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Kunié Sugiura

japanische Fotografin, Malerin und multimedial arbeitende Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Kunié Sugiura (japanisch 杉浦 邦恵; * 1942 in Nagoya) ist eine japanische Fotografin, Malerin und multimedial arbeitende Künstlerin, die seit den 1960er-Jahren in den Vereinigten Staaten lebt und vor allem für Grenzgänge zwischen Fotografie, Malerei, Skulptur und kameralosen Fotogrammen bekannt ist.[1][2] Ihr Werk umfasst fotografische Abzüge auf handbeschichteten Leinwänden, Acryl, Grafit, Holz, Röntgenbilder und direkte Belichtungen von Pflanzen, Tieren oder menschlichen Körpern.[3][4]

Leben und Wirken

Sugiura wurde 1942 in Nagoya geboren und ging 1963 für ein Studium der Fotografie am School of the Art Institute of Chicago in die Vereinigten Staaten.[1] Dort erhielt sie 1967 den Bachelor of Fine Arts und studierte bei Kenneth Josephson, dessen konzeptuelle Fotografie für ihre Hinwendung zu experimentellen Verfahren bedeutsam wurde.[2][5] Nach dem Studium zog sie nach New York, wo sie seither lebt und arbeitet.[1] Sie beschrieb ihre frühe Entscheidung für die Fotografie einmal als bewusste Hinwendung zu einem Medium, das an der Kunstschule damals noch nicht dieselbe Stellung wie Malerei oder Skulptur hatte.[6]

Seit den späten 1960er-Jahren entwickelte Sugiura Arbeiten, die fotografische Verfahren um malerische und skulpturale Elementen erweitern und dadurch die üblichen Gattungsgrenzen der Fotografie unterlaufen.[3][1] Zu ihren frühen Werkgruppen gehört Cko aus den Jahren 1966 und 1967, in der sie mit Fischaugenobjektiv, Negativmontage und starken Farbverschiebungen arbeitete.[4] Ende der 1960er-Jahre begann sie, fotografische Emulsion auf Leinwand aufzutragen und Naturdetails wie Sand, Steine, Muscheln oder Pflanzenstrukturen in stark vergrößerte, teils abstrakt wirkende Bilder zu überführen.[3] In den 1970er-Jahren entstanden ihre Photopaintings, bei denen sie eigene Fotografien auf Leinwand druckte, mit gemalten Flächen und Holzelementen kombinierte und so fotografische Bilder als räumliche Objekte behandelte.[3][4] Seit den 1980er-Jahren arbeitete sie verstärkt mit Fotogrammen, bei denen Objekte ohne Kamera unmittelbar auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden.[7] In diesen kameralosen Arbeiten verwendete sie Blumen, Pflanzen und Tiere; daraus entwickelte sich später auch ihre Serie mit Künstlern und Wissenschaftlern.[8] Ab 1999 schuf sie lebensgroße Fotogramm-Porträts anderer Künstler, darunter Joan Jonas, Bill T. Jones, Takashi Murakami, Yayoi Kusama und Jasper Johns.[9] Sugiuras Arbeiten überbrücken oftmals Japan und die USA, Natur und Stadt, organische und technische Verfahren sowie fotografische und malerische Materialität.[1][10] Die Ausstellung Kunié Sugiura: Photopainting im San Francisco Museum of Modern Art (2025) war ihre erste Überblicksausstellung in den Vereinigten Staaten und zeigte mehr als sechs Jahrzehnte ihrer Arbeit.[1][11] Zu ihren Auszeichnungen gehören der Higashikawa Prize in der Kategorie Domestic Photographer Award im Jahr 2007 und der Anonymous Was A Woman Award im Jahr 2025.[5][8] Werke von ihr befinden sich in den Sammlungen des San Francisco Museum of Modern Art, des Metropolitan Museum of Art, des Museum of Modern Art, des Whitney Museum of American Art, des Museum of Fine Arts, Boston, des Denver Art Museum und des Tokyo Metropolitan Museum of Photography.[8]

Einzelnachweise

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