Lamordé
Stadtviertel von Niamey
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Lamordé ist ein Stadtviertel (französisch: quartier) im Arrondissement Niamey V der Stadt Niamey in Niger.
| Stadtviertel Lamordé | |
|---|---|
| Koordinaten | 13° 30′ N, 2° 5′ O |
| Basisdaten | |
| Staat | Niger |
| Hauptstadtdistrikt | Niamey |
| Arrondissement | Niamey V |
| ISO 3166-2 | NE-8 |
| Einwohner | 5754 (2012) |
Geographie

Das Stadtviertel befindet sich im Norden von Niamey V am Fluss Niger. Lamordé grenzt im Nordosten an das Stadtviertel Nogaré, im Südosten an das Areal des Nationalkrankenhauses Lamordé und im Süden an die informelle Siedlung Zarmagandey. Es erstreckt sich über eine Fläche von etwa 53,2 Hektar.[1] Das Stadtviertel liegt auf einem Alluvialboden, der eine Einsickerung ermöglicht. Das Grundwasser ist gefährdet verunreinigt zu werden.[2]
Das Standardschema für Straßennamen in Lamordé ist Rue LM 1, wobei auf das französische Rue für Straße das Kürzel LM für Lamordé und zuletzt eine Nummer folgt. Dies geht auf ein Projekt zur Straßenbenennung in Niamey aus dem Jahr 2002 zurück, bei dem die Stadt in 44 Zonen mit jeweils eigenen Buchstabenkürzeln eingeteilt wurde.[3]
Geschichte

Lamordé ist eine alte Fulbe-Siedlung.[4] Sie wurde von Fulbe gegründet, die von Angehörigen der Tuareg-Fraktion Logomaten aus dem Dorf Karey Gorou in Bitinkodji vertrieben wurden.[5] Im 19. Jahrhundert gehörte Lamordé, dessen Lokalherrscher den Titel Lamido führte, zum Emirat Gwandu, das wiederum ein Bestandteil des Kalifats von Sokoto war.[6] Der Zarma-Herrscher Issa Korombé aus Karma ließ seine Truppen die Siedlung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zerstören, nachdem er von den mit den Fulbe verfeindeten Songhai aus Dargol um Hilfe gerufen worden war.[5] Während der französischen Kolonialzeit im 20. Jahrhundert wurde Lamordé der Sitz eines Kantons, der von einem traditionellen Herrscher (chef traditionnel) geleitet wurde. Boubacar Diallo, der Kantonchef von Lamordé,[7] war zugleich Generalsekretär der Association des Chefs Coutumiers du Niger, des Verbands der traditionellen Herrscher Nigers.[8]
Lamordé wurde in den 1970er Jahren, nach der Errichtung der Kennedybrücke über den Fluss Niger, die eine Ausdehnung der Stadt auf das rechte Niger-Ufer begünstigte, in Niamey eingemeindet.[9] In der Zeit von 1971 bis 1976 wurde alte Dorf durch die Errichtung neuer Wohnungen erweitert.[4] In den 1980er Jahren war Lamordé verwaltungsmäßig vorübergehend mit Karadjé zu einem Stadtviertel zusammengeschlossen.[9] Bei der Flutkatastrophe von 2010, die Niamey in der Nacht von 5. auf 6. August ereilte, gehörte Lamordé neben Karadjé, Kombo, Kossey und Zarmagandey zu den am stärksten betroffenen Stadtteilen. In Lamordé wurden 182 Häuser überflutet und 26 weitere als einsturzgefährdet deklariert.[10] Die Umsiedlung von rund 750 von erneuten Überschwemmungen im Jahr 2012 betroffenen Haushalten aus den Stadtvierteln Lamordé, Karadjé, Kirkissoye und Nogaré in das neue Stadtviertel Séno wurde im Februar 2013 abgeschlossen.[11]
Bevölkerung
Infrastruktur

Die Wohnhäuser in Lamordé sind üblicherweise Lehmziegelbauten ohne jeden Komfort. Gekocht wird im Freien. Es gibt kein Fließwasser und entsprechend auch keine Duschen und Wasserklosetts.[15]
Während das Nationalkrankenhaus Lamordé administrativ ein eigenes Stadtviertel bildet, gibt es zwei Gesundheitszentren im Stadtviertel selbst: das für die Versorgung der Einwohner von Nogaré und Néini Goungou zuständige Centre de Santé Intégré de Lamordé 1 und das für die Versorgung der Einwohner von Lamordé zuständige Centre de Santé Intégré de Lamordé 2.[16]
Es bestehen mehrere öffentliche Grundschulen im Stadtviertel. Die älteste, die Ecole primaire de Lamordé I, wurde 1955 gegründet.[17] Die Mittelschule Collège d’enseignement général de Lamordé (CEG Lamordé) existiert seit dem Jahr 1989.[18]
Literatur
- Alkassoum Alasmagui: Transport et mobilité dans le Vème arrondissement communal de Niamey. Cas des taxis tête-rouge dans la desserte des quartiers de Lamordé et de Banga Bana. Mémoire de Master. Département de Géographie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2019.
- Issaka Badio: Typologie des maraîchers des Sites de Nogaré, Kirkissoye, Lamordé, Néini Goungou, Diamioyoyé et analyse de leurs stratégies de production. Faculté d’Agronomie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2005.
- E. Le Guillerm: Etude agropastorale de la Rive droite du Niger de Lamordé à Say. Mémoire. Rouen 1973.
- Ikililou Moussa: Insécurité alimentaire 2010 au Niger. Etudes des facteurs sociaux et structurels chez les ménages victimes d’inondation du quartier Lamordé (Vè arrondissement de Niamey). Mémoire. Faculté des Lettres et Sciences Humaines, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2012.
Weblinks
- Observations for location Lamordé In: West African Bird DataBase (englisch).
- Observations for location Lamordé port, fleuve In: West African Bird DataBase (englisch).
