Kugeltalus

sehr seltene angeborene Fehlbildung des oberen Sprunggelenkes From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Kugeltalus, englisch Congenital ball-and-socket ankle joint, ist eine sehr seltene angeborene Fehlbildung des oberen Sprunggelenkes mit kuppelartiger Verformung des Talus und gebogener Form der Gelenkfläche der Tibia.[1]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q66.8 Sonstige angeborene Deformitäten der Füße
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Kugeltalus im Röntgenbild

Verbreitung

Es handelt sich um eine sehr seltene Fehlbildung, eine Assoziation mit einer tarsalen Koalition, anderen Fußfehlbildungen oder Beinverkürzungen (Hemimelie) sind nicht selten.[2]

Ursache

Bei Vorliegen weiterer Fehlbildungen im Sprunggelenk, insbesondere einer tarsalen Koalition ist die abnormale Konfiguration des oberen Sprunggelenkes als Anpassungsphänomen anzusehen. Ansonsten ist die Ursache und der Entstehungsmechanismus unklar.[1][3]

Andere Autoren vertreten die Ansicht, die Kugelform sei stets Folge einer Fehlbildung.[4][5]

Bei Kindern mit Meningomyelozele kann es zu einer erworbenen Form eines Kugeltalus kommen.[5]

Klinische Erscheinungen

Der Kugeltalus verändert die Gelenkmechanik von Scharniergelenk in Richtung Kugelgelenk, macht keine Beschwerden, jedoch kann es häufiger zu einem Supinationstrauma kommen.[1]

Diagnostik

Diagnostische Kriterien im Röntgenbild sind:

  • fehlende tafelartige leicht konkave Trochlea tali (Sprungbeinrolle)
  • konvexe, bogig-gerundete Trochlea
  • der Trochleaform angepasste atypische Konfiguration der Sprunggelenksgabel.[1]

Differentialdiagnostik

Ein Kugeltalus kann ein Hinweis auf eine Talokalkaneale Koalition sein.[6]

Therapie

Eine kausale Therapie ist nicht bekannt. Treten erhebliche Schmerzen meist infolge einer Arthrose auf, kann eventuell eine Arthrodese infrage kommen.[1]

Geschichte

Diese seltene Fehlbildung ist bereits 1931 bzw. 1933 beschrieben worden.[7][8] Der erste Bericht im englischsprachigen Raum stammt von Douglas Lamb aus dem Jahre 1958.[9]

Literatur

  • J. S. Lewis, J. K. DeOrio: The adult ball-and-socket ankle joint: surgical management of late ankle and subtalar arthritis. In: Foot & ankle specialist, April 2015, Band 8, Nr. 2, S. 112–118; doi:10.1177/1938640014548321, PMID 25205679.
  • P. M. Stevens, S. Aoki, P. Olson: Ball-and-socket ankle. In: Journal of pediatric orthopedics, Juli–August 2006, Band 26, Nr. 4, S. 427–431; doi:10.1097/01.bpo.0000217713.80233.c5, PMID 16791056.
  • D. Bettin, A. Karbowski, L. Schwering: Congenital ball-and-socket anomaly of the ankle. In: Journal of pediatric orthopedics, Juli–August 1996, Band 16, Nr. 4, S. 492–496, PMID 8784704.
  • M. Steingard, E. Percy: The ball-and-socket ankle: a case history and literature review. In: Foot & ankle international, Mai 1995, Band 16, Nr. 5, S. 302–305, PMID 7633589 (Review).
  • Y. Takakura, S. Tamai, K. Masuhara: Genesis of the ball-and-socket ankle. In: The Journal of bone and joint surgery. British volume, November 1986, Band 68, Nr. 5, S. 834–837, PMID 3782257.

Einzelnachweise

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