Kurt Waschneck
deutscher Kameramann, Regisseur und Dokumentarfilmer
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Leben und Wirken
Über die frühen Jahre des älteren Bruders des Regisseurs Erich Waschneck ist wenig bekannt. Der Sohn des Schmiedemeisters Karl Hermann Waschneck und seiner Ehefrau Therese Emilie ist seit Oktober 1906 in der Filmbranche nachzuweisen, als er sich an der Gründung eines Lichtspieltheaters namens Die weiße Wand beteiligte. Bald begann er sich für die aktive Filmherstellung zu interessieren und durchlief mehrere Ausbildungen. Bereits während des Ersten Weltkriegs sind kurze mitteldeutsche Dokumentarfilme mit Waschneck hinter der Kamera überliefert. Mit Beginn der frühen Nachkriegszeit (1919/20) sind Waschnecks Beteiligungen an mehreren Inszenierungen Ernst Lubitschs nachzuweisen. Bei dessen Inszenierungen Die Austernprinzessin, Madame Dubarry, Die Puppe, Sumurun und Anna Boleyn übernahm Kurt Waschneck die Kameraüberwachung bzw. die Produktionsleitung. 1921 beendete Kurt Waschneck seine Tätigkeiten in der aktiven Filmherstellung und gründete am 20. April desselben Jahres die Aktiengesellschaft für Film-Fabrikation, kurz Afifa genannt[3]. Ziele des Unternehmens wurde der Betrieb einer Kopieranstalt, einer Titeldruckerei und einer photographischen Anstalt. Später avancierte Waschneck auch zum Technischen Leiter der Afifa. 1924 wurde diese Firma von der UFA absorbiert.
Im Auftrag der größten deutschen Produktionsfirma beteiligte sich Kurt Waschneck zu Beginn des Tonfilmzeitalters als Produzent bzw. Regisseur von kurzen Dokumentarfilmen, von denen eine Produktion über Potsdam[4] besondere Aufmerksamkeit erlangte. Mit diesem Streifen und weiteren Produktionen entwickelte Kurt Waschneck den Zwei-Farben-Film (sogenannte UFA-Color) im Deutschland der Vorkriegszeit weiter. 1937 verpflichtete Waschneck den vorübergehend nach Argentinien ausgewanderten und nunmehr heimgekehrten Kameramann und Trickfilmspezialisten Gerhard Huttula in Nachfolge des durch einen Schlaganfall gehandicapten Guido Seeber und machte ihn zum Mitarbeiter in der Rückpro- und Trick-Abteilung.[5] Am 17. März 1942 wurde Kurt Waschneck schließlich in den Aufsichtsrat der UFA berufen[6] und blieb dort bis Kriegsende 1945. Anschließend verhafteten ihn die sowjetischen Besatzer und deportierten ihn in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen, das der Sowjetmacht nunmehr als Internierungsstätte diente. Hier verstarb Kurt Waschneck Mitte 1948.
Filmografie
Bis 1921 Spielfilme, danach kurze Dokumentarfilme, wenn nicht anders angegeben:
- 1916: Freiburg an der Unstrut (Dokumentarkurzfilm, Kamera)
- 1916: Grimma in Sachsen (Dokumentarkurzfilm, Kamera)
- 1919: Die Austernprinzessin (Produktionsleitung)
- 1919: Madame Dubarry (Kameraüberwachung)
- 1919: Die Pantherbraut (Kameraüberwachung)
- 1919: Kreuziget sie! (Kameraüberwachung)
- 1919: Die Puppe (Kameraüberwachung und Produktionsleitung)
- 1920: Indische Rache (Bauten)
- 1920: Brigantenliebe (Produktionsleitung)
- 1920: Der verlorene Schatten (Kameraüberwachung und Produktionsleitung)
- 1920: Sumurun (Produktionsleitung)
- 1920: Anna Boleyn (Kameraüberwachung und Produktionsleitung)
- 1921: Die Sünden der Mütter (Technische Leitung)
- 1921: Ein Erpressertrick (Produktionsleitung)
- 1931: Bunte Tierwelt (Produktionsleitung)
- 1932: Rhythmus und Tanz (Produktion)
- 1934: Potsdam (Regie)
- 1934: Das deutsche Erntedankfest 1934 auf dem Bückeberg (Regie)