Kurt Forberg
deutscher Privatbankier, Aufsichtsratsmitglied zahlreicher Unternehmen, Kunstsammler und Mäzen
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Kurt Forberg (* 4. November 1900 in Düsseldorf; † 14. Januar 1979 in Zürich) war ein deutscher Privatbankier, Aufsichtsratsmitglied zahlreicher Unternehmen, Kunstsammler und Mäzen.

Leben
Forberg entstammte einer Düsseldorfer Kupferstecher- und Musikerfamilie. Sein Vater Carl Ernst Forberg war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein weit über das Rheinland hinaus bekannter Künstler und Professor für Kupferstichkunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine ältere Schwester war die Fotografin Ilse Volkhart-Forberg. Ein Halbbruder aus der ersten Ehe des Vaters war der Düsseldorfer Kupferstecher Wilhelm Forberg (1864–1899).

Kurt Forberg hatte zunächst auch künstlerische Neigungen. Er war ein guter Violoncellist und wollte eigentlich Berufsmusiker werden, doch beschritt er nach dem Tod des Vaters und zweier Brüder auf Wunsch seiner Mutter eine Banklaufbahn. 1918 trat er als Lehrling in die Rheinisch-Westfälische Disconto-Gesellschaft (später Dresdner Bank) ein. 1921 wechselte er zum Bankhaus E. W. Engels & Co. in Düsseldorf, wo er sich auf das Gebiet der Wertpapierbörse spezialisierte. 1929 schloss sich das Bankhaus Engels mit der Trinkaus-Bank, einer der ältesten und angesehensten Privatbanken Düsseldorfs, zusammen. 1935 wurde er Mitinhaber und 1953 Senior-Chef des Hauses. Zusammen mit dem Bankier Peter Brunswig reorganisierte er nach dem Zweiten Weltkrieg das Bankengeschäft. Mit dem Ausland baute er Effekten- und Rentengeschäfte auf. Seine Bank entwickelte sich so zu einer der größten deutschen Privatbanken und war in Deutschland an allen großen Aktien- und Anleihe-Emissionen beteiligt.[1] Als Ersatz für einen kriegsbeschädigten Vorgängerbau an der Hofgartenstraße und das Trinkaus-Palais ließ er bis 1950 nach Entwürfen von Helmut Hentrich und Hans Heuser ein neues Bankhaus an der Königsallee 17 in Düsseldorf errichten.[2][3] Auch reaktivierte er nach dem Krieg die Rheinisch-Westfälische Börse in Düsseldorf, die bald zur umsatzstärksten deutschen Börse aufstieg. Als ihr Präsident diente er von 1948 bis 1966. Als solcher und als Initiator des Arbeitskreises zur Förderung der Aktie trat er in Zeitschriftenbeiträgen und in Vorträgen vor der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft 1953,[4] 1958,[5] 1961[6] und 1966[7] mit dem Gedanken des „Aktiensparens“, der „Volksaktie“ und der staatlichen Förderung privaten Aktienbesitzes als sozialpolitisches Mittel bürgerlicher Selbstvorsorge auf.[8] 1965 zog er sich aus dem aktiven Bankgeschäft zurück. Von 1968 bis 1969 war er Vorsitzender der vom Bundeswirtschaftsminister eingesetzten „Börsenreform-Kommission“.
Forberg nahm regen Anteil und Einfluss auf das kulturelle Leben in Düsseldorf. Er war von 1920 bis 1950 Cellist im Orchester des Düsseldorfer Bachvereins, außerdem Mitglied des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, dem er als Schatzmeister diente, und des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges,[9] ferner Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf.[10] Seit den 1950er Jahren trug er eine bedeutende Kunstsammlung der Moderne zusammen,[11] die nach seinem Tod durch Erbe mehrfach geteilt und in alle Welt zerstreut wurde.[12] Nach seinem Umzug in die Schweiz zu Anfang der 1960er Jahre entschlossen sich Forberg und seine Ehefrau Elisabeth, einen Teil des Familienvermögens in einer gemeinnützigen Stiftung für soziale und kulturelle Zwecke zu verwenden. Vor diesem Hintergrund entstand später die heutige Elisabeth Forberg Stiftung, welche gemäß ihren Satzungen ältere oder in Not geratene Künstlerinnen und Künstler unterstützt.[13]
Ehrungen
- 1966: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
- 1969: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
- Forberg, Kurt. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2. Auflage, Band 3: Einstein – Görner. K. G. Saur, München 2006, ISBN 978-3-598-25033-0, S. 417 (Google Books).
Weblinks
- Kurt Forberg, Eintrag im Portal munzinger.de