Kurt Gellert

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Kurt Gellert, vollständiger Name: Kurt Christian Ernst Gellert (geboren 7. Januar 1900 in Hannover; gestorben 9. Januar 1990 in Kristianstad, Schweden) war ein deutsch-schwedischer Landwirt und Kleinbauernfunktionär.

Leben

Kurt Gellert war ein Sohn des Tischlers Johannes Gellert und der Helen Gellert, er hatte vier Geschwister. Gellert besuchte die Volksschule in Hannover und machte eine kaufmännische Lehre. Er wurde 1918 zum Kriegsdienst eingezogen. Er engagierte sich in der Entschiedenen Jugend. Er schloss sich für eine Zeit einer ökologisch orientierten Siedlungsgenossenschaft an. Im Jahr 1926 trat er der SPD bei. Gellert wurde Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. 1927 wurde er hauptamtlicher Geschäftsführer des Hannoverschen Kleinbauernverbundes im Kreis Winsen. Gellert wurde zum Abgeordneten im Kreis Winsen gewählt. Er heiratete 1928 Catharina Hövermann, sie hatten drei Kinder, die 1933, 1936 und 1942 geboren wurden.

Am 22. Februar 1932 hielt Gellert als Geschäftsführer des Kleinbauernbundes einen Sprechabend in der Gaststätte Harms am Elbdeich in Schwinde ab. Er war in Begleitung seiner Frau und einer Sekretärin. Nach Ende der Veranstaltung näherte sich der SA-Mann Arthur Wiegels dem Ehepaar Gellert in stark angetrunkenem und aggressivem Zustand auf der Straße vor der Gaststätte, schlug Gellerts Frau und bedrängte Gellert. Gellert trug, da er in der Vergangenheit mehrmals von Nationalsozialisten bedrängt und angegriffen worden war, eine Schusswaffe bei sich. Zudem hatte er kurz zuvor festgestellt, dass die Reifenventile seines Kraftwagens entfernt worden waren, weswegen er einen bevorstehenden Anschlag befürchtete, dem sich zu entziehen man ihm durch die Unbrauchbarmachung seines Wagens unmöglich zu machen plante. Als Wiegels handgreiflich wurde, schoss Gellert mehrmals auf Wiegels und tötete ihn. In Harburg-Wilhelmsburg stellte er sich dann der Polizei. Das Landgericht Lüneburg stellte das Totschlagverfahren gegen Gellert ein, da es aufgrund der Beweislage zu der Auffassung kam, dass dieser in Notwehr gehandelt habe.[1]

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 floh die Familie in die Niederlande, wo Gellert mit Alfred Mozer in der Flüchtlingshilfe der Niederländischen Sozialdemokratie arbeitete. 1935 ging er nach Schweden.[2][3]

1937 wurde er vom Deutschen Reich ausgebürgert. Da er trotz der Unterstützung durch Schwedische Sozialdemokraten nicht heimisch wurde, kehrte er in die Niederlande zurück. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ging die Familie im Oktober 1939 erneut nach Schweden, wo sie 1946 die schwedische Staatsbürgerschaft erhielten. Gellert nahm 1946 am Parteitag der SPD in Barsinghausen teil, lehnte aber das Angebot ab, eine politische Funktion in Deutschland zu übernehmen. Gellert lebte als Landwirt auf einem kleinen Bauernhof in Ravnarp in der Provinz Skåne län.

Literatur

  • Gellert, Kurt, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 216
  • Günter Wiemann: Kurt Gellert: Ein Bauernführer gegen Hitler: Widerstand, Flucht und Verfolgung eines Sozialdemokraten. Berlin: Vorwärts-Buch, 2007

Einzelnachweise

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