LTG FD 1
Militärflugzeug des Ersten Weltkrieges
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Die LTG FD 1 war ein von der Lufttorpedo-Gesellschaft (LTG) entwickeltes deutsches Jagdflugzeug des Ersten Weltkriegs. Nach der Flugzeug-Gruppeneinteilung der Kaiserlichen Marine gehörte sie zur Gattung einsitziges Schwimmerflugzeug mit starren MGs (ED). Aufgrund ungenügender Leistungen wurde von ihr nur eine kleine Anzahl produziert.
| LTG FD 1 | |
|---|---|
| Typ | See–Jagdflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | LTG |
| Erstflug | 1917 |
| Indienststellung | 1917 |
| Produktionszeit | 1917/1918 |
| Stückzahl | 6 |
Entwicklung
Die 1915 gegründete Lufttorpedo-Gesellschaft Berlin arbeitete hauptsächlich als Zulieferer für die Luftfahrtindustrie und produzierte in der Regel Tragflächen, Ruder und Leitwerke. Daneben wurde von dem Flugzeugführer und Konstrukteur Max Schüler, der Anfang 1915 der LTG als Gesellschafter beigetreten und zum Geschäftsführer ernannt worden war, auch eine Konstruktionsabteilung eingerichtet.[1] Diese brachte während des Krieges zwei Flugzeugtypen hervor: einen nicht näher bezeichneten und nur in kleiner Zahl gebauten Doppeldecker mit Radfahrwerk und das Schwimmer-Jagdflugzeug FD 1. Für letzteres erteilte das Marineamt am 8. Februar 1917 der LTG den Bauauftrag über drei Exemplare. Die FD 1 war ein einstieliger Doppeldecker, der als Besonderheit einen direkt mit dem Rumpf verbundenen Oberflügel besaß. Die beiden einstufigen Schwimmer waren 5,00 m lang, 0,60 m breit und besaßen 948 l Inhalt. Die drei Flugzeuge wurden im September 1917 dem Seeflugzeug-Versuchskommando (SVK) zur Erprobung übergeben und erhielten die Marinenummern (MN) 1299 bis 1301. Im Mai 1917 wurde als erstes die MN 1299 ausgeliefert und für statische Tests verwendet, bei denen sie am 30. Juli zerstört wurde.[1] Die weitere Erprobung verlief sehr unbefriedigend. Die LTG überarbeitete deshalb die Konstruktion und verlängerte zur Verbesserung der Stabilität insbesondere die Kiel- und Seitenflosse um etwa die doppelte Länge nach vorn, worauf die Marine im Mai 1917 drei weitere FD 1 bestellte, denen die Nummern 1518 bis 1520 zugeteilt wurden. Die MN 1518 lief dem SVK am 4. März 1918 zu und wurden bereits am 8. des Monats abgenommen, die letzte FD 1 im Juni. Die Kaiserliche Marine übernahm am Ende die fünf Flugzeuge, setzte sie aber nicht ein. Ein Exemplar erhielt probeweise ein Radfahrwerk und wurde der DVL in Adlershof zur Erprobung übergeben.[1] Da im Anschluss keine weiteren Entwicklungsaufträge mehr erteilt wurden, schloss die LTG ihre Konstruktionsabteilung und produzierte ab da ausschließlich als Zulieferbetrieb der Luftfahrtindustrie Tragflächen, Leitwerke und Schwimmer.[1] Bei Kriegsende wurde das Unternehmen aufgelöst.
Technische Daten
| Kenngröße | Daten (2. Baulos) |
|---|---|
| Besatzung | 1 |
| Spannweite | 10,00 m (oben) 9,80 m (unten) |
| Länge | 9,00 m (gesamt) 7,15 m (Rumpf) |
| Höhe | 3,55 m |
| Flügelfläche | 27,00 m² |
| Flächenbelastung | 43,30 kg/m² |
| Leistungsbelastung | 7,11 kg/PS |
| Leermasse | 895 kg |
| Zuladung | 270 kg |
| Startmasse | 1165 kg |
| Antrieb | ein wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor |
| Typ | Benz Bz III |
| Nennleistung | 150 PS (110 kW) bei 1420/min |
| Kraftstoffvorrat | 142 l (101 kg) |
| Höchstgeschwindigkeit | 145 km/h in Bodennähe |
| Steigzeit | 3,4 min auf 800 m Höhe 4,5 min auf 1000 m Höhe 7,3 min auf 1500 m Höhe 11,3 min auf 2000 m Höhe 22,1 min auf 3000 m Höhe |
| Flugdauer | 2,30 h |
| Bewaffnung | 1–2 starre 7,92-mm-MG |
Literatur
- Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge (= Die deutsche Luftfahrt. Band 21). Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3.
- Jörg Biber: Das Seeflugzeug-Versuchs-Kommando Warnemünde. Media Script, Berlin 2023, ISBN 978-3-9822979-1-0.
- Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Herford 1977, ISBN 3-920602-18-8.
- Bruno Lange: Typenhandbuch der deutschen Luftfahrttechnik. (= Die deutsche Luftfahrt. Band 9). Bernard & Graefe, Koblenz 1986, ISBN 3-7637-5284-6.