Kārlis Bone
lettischer Fußballspieler
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Kārlis Eduards Bone (deutsch: Karl Eduard Bohne; * 7. Februarjul. / 19. Februar 1899greg. in Riga; † 13. November 1941 in der Oblast Swerdlowsk) war ein lettischer Fußballspieler deutsch-baltischer Herkunft. Mit der Lettischen Nationalmannschaft spielte Bone im Jahr 1922 im allerersten Länderspiel der Republik Lettland gegen eine Auswahl aus Estland und nahm zwei Jahre später an den Olympischen Sommerspielen in Paris teil. Bei diesem Turnier war er Mannschaftskapitän.
| Kārlis Bone | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Kārlis Eduards Bone | |
| Geburtstag | 19. Februar 1899 | |
| Geburtsort | Riga, Gouvernement Livland | |
| Sterbedatum | 13. November 1941 | |
| Sterbeort | Oblast Swerdlowsk, Sowjetunion | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1918 | Union Riga | |
| 1921–1922 | JKS Riga | |
| 1922–1924 | RFK Riga | |
| 1925–1926 | JKS Riga | |
| 1926 | LNJS Riga | |
| 1927–1928 | LSB Riga | |
| 1930–1932 | Cēsu Sporta biedrība | |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1922–1924 | Lettland | 4 (0) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Karriere und Leben
Kārlis Bone wurde im Jahr 1899 in Riga in die deutschbaltische Familie des Kaufmanns, Fričs Bone (Friedrich Bohne, 1864–1943), und dessen Ehefrau Anna (geb. Zute) geboren. Er hatte eine Schwester Milda (1911–1982). Im Jahr 1918 schloss er das deutsche Gymnasium in Riga ab. In den Jahren 1919 und 1920 diente Bone als Freiwilliger in der Kavallerie der Lettischen Armee. Von 1920 bis 1929 studierte er an der Rechtsfakultät der Universität Lettlands. Bone war Mitglied der Studentenverbindung Lettonia. Ab 1928 war Bone für zwei Jahre Friedensrichter am Bezirksgericht Riga, danach bis 1934 Assistent des Rechtsanwalts Fričs Gailītis. Ab 1934 bis 1936 war Bone Mitglied des Stadtrates von Cēsis und von 1936 bis 1940 Rechtskonsulent der Stadtverwaltung. Er war Mitglied der Aizsargi-Organisation und wurde 1939 mit dem Aizsargi-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Bone im Juni 1941 aus dem Gemeindegebiet Priekuļi, zusammen mit seiner Ehefrau Anna (geb. Kampe, 1904–1943), einer Juristin und Tochter des Gutsbesitzers von Jāņmuiža, sowie den Söhnen Jānis (geb. 1932) und Juris (geb. 1929) von den Sowjets deportiert.[1] Er starb im Gulag Sewurallag in der Oblast Swerdlowsk im Alter von 42 Jahren. Seine Ehefrau starb zwei Jahre später im Alter von 39 im sibirischen Turuchansk. Sein Schwager war der lettische Diplomat Andrejs Kampe (1905–1942).[1]
Fußball
Kārlis Bone spielte während des Ersten Weltkriegs Fußball in der Armeemannschaft von Riga. In den 1920er Jahren spielte Bone in mehreren führenden Rigaer Fußballvereinen. 1918 war Bone für Union Riga aktiv, dem zweitältesten Fußballverein in Lettland nach dem British Football Club. 1921 und 1922 spielte Bone für JKS Riga, dem lettischen Ableger der Young Men’s Christian Association. Danach spielte Bone für den RFK Riga, mit dem er im Jahr 1924 lettischer Meister wurde. 1925 war Bone für zwei Jahre wieder bei JKS aktiv, bevor er 1926 kurzzeitig für LNJS Riga spielte. 1927 und 1928 spielte Bone für den LSB Riga in der neugegründeten Virslīga. Ende des Jahrzehnts zog er nach Cēsis, und war dort in den Reihen des örtlichen Sportvereins Cēsu Sporta biedrība aktiv. In den 1930er Jahren widmete er sich in der Sportwelt zunehmend der administrativen Arbeit. Er gehörte dem Vorstand des Sportvereins Cēsis, dem Vorstand des Fußballverbandes des Bezirks Vidzeme sowie dem Vorstand des Sportklubs des 10. Cēsis-Aizsargi-Regiments an.
Bone debütierte am 24. September 1922 für die Lettische Fußballnationalmannschaft gegen Estland. Es war zugleich das erste Länderspiel in der Geschichte des Landes. Bone war auch Teil des lettischen Kaders der Olympischen Sommerspiele 1924 in Paris und fungierte als Kapitän. Bone absolvierte insgesamt 4 Länderspiele und blieb ohne Tore.
Weblinks
- Lebenslauf bei kazhe.lv (lettisch)
- Kārlis Bone in der Datenbank von EU-Football.info (englisch)
- Kārlis Bone in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)