La Cuarta
chilenische Zeitung
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La Cuarta ist eine chilenische Zeitung, die heute ausschließlich als Elektronische Zeitung erscheint und von der Mediengruppe Copesa herausgegeben wird.[1] Die erste gedruckte Ausgabe erschien am 13. November 1984. Der Slogan der Zeitung lautete von ihrer Gründung bis zum 16. November 2017 El diario popular („Die Volkszeitung“).[2] Von ihrer Gründung bis zum 29. Januar 2021 erschien La Cuarta auch als gedruckte Tageszeitung.[3]
| La Cuarta | |
|---|---|
| Beschreibung | Boulevardzeitung |
| Sprache | Spanisch |
| Verlag | Copesa (Chile) |
| Hauptsitz | Las Condes |
| Erstausgabe | 13. November 1984 |
| Erscheinungsweise | online |
| Chefredakteur | Raúl Álvarez Malebrán |
| Geschäftsführer | Felipe Cuadra Campos |
| Weblink | www.lacuarta.com |
Geschichte



Ein Vorläufer war die Schwesterpublikation La Tercera de la Hora, die 1950 als Boulevardzeitung für ein populäres Publikum gegründet wurde, jedoch allmählich eine stärker bürgerliche bis gehobene Leserschaft ansprach. Einfluss hatte auch die Zeitung Clarín (1954–1973), die für ihren unkonventionellen Stil bekannt war. Der direkteste Vorläufer war das Abendblatt Extra, das 1982 von La Tercera anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien herausgegeben wurde, jedoch nach dem Vorrundenaus der chilenischen Nationalmannschaft eingestellt wurde.[4]
Nach der Übernahme von La Tercera durch Copesa im Juli 1982 wurde angesichts der damaligen Wirtschaftskrise die Idee verfolgt, eine zweite Zeitung zu gründen, um Entlassungen zu vermeiden. Zwar war zunächst eine Zeitung für ein wohlhabendes Publikum geplant, doch entschied man sich schließlich für eine Boulevardzeitung für die Arbeiterklasse, da dieses Marktsegment kaum erschlossen war.[5]
Die erste Ausgabe erschien am Dienstag, dem 13. November 1984, zum Preis von 20 chilenischen Pesos. Obwohl sich die Zeitung zunächst an die Unterschicht richtete, gewann sie in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen der populären Guachaca-Subkultur auch in der Mittelschicht und Oberschicht an Leserschaft. 1994, zum zehnten Jubiläum, war La Cuarta die meistgelesene Zeitung des Landes.
Zu Beginn der 2000er Jahre wurde die Auflage von Las Últimas Noticias übertroffen, das sich zunehmend auf Boulevardthemen konzentrierte. In der Folge verlagerte La Cuarta ihren Schwerpunkt von Polizeiberichterstattung hin zu Klatsch und Unterhaltung.
Am 13. November 2014 veröffentlichte die Zeitung anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens eine Sonderausgabe im Großformat, was 2015 und 2016 wiederholt wurde.
Am 17. November 2017 wurde die Zeitung vollständig umgestaltet: Sie wechselte vom Tabloid- ins Berliner Format, nahm einen weniger boulevardesken Ton an und änderte ihren Slogan von El diario popular zu La Cuarta de todos. Damit näherte sie sich stilistisch britischen Zeitungen wie dem Daily Express an und orientierte sich zugleich an der früheren Ausrichtung von La Tercera.
Im Dezember 2018 kehrte La Cuarta aus Kostengründen zum Tabloid-Format zurück.[6] Zugleich näherte sie sich wieder stärker ihrem ursprünglichen, volkstümlichen Stil an.
Am 29. Januar 2021 wurde das Ende der Printausgabe bekanntgegeben; die Onlineausgabe wird seither von einem kleinen Redaktionsteam weitergeführt.[3]
Am 29. November 2021 erhielt die Zeitung ein neues Logo und den Slogan El diario pop, um sich stärker an ihrem ursprünglichen Image zu orientieren.[7]
Merkmale

La Cuarta richtet sich als Boulevardzeitung vor allem an ein Publikum aus mittleren und unteren sozialen Schichten. In den Anfangsjahren wurde dabei ein informeller chilenischer Sprachstil mit zahlreichen Ausdrücken und Redewendungen verwendet. Thematisch standen Sensationsberichte im Vordergrund, insbesondere zu Sexualität, Kriminalität und zur chilenischen Unterhaltungsindustrie; letztere erschien in einer eigenen Rubrik La Cuarta Espectacular.
In Stil und Aufmachung weist La Cuarta Parallelen zu internationalen Boulevardblättern wie The Sun (Großbritannien), New York Post (USA) und Bild-Zeitung (Deutschland) auf. Ähnlichkeiten bestehen auch mit der chilenischen Zeitung Clarín (1954–1973), allerdings ohne deren starker linkspolitischer Ausrichtung.
Die Zeitung ist Mitglied der Periódicos Asociados Latinoamericanos (PAL), einem Verband lateinamerikanischer Zeitungsverlage.