Liste kugelförmiger Bauwerke

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Die Liste kugelförmiger Bauwerke umfasst Bauwerke und Entwürfe in der Kubatur einer Kugel, die umgangssprachlich oft als Kugelhaus bezeichnet werden. Bei den realisierten Projekten handelt es sich nicht um volle Kugeln, sondern um kugelförmige Gebäudehüllen mit einem kreisförmigen Grundriss und gegebenenfalls weiteren horizontalen Geschossebenen. Hochdruckgasbehälter werden oft als kugelförmiges Bauwerk realisiert.

Zur Diskussion
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Abgrenzung

Halbkugelförmige Bauwerke werden als Kuppelbauten bezeichnet. Kugelförmige Strukturen wie die Biosphère im Montreal von Buckminster Fuller werden als Geodätische Kuppel bezeichnet.

Große kugelförmige Gebäude auf der Welt

Nachstehend eine unverbindliche tabellarische Aufstellung bekannter großer kugelförmiger Gebäude auf der Welt, ohne Anspruch auf Vollzähligkeit.

Weitere Informationen Bezeichnung, Abbildung ...
Bezeichnung Abbildung Durchmesser % Kugel Standort Fertigstellung Verlust Rekordhalter


Avicii Arena (Globen) 110,40 m 77.2 % Stockholm, Schweden 19. Februar 1989 19. Februar 1989 – heute
Kazakhstan Pavilion and Science Museum (Nur Alem) 80 m 100 % Astana, Kasachstan 10. Juni 2017
Biosphère Montreal 76 m 81.6 % Montreal, Kanada 27. April 1967 20. Mai 1976 (Feuer) 27. April 1967 – 20. Mai 1976
1995 (neu aufgebaut)
Perisphere (New York)[A 1] 54,9 m 100 % Queens (New York), USA 13. August 1938 Dezember 1941 13. August 1938 – Dezember 1941
Epcot-Kugel 50,3 m 100 % Orlando (Florida), USA 1. Oktober 1982 1. Oktober 1982 – 19. Februar 1989
Oriental Pearl Tower 50 m 100 % Shanghai, China 1994
La Géode 36 m 86.1 % Paris, Frankreich 6. Mai 1985
Nagoya City Science Museum[A 2] 35 m 100 % Präfektur Nagano, Japan 3. November 1962 20. Mai 1976 – 1. Oktober 1982
3. November 1962 – 27. April 1967
Berliner Fernsehturm 32 m 100 % Berlin, Deutschland 3. Oktober 1969[1]
Apple Marina Bay Sands[A 3]

30 m ~56.7 % Marina Bay Sands, Singapur 10. September 2020
Kugelmugel 8 m ~100 % Katzelsdorf, Österreich (ursprünglich)
Wurstelprater, Wien (heutzutage)
1971
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Entwürfe und Konzepte

