Kurt Janetzky

deutscher Hornist From Wikipedia, the free encyclopedia

Kurt Joseph Johann Janetzky (* 9. September 1906 in Breslau;[1]1994) war ein deutscher Hornist.

Leben

Kurt Janetzky wurde 1906 als Sohn des Kaufmanns Johann Isidor Janetzky und dessen Ehefrau Margarete geborenen Janetzky geboren.[1] Das Realgymnasium schloss er mit ausgezeichnetem Abitur ab. Sein Drang zur Musik führte zum Zerwürfnis mit den Eltern. Er verließ das Elternhaus und ging nach Dresden.

Von 1926 bis 1930 studierte er dort an der Orchesterschule der Sächsischen Staatskapelle zunächst beim 1. Hornisten Adolf Lindner und später bei Hans von Schuch. Praktische Orchestererfahrung sammelte er durch Aushilfen in den Dresdner Berufsorchestern (Bühnen- und Kirchenmusik). Mit Notenschreiben und einer regen Hornquartett-Tätigkeit mit dem Ziller-Quartett (fünf Jahre) erzielte er zu weitere einkünfte. Nach Abschluss der Orchesterschule bekam er gleich eine Stelle als Volontär bei der Sächsischen Staatskapelle als tiefer Hornist.

Von 1933 bis 1935 war er Mitglied der Dresdner Philharmonie und ab 1935 bis zur kriegsbedingten Schließung am Staatstheater in Stettin, wo er 1937 auch heiratete.[1] Nach kurzer Zeit als Marinesoldat und in Kriegsgefangenschaft war er einige Monate im Orchester des Stadttheaters Rostock und ebenfalls wenige Monate wieder in der Dresdner Philharmonie.

Von 1946 bis 1971 war Kurt Janetzky Mitglied des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig. 1952 wurde er zum Kammervirtuosen ernannt.

Er war Mitbegründer des Schaffrath-Horn-Quartettes und des Ensembles für Alte Musik Pro Arte Antiqua Lipsiensis, wo er als Lautenist wirkte.

Kurt Janetzky hat auf seinen vielen Konzertreisen in verschiedenen Bibliotheken und Archiven mehr als 200 Werke entdeckt und der Musikwelt wieder erschlossen. Mehr als die Hälfte dieser Stücke hat er gedruckt herausgegeben.

1972 ging er in den Ruhestand und übersiedelte nach Wiesloch. Dort edierte er weiter Stücke, auch war er ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Das Orchester. 1978 wurde Kurt Janetzky zum Ehrenmitglied der International Horn Society ernannt.

Er hat wichtige Beiträge zur Hornforschung geleistet. Durch seine Entdeckungen und Editionen von Solo- und Kammermusik mit Horn hat er das Repertoire für Hornisten wesentlich bereichert. Will man sich mit dem Horn, seiner Musik und seinem kulturellen Hintergrund beschäftigen, zählen seine Aufsätze und Bücher zu den Grundlagen.

Veröffentlichungen

  • Über die Problematik der Harmonie-Einrichtungen. Von Haydn’s „Ritter Roland“ bis zu Weber’s „Der Freischütz“. Veröffentlicht in der Reihe Alta Musica (AM), Band 4, S. 121–155. Hg. von der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (IGEB).
  • Zur Geschichte des Hornquartetts. In: AM, Band 7, S. 145–155.
  • Richard Wagners Verhältnis zu Hörnern und Hornisten – Heutiger Hornisten Verhältnis zu Richard Wagners Hornpartien. In: AM, Band 8, S. 105–115.
  • mit Bernhard Brüchle: Das Horn. Eine kleine Chronik seines Werdens und Wirkens. Bern/Stuttgart, 1977.
  • mit Bernhard Brüchle: Kulturgeschichte des Horns. Hans Schneider, Tutzing 1980.
  • Seriöse Kuriositäten am Rande der Instrumentenkunde. Ein heiteres Bildsachbuch. Hans Schneider, Tutzing 1980.
  • Michael Nagy (Hrsg.): Aus der Werkstatt eines Hornisten. Gesammelte Aufsätze von Kurt Janetzky. Wien 1983, Vom Pasqualatihaus. (Dort findet sich auch eine Liste der gedruckten Noten-Ausgaben von Kurt Janetzky)

Einzelnachweise

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