Lana Daher

libanesische Filmregisseurin und multidisziplinäre Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lana Daher ist eine libanesische Filmregisseurin und multidisziplinäre Künstlerin aus Beirut, die durch ihren Archiv-Essayfilm Do You Love Me bekannt wurde.[1] Der Film montiert Spielfilme, Dokumentationen, Fernsehen, Homevideos, Musik und Fotografien zu einem Porträt libanesischer Erinnerung.[1]

Leben

Daher lebt in Beirut, studierte Regie, Bildende Kunst und Grafikdesign und arbeitet mit Klang, Bild und Archiven.[1] Zwischen 1984 und 1990 brachten ihre Eltern sie zeitweise aus dem Libanon weg, wenn die Lage im Bürgerkrieg zu gefährlich wurde.[1] Als Siebenjährige kehrte sie in ein zerstörtes Beirut zurück, dessen Alltag sie später mit fehlenden Parks, Spielplätzen und Kinos beschrieb.[1] Für ein Masterstudium in Film zog sie später nach London; die Arbeit an Do You Love Me veränderte ihren Blick auf Heimat.[1] Seit 2018 arbeitete sie in Beirut an Do You Love Me, dessen Entstehung aus einer Suche nach wiederkehrenden Zyklen libanesischer Geschichte hervorging.[2] Im Jahr 2024 gründete sie die Produktionsfirma My Little Films, mit der sie ihren Debütfilm mitproduzierte.[1]

Wirken

Do You Love Me basiert auf mehr als 20.000 gesichteten Quellen und entstand in Zusammenarbeit mit dem Editor Qutaiba Barhamji als 76-minütiger Film über ein Land ohne nationales Archiv.[3] Der Film verzichtet auf strenge Chronologie und nutzt Archivmaterial aus etwa 70 Jahren, darunter Ausschnitte aus über 100 libanesischen Filmen, Fernsehen, Nachrichten, Fotografien und Amateuraufnahmen.[4] Die Rezeption hob die nichtlineare Montage, den Verzicht auf Voice-over und Talking Heads sowie den Wechsel zwischen Hochzeiten, Familienbildern, zerstörten Häusern, Kriegsspuren, Popmusik und Alltag hervor.[5] Der Titel bezieht sich auf ein Lied der Bendaly Family, einer Geschwisterband, die in der arabischen Welt seit den späten 1970er-Jahren bekannt wurde.[3] Neben dem Film schuf Daher einen kuratierten Index der Materialien, um verstreutes libanesisches Filmerbe zugänglich zu machen.[4] Im November 2024 gewann das Projekt den IDFA Rough Cut Award.[2] Die Weltpremiere fand 2025 als Special Event der Giornate degli Autori bei den 82. Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt.[4] Beim Filmfest Hamburg 2025 erhielt Do You Love Me den mit 10.000 Euro dotierten Preis Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung.[6] Arabischsprachige Besprechungen sahen darin eine Montage zersplitterter Beiruter Erinnerung aus privaten Bildern, Nachrichtenmaterial, Krieg, Zerstörung, Musik und Alltag.[7] Französischsprachige Rezensionen sahen darin ein Porträt des Libanon aus 70 Jahren Fernseh-, Film- und Privatarchiven.[8]

Einzelnachweise

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