L.K.B 1–4 und O.K.B 2–3 (Zweitbelegung)

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Die Dampflokomotiven L.K.B 1–4 und O.K.B 2–3II wurden von der Arnold Jung Lokomotivfabrik in Jungenthal in Kirchen (Sieg) 1913 bis 1915 für die Ostdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft in Königsberg entwickelt und auf den Lycker Kleinbahnen (L.K.B) und Oletzkoer Kleinbahnen (O.K.B) eingesetzt.

Schnelle Fakten L.K.B 1–4 und O.K.B 2–3II PKP Ta 4-3151 und 3152 ...
L.K.B 1–4 und O.K.B 2–3II
PKP Ta 4-3151 und 3152
Fabrikfoto Jung
Fabrikfoto Jung
Fabrikfoto Jung
Nummerierung: L.K.B 1–4 und 1II–2II
O.K.B 2II und 3II
PKP Ta 4-3151 und 3152
Anzahl: 8
Hersteller: Jung
Fabriknummern 2010–2013, 2290–2293
Baujahr(e): 1913–1915
Ausmusterung: bis 1978
Bauart: 1’B n2t
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Kupplung: 7300 mm
Breite: 2200 mm
Fester Achsstand: 1400 mm
Gesamtachsstand: 3000 mm
Treibraddurchmesser: 760 mm
Laufraddurchmesser vorn: 620 mm
Leermasse: 14 t
Dienstmasse: 18,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Indizierte Leistung: 100 PS
Kesselüberdruck: 12 bar
Rostfläche: 0,63 m²
Verdampfungsheizfläche: 32,4 m²
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 265 mm
Kolbenhub: 360 mm
Bremse: Saugluftbremse Bauart Körting, Wurfhebelbremse
Wasservorrat: 2,3 m³
Brennstoffvorrat: 1,2 t
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Zwei Lokomotiven kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Bestand der PKP und wurden als Ta 4-3151 und 3152 bezeichnet. Die beiden Lokomotiven waren bis 1971 in Betrieb. Eine Lokomotive soll an das Schmalspurbahnmuseum Gryfice übergeben worden sein.[1]

Geschichte

1913 bis 1945

Schon während des Ersten Weltkrieges hatten die Lycker Kleinbahnen mit den Betriebsnummern 1–4 vier Lokomotiven erhalten. Diese Lokomotiven sind während der Kampfhandlungen während des Krieges verloren gegangen. Daher bestellte die Ostdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft in Königsberg 1915 wiederum zwei gleiche Lokomotiven für den Betrieb auf der L.K.B. Die Lokomotiven wurden für den Rangierdienst und Streckendienst eingesetzt, waren aber auf dem hinter Borschymmen liegenden Steigungsabschnitt zu schwach.[2.1] Das führte dann ab 1916 zur Beschaffung der L.K.B 3–4 in Zweitbelegung mit 80 PS Mehrleistung.

Bei der Oletzkoer Kleinbahn waren seit 1911 vier 1’C-gekuppelte Lokomotiven von der Union Gießerei Königsberg mit den Nummern O.K.B 1–4 eingesetzt. Sie sollen die letzten schmalspurigen Lokomotiven des Herstellers sein.[2.2] Von diesen Lokomotiven sind drei als Kriegsverlust zu verzeichnen. Als Ersatz wurden zunächst mit den Nummern O.K.B 2 und 3 in Zweitbesetzung zwei 1’B-Lokomotiven geliefert, die mit ihren 100 PS für den Dienst auf der Strecke von Garbassen nach Schwentainen ausreichend waren.[2.3] Hier kam es noch zur Beschaffung einer O.K.B 4 in Zweitbelegung mit 80 PS Mehrleistung.

1945 bis 1971

Vermutlich sind die Lokomotiven O.K.B 2II und 3II im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen.[1] Die Lokomotiven der Lycker Kleinbahn wurden von den PKP übernommen und als Ta 4-3151 und 3152 bezeichnet. Die Ta 4-3151 wurde 1970 ausgemustert und 1978 verschrottet.[1]

Die Ta 4-3152 wurde bei den Gryficka Kolej Wąskotorowa eingesetzt.[3.1] Sie wurde 1971 ausgemustert und wird in einigen Unterlagen mit dem Schmalspurmuseum Gryfice in Verbindung gebracht,[1] polnische Listen belegen aber kein Vorhandensein der Lokomotive.

Technische Merkmale

Die Lokomotiven besaßen keine Führerhausbelüftung. Sie waren 1’B-gekuppelte Lokomotiven mit führender Laufachse, die als Adamsachse ausgebildet wurde, die Achsen waren in einem Blechrahmen gelagert. Die Treibachsen waren fest im Rahmen gelagert, die Laufachse konnte mit Spiralfedern nach der Kurvenfahrt wieder in die Ausgangsstellung zurückgeführt werden. Sie war außerdem über lange Ausgleichshebel mit der Feder der vorderen Kuppelachse verbunden.[2.3] Die Treibachse war einzeln abgefedert.[3.1]

Der Kessel wurde mit Regler auf Flachschieberbauart gesteuert, er besaß Regelarmaturen, ein Patent-Sicherheitsventil, ein halbhohes Blasrohr mit Funkenfänger. Zusätzliche Ausrüstteile waren der Dampfdom und der ehemals runde und bei den Nachbauten fast quadratische Sandkasten,[2.3] von dem je Seite zwei Sandfallrohre herabführten, die die Kuppelachse beidseitig sanden konnten. Der Kohlevorrat war hinter dem Führerhaus gebunkert, der Wasservorrat war in den seitlichen Kästen. Der Kessel wurde von zwei Strahlpumpen versorgt.

Die Lok war mit der Heusinger-Steuerung ausgerüstet und mit Flachschieber versehen. Das Triebwerk besaß einen Kreuzkopf mit zweiseitiger Lagerung auf der Gleitbahn. Die Lokomotive besaß Flachschieber. Für die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h war der Treib- und Kuppelraddurchmesser mit 760 mm klein bemessen. Die Kuppelmöglichkeit mit dem Wagenpark geschah über Balancierhebelkupplung, die Lokomotiven besaßen außer der Handbremse eine Saugluftbremse Bauart Körting.

Literatur

  • Stefan Lauscher/Gerhard Moll: Jung-Lokomotiven, EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-798-5, Seite 202–203
  • Ingo Neidhardt, Jörg Petzold: Schmalspur-Album Ostpreußen. Verlag SSB Medien, SOEG Zittau, ISBN 978-3-9826224-2-2, Zittau 2024

Einzelnachweise

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