Kuhrud

Gebirgszug im Iran From Wikipedia, the free encyclopedia

Kuhrud oder das Kuhrud-Gebirge (persisch کوههای کوهرود, DMG Kūhhā-ye Kūhrūd) gehört zu den größeren Gebirgszügen in Iran. Es ist etwa 1000 km lang und erreicht mit einigen Gipfeln Höhen über 4000 Meter.

Schnelle Fakten
Kuhrud
Topografie Irans. Das Kuhrud-Gebirge verläuft durch die Landesmitte (parallel zum Zagros) am Rande der großen Wüsten
Topografie Irans. Das Kuhrud-Gebirge verläuft durch die Landesmitte (parallel zum Zagros) am Rande der großen Wüsten
Topografie Irans. Das Kuhrud-Gebirge verläuft durch die Landesmitte (parallel zum Zagros) am Rande der großen Wüsten
Shir Kuh im zentralen Kuhrud-Gebirge
Shir Kuh im zentralen Kuhrud-Gebirge
Shir Kuh im zentralen Kuhrud-Gebirge
Höchster Gipfel Hezar (4500 m)
Lage Iran
Koordinaten 31° N, 54° O
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Teilweise wird es als nordöstlicher Rand des größeren Zagros-Gebirgssystems betrachtet, das parallel zum Kuhrud etwa 200 bis 300 km südwestlich verläuft. Im Hochland zwischen den beiden Orogenen liegt eine Reihe bedeutender Städte, u. a. Arak, Isfahan, Nadschafābād und Quomsheh. Die wichtigsten in dieser Region entspringenden Flüsse, die im weiteren Verlauf fast alle als Binnenfluss in Salzseen münden, sind der Qom (im Nordosten des Kuhrud), der Zayandeh Rud (Mitte, bei Isfahan) sowie Shur Ab und Namaki (im Südosten bei Kerman).

Geografie

Der Kuhrud (von persisch Kūh ‚Berg‘) zieht sich über etwa 900 km von der Stadt Ghom (Provinz Teheran) in südöstlicher Richtung bis zur Grenze der Provinz Kerman und bildet den Übergang vom Iranischen Hochland zu den Wüsten des Landesinneren (Kawir, Lut). Südöstlich der Stadt Kerman splittet sich der Kuhrud nach Nordwesten hin in drei auseinander laufende Gebirgszüge auf. Im südwestlichen Gebirgszug liegen der Shah (4380 m)[1] und 5 km weiter östlich der Kuh-e Lāleh Zar (4374 m), der Sarmeshk (4075 m)[2] und mit dem Hezar (4.500 m)[3] der höchste Berg des Kuhrud. Die mittlere Bergkette wird vom Jupar (4150 m)[4] dominiert, die nordöstliche erreicht im Palvar (4229 m)[5] ihren höchsten Punkt. Nordwestlich dieser Gebirgsgruppen übersteigt das Kuhrud-Gebirge in seinem zentralen Abschnitt im Shir Kuh (4050 m)[6] nahe der Stadt Yazd noch einmal die 4000-Meter-Grenze, doch etwas nördlicher, östlich der Großstadt Isfahan, sind die Gipfel nur mehr knapp über 3.000 m hoch. Im nördlichen Drittel – unweit von Natanz – steigen sie im Kuh-e Karkas wieder auf bis zu 3.896 m an.

Südöstlich des Hezar liegt das Gebirgsmassiv des Jebale Barez (bis 3750 m)[7]. Weiter südöstlich geht der Kuhrud in die Gebirgsregion von Sistan und Belutschistan über.

Parallel zum Kuhrud verlaufen etwa 200 km weiter südwestlich die vielfach gegliederten Bergketten des Zagros, der 1500 km lang und ähnlich hoch ist. Die Häufigkeit von Erdbeben ist im Kuhrud nur wenig geringer als im Zagros.

Geologie

Die zentraliranischen Gebirge gehören geologisch zu den „jungen“, im Miozän alpidisch gefalteten Kettengebirgen, die von Südeuropa über die Alpen, Karpaten, den Balkan und die Türkei zum Elburs bzw. zum Persischen Golf ziehen. Im Osten setzt sich diese durchgehende Gebirgsfolge Eurasiens über den Hindukusch, Karakorum und Himalaya bis nach Ostasien fort.

Kultur

Zwischen Kuhrud- und Zagros-Gebirge befinden sich langgestreckte Hochebenen mit einigen Binnenflüssen. Diese sorgen für relativ angenehmes Klima in den Provinzen rings um die Großstadt Isfahan und münden in einige Salzseen. Noch größere Salzpfannen finden sich östlich des Kuhrud, wo der Namaksee (halbwegs zwischen Teheran und Kaschan) etwa 50 × 50 km einnimmt und den Übergang zur Großen Salzwüste Dascht-e Kawir bildet.

In den Hochlagen westlich des Kuhrud und im Zagros dürften in der Vorgeschichte erstmals Ziegen domestiziert worden sein. Einige indoeuropäische Volksgruppen haben hier ihren Ursprung.

Siehe auch

Commons: Kuhrud-Gebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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