Claude-Nicolas Ledoux Haus des Gärtners, Entwurf 1789

Ausgeführte Bauwerke

  • 1928 wurde im Rahmen einer Jahresschau in Dresden das „erste Kugelhaus der Welt“ auf dem Städtischen Ausstellungsgelände am Großen Garten erbaut. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Kugelhaus als „undeutsch“ angesehen und 1938 abgerissen.[4][5][6]
  • Wenig später wurde in Cleveland, Ohio (USA), das Cunningham Sanitarium als zweites Kugelhaus der Welt errichtet. Es war ein fensterloses Sanatoriumsgebäude.[7]
  • Johann Wilhelm Ludowici (1896–1983) entwarf in den 1950er Jahren ebenfalls Kugelhäuser.[8] Ein Exemplar ist im Ziegeleimuseum in Jockgrim zu sehen. Es hat einen Durchmesser von 4,50 Metern und war für einen Zweipersonenhaushalt vorgesehen. Außer Flur, Küche und Bad besaß es nur einen größeren Wohn-Schlafraum. Ein weiterer zeitgleicher Prototyp von Ludowici steht in Neupotz.
  • 1958 wurde in Brüssel, Belgien anlässlich der Weltausstellung das Atomium errichtet, eine Konstruktion aus neun metallisch glänzenden und teilweise begehbaren Kugeln (Restaurant, Souvenirshop) von je 18 Metern Durchmesser, die der Kristallstruktur von Eisen nachempfunden sind. Architekt war André Waterkeyn, erbaut wurde es als Symbol für das Atomzeitalter.
  • 1959–1961 wurden die Isothermischen Kugellabore in Berlin errichtet.
  • 1968 wurde in Auroville in Indien mit dem Bau des sogenannten Matrimandir begonnen. Das Gebäude wurde 2008 fertiggestellt.
  • 1969 wurde die weithin sichtbare kugelförmige Sternwarte des Forschungsinstituts „Manfred von Ardenne“ in Stahlkonstruktion nach Plänen von J. Bauer errichtet.[9]
  • 1976 rief der Künstler Edwin Lipburger die Republik Kugelmugel aus, die ausschließlich aus einem Kugelhaus von acht Metern Durchmesser besteht. Es handelt sich dabei um eine vollständige Kugel.
  • Die Kugelhausidee des spanischen Architekturbüros Rinaldo besteht aus zusammengesetzten Kugeln, verschiedener Durchmesser und Höhen, mit einem innenliegenden Gartenatrium. Bei unterschiedlichen Projekten sind auch erdüberdeckte, ökologische und autarke Kugelhäuser Bestandteil.
  • 1982 wurde im EPCOT in Orlando das Spaceship Earth eröffnet, eine achtzehn Stockwerke hohe geodätische Kugelstruktur, die auch eine gleichnamige Dark-Ride-Attraktion beherbergt, und die Geschichte der Kommunikation darstellt.
  • 1984 wurde die Siedlung Bolwoningen (Ball-Häuser) in einem Wohngebiet in ’s-Hertogenbosch in den Niederlanden mit fünfzig sphärischen Kugelhäusern nach Entwürfen von Dries Kreijkamp errichtet.
  • 1989 wurde das bis dahin größte sphärische Gebäude der Welt eingeweiht, die Globenarena (2021 in Avicii Arena umbenannt), eine Veranstaltungshalle in Stockholm, Schweden. Sie hat einen Durchmesser von 110 Metern und eine Höhe von 85 Metern.
  • Am westlichen Rand der schweizerischen Gemeinde Meyrin befindet sich im Bereich vom Besucherzentrum des CERN ein Kugelhausbau, dessen tragende Konstruktion und Außenhaut aus Holzelementen gestaltet ist. Es wurde erstmals auf der Schweizerischen Landesausstellung 2002 gezeigt, obwohl sein Baumaterial bereits eine Vorgeschichte aufzuweisen hatte. Das Bauwerk trägt den Namen Globe of Science and Innovation.
  • 2003 entstand das Eingangsgebäude des earthDATAsafe der Kapsch AG bei Kapfenberg (Steiermark, Österreich), an der S 6.
  • Im Jahr 2005 wurde das Glaskugelhaus Dresden fertiggestellt.[3]
  • 2020 wurde in Leipzig ein kugelförmiger Baukörper aus Beton und Glas nach einem Entwurf des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer, die Niemeyer-Kugel, auf eine Industriehalle aus Backstein-Mauerwerk aufgesetzt.
  • Im Jahr 2023 wurde The Sphere bei Las Vegas fertiggestellt. Das Entertainment-Gebäude hat nur eine runde Außenhülle und konnte daher den im Jahr 1989 gebauten Globen (bzw. heute Avicii Arena genannt) als größtes kugelförmiges Bauwerk der Welt nicht ablösen.

Siehe auch

Commons: Kugelförmige Gebäude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Eine mögliche Grundlage ist bei en:Trylon and Perisphere zu finden.
  2. Eine mögliche Grundlage ist bei en:Nagoya City Science Museum zu finden.
  3. Eine mögliche Grundlage ist in der Liste en:List of largest spherical buildings bei der Zeile für Apple Marina Bay Sands zu finden.

Einzelnachweise

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