Kurt Schäffer
deutscher Geiger, Konzertmeister und Violinpädagoge
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Kurt Schäffer (* 27. Mai 1913 in Elberfeld; † 28. August 1988) war ein deutscher Geiger, Konzertmeister und Violinpädagoge. Er wirkte unter anderem in Köln, Salzburg und Düsseldorf und war Gründer des nach ihm benannten Schäffer-Quartetts.[1]
Leben und Ausbildung
Kurt Schäffer wurde 1913 als eines von zwölf Kindern in Elberfeld (heute Wuppertal) geboren. Er studierte Violine bei Hermann Zitzmann und begann früh eine professionelle Musikerlaufbahn.[1] Zu seinen sechs Kindern zählt der Lautenist Michael Schäffer.
Wirken als Geiger
Bereits in jungen Jahren wurde Schäffer Konzertmeister beim Reichssender Köln und galt als einer der jüngsten Konzertmeister seiner Zeit.[2] Ab 1935 war er dort als Konzertmeister und Solist im „Kleinen Orchester“ unter der Leitung von Leo Eysoldt tätig.[2][3]
Zwischen 1939 und 1944 wirkte Schäffer am Mozarteum-Orchester Salzburg und trat wiederholt bei den Salzburger Festspielen sowie im Rahmen von Orchester- und Kammerkonzerten auf.[4][3] Dabei arbeitete er mit Künstlern wie Felicie Hüni-Mihacsek, Willem van Hoogstraten, Elly Ney und Kurt Redel zusammen.[4] Im Rahmen des Mozart-Jahres 1941 wirkte er zudem als Mitglied des Mozarteum-Quartetts.[4]
Im Jahr 1945 war Schäffer Dirigent des Bad Reichenhaller Kurorchesters und erhielt im gleichen Jahr eine Berufung nach Köln[3] als Konzertmeister des Kölner Gürzenich-Orchesters.
Schäffer-Quartett
Schäffer gründete das nach ihm benannte Schäffer-Quartett, in dem er die erste Violine spielte.[5] Eine archivalische Quelle im Nachlass des Schriftstellers Norbert Voß nennt als Mitglieder unter anderem auch Franzjosef Maier, Paul Schröer und Kurt Herzbruch.[5]
Das Quartett war insbesondere in der Nachkriegszeit aktiv und trat bei zahlreichen Konzerten auf.[5]
Das Ensemble interpretierte Werke von Franz Schubert, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart.[6]
Pädagogische Tätigkeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schäffer als Dozent und Violinpädagoge zunächst an der Hochschule für Musik Köln und später bis Anfang der 1970er Jahre am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf tätig.[7][8]
Archivmaterial dokumentiert seine Initiative zur Einrichtung eines Kammermusikkurses am Konservatorium in den frühen 1950er Jahren, einschließlich Teilnehmerverzeichnissen, Gebührenregelungen und organisatorischer Abstimmungen.[9]
Weitere Akten belegen seine Beteiligung an Lehrerkonferenzen, Personalfragen des Konservatoriums sowie den Neuaufbau des Schäffer-Quartetts in den Jahren 1960 bis 1962.[10]
Aus seiner Lehrtätigkeit gingen zahlreiche Musiker hervor, darunter die Geiger Christoph Poppen und Rolf Schulte. Weitere Schüler waren unter anderem Frieder Obstfeld und Gert Hulverscheidt.[1]
Spätere Jahre
Künstlerisches Umfeld
Veröffentlichungen und Aufnahmen
Neben seiner Tätigkeit als Musiker veröffentlichte Schäffer auch eigene Schriften:
- Sonaten für Klavier und Violine (1950, mit Walther Lampe)[13]
- Briefe an einen jungen Musiker[13]
- Bas Tim: ein Blitzableiter in Versen und Bildern (1977)[11]
Tonaufnahmen dokumentieren die Tätigkeit Schäffers als Solist und Kammermusiker. Mehrere Schallplatten sind im Bestand des Deutschen Musikarchivs der Deutschen Nationalbibliothek nachgewiesen.[14]
Weitere Aufnahmen befinden sich in internationalen Sammlungen, darunter Bestände der Bibliothèque nationale de France. Ein Teil der Einspielungen wurde im Vereinigten Königreich produziert.[15]
Zusätzliche Diskografieangaben und Nachweise zu Einspielungen des Schäffer-Quartetts sind in Archiv- und Sammlungsbeständen dokumentiert, darunter auch Einträge in der Bertelsmann Vinyl Collection.[16]
Nachwirkung
Schäffers künstlerisches Wirken findet bis in die Gegenwart Nachhall. Im Rahmen eines Stipendienprogramms der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover („In Memoriam Kurt Schäffer“) wird eine von ihm gespielte Violine - ein Instrument von Nicolaus von Sawicki - als Leihgabe an besonders begabte Studierende vergeben.[17]
Zu den Stipendiaten zählen unter anderem Yulia Kopylova und Sofia Smărăndescu.[17]