Kutenholz
Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen
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Kutenholz (plattdeutsch Kutenholt) ist eine niedersächsische Gemeinde in der Samtgemeinde Fredenbeck im Landkreis Stade. Neben dem Hauptort Kutenholz gehören auch die Orte Mulsum, Sadersdorf, Essel, Aspe und Bullenholz zur Gemeinde.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 29′ N, 9° 20′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Stade | |
| Samtgemeinde: | Fredenbeck | |
| Höhe: | 25 m ü. NHN | |
| Fläche: | 68,25 km² | |
| Einwohner: | 4578 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 67 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 27449 | |
| Vorwahl: | 04762 | |
| Kfz-Kennzeichen: | STD | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 59 031 | |
| LOCODE: | DE KQZ | |
| Gemeindegliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schwingestraße 1 21717 Fredenbeck | |
| Website: | www.kutenholz.de | |
| Bürgermeisterin: | Sandra Lemmermann (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Kutenholz im Landkreis Stade | ||


Geografie
Lage
Kutenholz liegt im Westen des Landkreises, an der Kreisgrenze zum Landkreis Rotenburg (Wümme), südwestlich von Hamburg und östlich von Bremen im östlichen Elbe-Weser-Dreieck. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Stade (16 km) und Bremervörde (15 km).
Geologie
Die Gemeinde Kutenholz liegt auf der östlichen Bevener Geest, die zur Stader Geest gehört. Von den früheren Wäldern und Hochmooren in der Umgebung ist ein Teil erhalten, während der Rest landwirtschaftlich urbar gemacht wurde.
Die Schwinge entspringt in der Gemeinde im Hohen Moor bei Mulsum.
Nachbargemeinden
| Heinbockel | Fredenbeck | |
| Bremervörde | ||
| Farven | Bargstedt, Brest |
Gemeindegliederung
- Kutenholz mit Bullenholz, Sadersdorf und Hemelingbostel
- Aspe (Groß- und Klein Aspe)
- Essel
- Mulsum mit Hohenmoor, Tinste und Tinsterholz
Klima
Das Klima in Kutenholz ist warm und gemäßigt. Es fällt überdurchschnittlich viel Niederschlag, selbst während des trockensten Monats.[2]
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Klimatabelle Kutenholz
Quelle: [3] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Geschichte
Archäologische Funde belegen die Anwesenheit von Menschen im Gebiet von Kutenholz bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Bei einer Ausgrabung im Jahr 2025 wurden auf einem Acker zwei Bronzedolche gefunden, die vermutlich aus der Zeit vor der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. stammen. Ein ehrenamtlich tätiger Sondengänger war bereits 2017 an der Stelle auf Fragmente eines Dolchs gestoßen. Die Fundstücke lagen auf der höchsten Stelle des Ortsgebiets.[4] Forscher vermuten daher eine Ablage der Dolche aus kultischen, religiösen oder ideologischen Gründen.[5] Bei Untersuchungen der Fundstücke wurden Kupfer-Legierungen und Silber, aber kein Zinn als wichtigstes Legierungselement in der Bronzezeit nachgewiesen. Daraus schließen die Forscher, dass die Klingen vom Anfang der Bronzezeit oder aus der ausgehenden Steinzeit stammen.[6]

Kutenholz und die anderen Ortsteile gehörten vor 1852 zur Börde Mulsum im Amt Harsefeld und ab 1859 zum Amt Himmelpforten. 1885 wurde Kutenholz Teil des Kreises Stade und 1932 des heutigen Landkreises Stade.
Am 31. Dezember 1928 wurde Sadersdorf nach Kutenholz eingemeindet.[7] Mit der Gemeindereform wurde am 1. Juli 1972 aus den Gemeinden Kutenholz, Aspe, Essel und Mulsum die neue Gemeinde Kutenholz gebildet.[8]
Ausgliederungen, Eingemeindungen
Mulsum wurde am 1. September 1990 aus Kutenholz ausgegliedert und wieder selbständig. Jedoch wurde der Ort bereits am 16. Oktober 1990 wieder eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Religion
Die Gemeinde ist evangelisch-lutherisch geprägt und bildet mit der St.-Petri-Kirche in Mulsum ein eigenes Kirchspiel.
