Kuehn Malvezzi

Architekturbüro in Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Kuehn Malvezzi ist ein deutsches Architekturbüro, das 2001 von Johannes Kühn, Wilfried Kühn und Simona Malvezzi in Berlin gegründet wurde.

Außenbereich der Berlinischen Galerie

Geschichte

Geschäftshaus 52HI in Köln

Nach der Gründung 2001 gehörten die Räume der Documenta 11 in Kassel zu einem der ersten Aufträge.[1] Es folgten unter anderem 2004 der Erweiterungsbau des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart für die Friedrich Christian Flick Collection in Berlin[2], 2007 die Julia Stoschek Collection in Düsseldorf[3] und 2012 die Erweiterung des Museum Berggruen in Berlin.[4] Besondere Aufmerksamkeit erlangte 2008 der Beitrag zum Wettbewerb des Humboldt Forums in Berlin. Die kritische Auseinandersetzung des Büros mit dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses wurde mit dem Sonderpreis der Jury[5] sowie dem Deutschen Kritikerpreis in der Kategorie Architektur ausgezeichnet.

Daneben war Kuehn Malvezzi für die architektonische Gestaltung der Neupräsentation verschiedener historischer und zeitgenössischer Sammlungen verantwortlich, darunter das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig[6] und das Kunstgewerbemuseum Berlin.[7]

Neben Museen entwirft Kuehn Malvezzi aber auch andere öffentliche Bauten, so etwa das interreligiöse House of One in Berlin.[8] Auf den historischen Grundmauern der frühesten Kirche Berlins am Petriplatz werden derzeit unter einem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee errichtet. In Botanischen Garten von Montreal entsteht das Insektariums nach Kuehn Malvezzis Plänen.[9]

Kuehn Malvezzi nahm an zahlreichen Biennalen teil, unter anderem der Architekturbiennale Venedig[10], der Manifesta 7 in Trient[11] sowie der 1. Architekturbiennale in Chicago 2015.[12]

Partner

Simona Malvezzi (* 1966 in Mailand) studierte von 1987 bis 1994 Architektur am Polytechnikum Mailand.[13] 2018/2019 hatte sie Gastprofessuren an der Harvard Graduate School of Design, dem Polytechnikum Mailand und dem Politecnico di Torino inne. 2022 war sie Gastprofessorin für kuratorische Studien und visuelle Kunst an der Nuova Accademia di Belle Arti in Mailand.[14]

Wilfried Florian Kühn (* 1967 in Hamburg)[15] studierte von 1986 bis 1995 Architektur am Polytechnikum Mailand und der Universität Lissabon.[16] Von 2006 bis 2012 hatte er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe inne. Von 2017 bis 2021 leitete er das Forschungsprojekt „Curatorial Design: A space between“ am IZK Institut für Zeitgenössische Kunst der TU Graz. Seit 2018 lehrt er als Professor für Raumgestaltung und Entwerfen an der TU Wien, wo er zudem Vorsitzender des Fachbereichs für Raumgestaltung und Entwerfen ist. 2019 übernahm er eine Gastprofessur an der Harvard Graduate School of Design. Er ist auch als Kurator transdisziplinärer Ausstellungen und Herausgeber tätig.[17]

Johannes Kühn (* 1969),[18] der Bruder von Wilfried Kühn,[19] studierte Architektur an der TU Berlin und der Universität Porto. Er lehrte als Gastdozent an der Universität Girona und der École Nationale Supérieure d’Architecture de Versailles sowie als Gastprofessor an der RWTH Aachen. Seit 2016 ist er Professor für Baukonstruktion und Entwerfen an der Bauhaus-Universität Weimar.[20]

Projekte (Auswahl)

Ausstellungsarchitektur (Auswahl)

Wettbewerbserfolge und Auszeichnungen (Auswahl)

Publikationen (Auswahl)

  • Ein Jüdischer Garten in den Gärten der Welt Berlin, Berlin 2022, ISBN 978-3-86859-701-1.[101]
  • Bauakademie Berlin, Raumgestaltung und Entwerfen TU Wien, Jovis Verlag Berlin 2021, ISBN 978-3-86859-701-1.[102]
  • Saarlandmuseum – Moderne Galerie. Die Erweiterung / The Extension. Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarbrücken 2017, ISBN 978-3-932036-85-9.
  • Kuehn Malvezzi. Mousse Publishing, Milano 2013, ISBN 978-88-6749-039-4.
  • Typen. Ein Raumatlas. (Sonderausgabe Displayer). Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis. Karlsruhe 2012, ISBN 978-3-930194-12-4.
  • Displayer 03 HfG Karlsruhe, Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis. Karlsruhe 2009, ISBN 978-3-930194-09-4.
  • Candida Hoefer. Kuehn Malvezzi. Verlag Walther König, Köln 2009, ISBN 978-3-86560-637-2.
  • Displayer 02 HfG Karlsruhe, Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis. Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-930194-07-0.
  • Kuehn Malvezzi. Ausstellungskatalog Aedes West. Landesmuseum Berlinische Galerie, Berlin 2005, ISBN 3-937093-48-6.
  • Michael S. Riedel: Kuehn Malvezzi, Ausstellungskatalog, Aedes West, Landesmuseum Berlinische Galerie Berlin. Revolver-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-86588-111-4.
  • Behles & Jochimsen, Oda Paelmke, Tobias Engelschall, Jessen + Vollenweider, Kuehn Malvezzi: Berlin shrink to fit. Ausstellungskatalog, Revolver, Frankfurt 2005, ISBN 3-86588-216-1.
  • Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof. Kuehn Malvezzi a Space for Contemporary Art. Junius Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-88506-552-5.
Commons: Kuehn Malvezzi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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