Ladislaus Farkas

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Ladislaus Vilmos Farkas (ungarisch Farkas László, hebräisch לדיסלאוס פרקש; geboren 10. Mai 1904 in Dunaszerdahely, Österreich-Ungarn; gestorben 31. Dezember 1948 in Monte Argentario, Italien) war ein ungarisch-israelischer Physikochemiker.

Leben

Ladislaus Farkas war ein Sohn des Apothekers Stefan Farkas und der Anna Patzauer, er hatte zwei Brüder, Adalbert Farkas wurde nach ihm ebenfalls Physikochemiker. Die Familie zog 1908 nach Nagyvárad, das als Oradea seit 1920 zu Rumänien gehörte. Farkas besuchte dort das Gymnasium der ungarischen Bevölkerungsmehrheit. Er studierte vier Semester Chemie an der Technischen Hochschule Wien und ging 1924 an die Technische Hochschule Berlin. Er wurde 1928 bei Karl-Friedrich Bonhoeffer mit der Dissertation Der Reaktionsmechanismus des photochemischen Jodwasserstoffzerfalls[1] promoviert.

Ab 1928 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent bei Fritz Haber am Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie (KWI) in Berlin-Dahlem. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde Farkas im April des Jahres aus rassistischen Gründen entlassen. Farkas ging im selben Jahr nach London. Im Jahr 1935 emigrierte er nach Palästina, Farkas’ Eltern wurden in Auschwitz Opfer des Holocaust.

1936 gründete er das Institut für Physikalische Chemie an der Hebräischen Universität Jerusalem und wurde dessen Direktor. Während des Zweiten Weltkriegs koordinierte er in Palästina ab 1942 die Forschungsarbeiten für die British Army. Farkas förderte die Entwicklung der israelischen Industrie. Das Daniel-Sieff-Forschungsinstitut ernannte ihn zum Mitglied. Farkas heiratete 1940 die Mikrobiologin Hannah Aharoni, Hannah Farkas-Himsley wurde später Professorin an der Universität Toronto. Sie hatten zwei Töchter, die Tochter Liora heiratete den Architekten David Kroyanker.

Farkas war im Regierungsauftrag auf einer Reise mit Ziel USA, als sein Charterflug mit dreizehn Insassen bei Monte Argentario in Italien verunglückte.[2] Farkas wurde auf dem Friedhof Har HaMenuchot in Jerusalem beerdigt.

Schriften (Auswahl)

  • Der Reaktionsmechanismus des photochemischen Jodwasserstoffzerfalls. Leipzig: Akad. Verlagsgesellschaft, 1928.
  • The para-ortho conversion of hydrogen, in: Weizmann Institute of Science: Trends in modern science : a symposium held at Rehovot on the occasion of the laying of the cornerstone for the Institute of Physics and Physical Chemistry. Rehovot, 1949, S. 121–133.

Literatur

  • Ladislaus Farkas, in: Reinhard Rürup, Michael Schüring: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen: Wallstein, 2008, ISBN 978-3-89244-797-9, S. 202 f.
  • István Hargittai, Balazs Hargittai: Brilliance in exile: the diaspora of Hungarian scientists from John von Neumann to Katalin Karikó. Budapest: Central European University Press, 2023, ISBN 978-963-386-606-1.
  • Eric Rideal: Prof. L. Farkas, in: Nature, 162 (1949), S. 313.
  • Michael Chayut: From Berlin to Jerusalem: Ladislaus Farkas and the Founding of Physical Chemistry in Israel, in: Historical Studies in the Physical and Biological Sciences, 24, no 2, 1994, S. 237–263.
  • Farkas, Ladislaus, in: Encyclopaedia Judaica, 1972, Band 6, Sp. 1186. Dort ein posthumes Porträt von Pinchas Litvinovsky.
  • Farkas, Ladislaus Wilhelm, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 282

Einzelnachweise

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