Gattung Vireos (Vireonidae) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Kubavireo, auch Gundlachvireo, (Vireo gundlachii) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Kubavireo

Kubavireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: Kubavireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo gundlachii
Lembeye, 1850
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Verbreitungsgebiet des Kubavireos

Der Vogel ist endemisch in Kuba einschließlich der Isla de la Juventud und angrenzender Inseln.

Mitunter wurde die Art als konspezifisch mit dem Weißaugenvireo (Vireo griseus) angesehen.[3]

Der Lebensraum umfasst Wälder, Waldränder, Dickicht und Gebüsch im Tiefland, aber auch auf Hügeln und Bergausläufern.[3]

Der Artzusatz bezieht sich auf Juan Gundlach.[4]

Merkmale

Die Art ist 13 cm groß und wiegt zwischen 11 und 15 g. Kopfkappe, Ohrdecken und Rücken sind matt olivgrau, ein gelber oder cremeweißer Fleck zieht von den Zügel hinter das Auge, zwischen Basis des Unterschnabels und den Ohrdecken findet sich ein gräulich gelbes Areal. Die Flügel sind kurz und gerundet. Die Hand- und Armschwingen sind bräunlich grau mit blass gelblichen Rändern an den Außenfahnen. Die Flügeldecken sind bräunlich grau mit weißlichen oder hellgrauen Spitzen, die zwei schmale Flügelbinden bilden. Die Steuerfedern sind matt bräunlich grau. Kehle und Brust sind matt gelblich, am Bauch blasser und an den Flanken grauer werdend. Die Unterschwanzdecken sind gelbgrau bis gelblich. Die Iris ist braun oder rötlich braun, der hornfarbene Schnabel an der Oberseite graubraun, am Unterschnabel heller, die Beine sind bleigrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind matter gefärbt.[5]

Der als Sommerbesucher auf der Insel auftauchende Bartvireo (Vireo altiloquus) kann leicht durch die Lautäußerungen und das Gefieder unterschieden werden. Der Kubavireo zeigt ein großes Auge, keinen Augenstrich, hat aber angedeutete Flügelbinden, cremefarbene Zügel und einen halbmondartigen Fleck hinter dem Auge.[3]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[3][6][7]

  • Vireo gundlachii magnus Garrido, 1971[8], – Insel Cayo Cantiles (östlich der Isla de la Juventud), größer, längere Flügel und längerer Schwanz, weniger olivfarbener Rücken, blasser gelbe Unterseite
  • Vireo gundlachii sanfelipensis Garrido, 1973[9], – Insel Cayo Real (westlich der Isla de la Juventud), blasser als Nominatform, besonders an Kinn und Kehle, die weißlich, nicht gelb ist
  • Vireo gundlachii gundlachii Lembeye, 1850, Nominatform, – Kuba (außer des Südostens) und Isla de la Juventud
  • Vireo gundlachii orientalis Todd, 1916[10], – Südosten Kubas (östlich der Provinz Camagüey), deutlich grauer, blass gelbe Unterseite

Von Avibase[1] und der Clements Checklist of Birds of the World[11] wird die Art als monotypisch angesehen, da die Unterschiede nicht sehr ausgeprägt sind.[3]

Stimme

Die Lautäußerungen werden als lautes, sehr variables Pfeifen „chuee-chuee“ oder „see-ree-ri-do“ beschrieben, hinzu kann eine schnelle abfallende Folge von „chi“-Lauten kommen, während der Balz auch ein schnelles wiederholtes „wheet“.[3]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Früchten, die vorwiegend in geringer Vegetationshöhe gesucht werden, meist paarweise, oft auch im Gemischten Jagdgemeinschaften besonders zusammen mit Gelbkopf-Kubasänger (Teretistris fernandinae) oder Gelbbrust-Kubasänger (Teretistris fornsi). Die Art bewegt sich eher träge, fliegt keine längeren Strecken. Die Brutzeit liegt zwischen März und August, hauptsächlich zwischen April und Juni. Das gut versteckte Nest ist ein Hängebecher aus Fasern, Gras, Moosen, Pferdehaaren und kleinen Feder in eine kleine Astgabel gehängt. Das Gelege besteht aus 3 weißen Eiern mit kleinen braunen oder purpurfarbenen Flecken am stumpfen Ende.[3]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[12]

Literatur

  • J. Lembeye: Vireo gundlachii. In: Aves de la Isla de Cuba, S. 29, 1850, Biodiversity Library
  • C. B. Cory: In Cuba with Dr. Gundlach. In: The Auk, Band 9, Nummer 3, 1892, S. 271–273, , abgerufen am 15. Oktober 2025
Commons: Kubavireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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