Kurt Grässner
deutscher Philologe und Politiker (NSDAP)
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Kurt Grässner (* 12. Dezember 1905 in Recklin, Kreis Bomst, Provinz Posen; † 7. Dezember 1993 in Zierenberg) war ein deutscher Philologe, Lehrer und Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Kurt Grässner wurde als Sohn des Rektors Willi Grässner geboren und absolvierte nach dem Abitur am Realgymnasium Duisburg im Jahre 1916 zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann, anschließend ein Studium in den Fächern Sport, Deutsch, Englisch und Geographie an der Philipps-Universität Marburg und promovierte 1931 mit der Dissertation Komposition und Quellen von Jörg Stulers Historienbuch zum Dr. phil. Er gehörte seit 1926 der Marburger Burschenschaft Rheinfranken an,[1] der er bis zu seinem Tode als Alter Herr verbunden blieb.[2]
Zum 1. Dezember 1931 trat er in Duisburg der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 813.766),[3] schied bereits nach einem Jahr aus und stellte im Mai 1933 einen Wiederaufnahmeantrag, der zunächst abgelehnt wurde. Der Wiedereintritt in die Partei datiert vom 8. März 1934. Vom 1. April 1934 an war er als Lehrer, auch Sportlehrer, an der Gauschulungsburg Nordkirchen tätig und wurde Gaupersonalamtsleiter. In diesem Amt blieb er bis September 1938, als er NSDAP-Kreisleiter im Kreis Minden wurde. In dieser Funktion bedrängte er in der Nacht zum 10. November 1938 in mehreren Telefonaten den Petershagener Ortsgruppenleiter Ferdinand Walting, Ausschreitungen gegen Juden zu veranlassen.[4] Im Februar 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen und war Frontsoldat im Westfeldzug.[5] Er kehrte auf seinen alten Posten zurück und übernahm im Februar 1942 die Leitung des Kreises Ahaus-Coesfeld (für Lorenz Tewes), die er bis zum 8. Juli 1942 innehatte.[6] Ab November 1942 war er vorübergehend Vertreter des Gauschulungsleiters und ab November 1943 Leiter des Gauamtes für Rassepolitik.
Nach dem Krieg ließ sich Grässner zunächst in Herne und später in Wanne-Eickel nieder. Ende der 1970er Jahre zog Grässner nach Burghasungen im Landkreis Kassel, um dort als Bezirksleiter der Bausparkasse Wüstenrot mit Dienstsitz in Kassel tätig zu werden. Nach dem Tod seiner Ehefrau im Jahre 1987 zog er nach Kassel.[7]
Familie
Am 16. August 1935 heiratete er Hedwig Hülsmann († 1945). Aus der Ehe stammen vier Kinder, darunter die Söhne Dietrich-Eckart Graeßner (* 1941, Psychotherapeut)[8] und Gernot Graeßner (* 1945, Hochschullehrer). In zweiter Ehe verheiratete er sich 1953 mit Grete Schierenberg, geb. Brüggemann, der Witwe seines gefallenen Rheinfranken-Bundesbruders Reinhard Schierenberg.[9]
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 149–150. (Digitalisat)