Für die wenigen Katholiken war von 1968 bis 2003 die Lukas-Kirche in Fredenbeck zuständig. Die Kirche wurde geschlossen und später abgerissen, um Geld zu sparen. Heute gehört die Gemeinde zur Kirchengemeinde der Heilig-Geist-Kirche in Stade. Eine andere katholische Kirche in der Nähe ist die St.-Michaels-Kirche in Harsefeld.
Politik
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Kutenholz besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3.000 und 5.000 Einwohnern.[10] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:
Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2021 lag mit 56,95 % unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 57,1 %.
Die Ratsmitglieder von CDU, FDP und PIRATEN vereinbarten für die Wahlperiode 2021 bis 2026 eine gemeinsame Gruppe.
Bürgermeister
| Zeitraum | Name | Partei |
|---|---|---|
| 1972 – 1991 | Klaus Schmetjen | CDU |
| 1991 – 2001 | Karl Windhorst | CDU |
| 2001 – 2011 | Johann Peter Hink | CDU |
| 2011 – 2021 | Gerhard Seba | CDU |
| 2021 – | Sandra Lemmermann | CDU |
Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Sandra Lemmermann (CDU) zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die aktuelle Wahlperiode.
Wappen
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Blasonierung: „In Blau mit rotem Dreiberg; oben vier fächerförmig gestellte goldene (gelbe) Ähren, unten eine silberne (weiße) Eiche mit goldenen (gelben) Eicheln.“ Der Gemeinderat hat am 12. März 2015 ein neues Wappen beschlossen. Die Ähren symbolisieren die vier Ortsteile Aspe, Essel, Kutenholz und Mulsum, aus denen am 1. Juli 1972 die neue Gemeinde Kutenholz hervorgegangen ist. Der Dreiberg steht für die Stader Geest und die Eiche entstammt dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Kutenholz. Hier wurde gegen die heraldische Farbregel verstoßen, welche lautet, dass Farben nicht an Farben, sondern nur an Metalle (Gold und Silber) grenzen dürfen. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Heimathaus „Op de Heidloh“
- „Peter Kors sin olet Huus“
- „St. Petri Kirche“ (Mulsum)[11]
- Festhalle
Sport
Überregional bekannt ist der TSV Essel, dessen Frauenmannschaft in der Hallensaison 2016/17 in der Faustballbundesliga spielte.
Wirtschaft und Infrastruktur
Infrastruktur
Der Anschluss an das Stromnetz erfolgte in den Jahren 1921/1922. Im Jahre 2007 hat der Mobilfunkanbieter O2 eine GSM-Basisstation errichtet.
Verkehr
Kutenholz hat über die Landstraße 123 Anschluss an Bremervörde im Westen und die Bundesstraße 73 im Osten, die weiteren Anschluss nach Stade, Buxtehude und Hamburg bietet.
Durch die Gemeinde führen die Bahnstrecken Bremerhaven-Wulsdorf–Buchholz und Hesedorf–Stade der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser. Nur noch ab Sommerwochenenden fährt der Moorexpress auf der Verbindung Hesedorf–Stade mit Halt in Mulsum.
Ansässige Unternehmen
Größter Arbeitgeber ist die RPC Verpackung Kutenholz mit über 300 Mitarbeitern, die Kunststoffflaschen produziert.
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Hinrich Braasch (1878–1968), Schriftsteller
- Otto Braasch (1936–2021), Oberstleutnant der Luftwaffe und Luftbildarchäologe
- Klaus Schmetjen (1919–1994), Landtagsabgeordneter (CDU)
- Petra Tiemann (* 1958), Landtagsabgeordnete (SPD)
