Kurvigkeit

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Die Kurvigkeit einer Straße beschreibt ein Verhältnis aus den Winkeländerungen einer Trasse bezogen auf ihre Länge. Dieses Verhältnis wird bei der Berechnung der Verkehrsqualität von Straßen nach dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) berechnet.

Die obere Strecke besitzt eine höhere Kurvigkeit als die darunterliegende, kann sich schwierigem Gelände jedoch besser anpassen.

Auf zweistreifigen Straßen mit hoher Kurvigkeit sind Überholvorgänge erschwert und die real gefahrenen Geschwindigkeiten geringer als auf Straßen mit geringer Kurvigkeit. Das wirkt sich auf die Ergebnisse der Verkehrsqualitäts-Betrachtung aus und muss daher im Verfahren berücksichtigt werden.

Die Kurvigkeit berechnet sich wie folgt:

KU = Kurvigkeit (gon/km), γ = Winkeländerung der Trasse (gon), L = Länge der Trasse (km)

In Deutschland existieren keine Richt- oder Grenzwerte zur Kurvigkeit, da Straßen mit hoher Kurvigkeit nicht unfallauffälliger sind als Strecken mit geringer Kurvigkeit (mit Ausnahme von Geraden). Zur Sicherstellung angemessener Geschwindigkeiten werden nach RAL und RAA jedoch konkrete Mindest- und Maximalkurvenradien in Abhängigkeit der Entwurfsklasse gefordert.

Strecken ohne Kurvigkeit (Geraden), wie sie in den Vereinigten Staaten oder in Australien zu finden sind, sind in Deutschland außerorts nur noch historisch bedingt im Bestand zu finden (z. B. im Bereich von preußischen Alleen in Brandenburg). Geraden dürfen außerorts nur im Ausnahmefall und nur auf maximal 1500 m Länge eingesetzt werden.[1]

Einzelnachweise

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