Landesgartenschau Bayreuth 2016
bayerische Landesgartenschau vom 22
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Die Landesgartenschau Bayreuth 2016 in der oberfränkischen Stadt Bayreuth war eine bayerische Landesgartenschau vom 22. April bis zum 9. Oktober 2016 unter dem Motto „Musik für die Augen“. Mit dem Roten Main als Mittelpunkt wurden in der Oberen Au am Stadtteil Hammerstatt eine neue Parkanlage und ein Naherholungsgebiet, nun als Wilhelminenaue bezeichnet, geschaffen. Mit einer Fläche von 45 ha war die Bayreuther Gartenschau die bis dahin größte Landesgartenschau in Bayern.[2]
| Landesgartenschau Bayreuth | |
|---|---|
| Landesgartenschau Bayreuth in der Wilhelminenaue | |
| Daten | |
| Ort | Bayreuth, Bayern |
| Eröffnung | 22. April 2016 |
| Eröffnet von | Ulrike Scharf, bayerische Umweltministerin |
| Abschluss | 9. Oktober 2016 |
| Fläche | 45 ha |
| Investitionen | 10,5 Mio. Euro |
| Besucher | 900.000[1] |
| Nachnutzung | Als Erholungspark |

Lage und Geschichte
Während einer langen Phase der Vorbereitung wurde als optimaler Standort für das Gartenschauareal das Staubecken östlich des neuen Einschöpfbauwerks (Hochwasserschutzanlage Wilhelminenaue) in der Oberen Rotmainaue gewählt.[3] Im Jahr 2009 war dieser Bereich zwischen der Bundesautobahn 9 und dem Stadtteil Hammerstatt noch eine landwirtschaftlich genutzte Fläche. Geteilt wurde sie vom schnurgerade kanalisierten Roten Main und einem jenen begleitenden Fuß- und Radweg. Der Flusslauf war in der Zeit des Nationalsozialismus begradigt worden.[2]
Am 14. Januar 2009 bewarb sich die Stadt um die Austragung der bayerischen Landesgartenschau des Jahres 2016. Den Zuschlag erhielt Bayreuth am 2. April jenes Jahres. Von Anfang an war geplant, das Gelände nach der Veranstaltung in einen Landschaftspark weiterzuentwickeln, da eine offene Auenlandschaft im Portfolio der örtlichen Parks noch fehlte. Um an die Schlüsselgrundstücke zu kommen, musste das Grundstücksamt viele Verhandlungen führen. Den planerischen Wettbewerb im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung konnte das Berliner Büro Hahn, Hertling, von Hantelmann für sich entscheiden. Um Verträge abschließen und das Projekt mit einem ordentlichen Haushalt sauber umsetzen zu können, wurde die Landesgartenschau Bayreuth 2016 GmbH gegründet. Deren Geschäftsführer waren Dagmar Voß von der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschau und Ulrich Meyer zu Helligen, Projektsteuerer wurde Dirk Sattler. Sie verfügten über einen Investitionshaushalt von 10,5 Millionen Euro bei einer Förderquote von über 5,6 Millionen Euro.[2]
Leitgedanke war, dass alles ökologisch und nachhaltig gestaltet werden sollte. Die Erdarbeiten begannen im Jahr 2013. Nördlich des Einschöpfbauwerks am Roten Main erhielt der Fluss einen mäandernden Lauf. Daneben wurde ein grundwassergespeister Auensee angelegt und in dessen Uferbereich eine Bühne („Seebühne“) für Veranstaltungen errichtet. Das ganze Areal wurde barrierefrei gestaltet.[2] Im November 2014 begann der Bau von Brücken, und erste Bäume wurden gepflanzt.[4] In jenem Jahr erhielt das Gebiet den Namen Wilhelminenaue, benannt nach der örtlichen Markgräfin Wilhelmine von Preußen (1709–1758);[3]
Ausstellungsbereiche
Wilhelminenaue
Die Wilhelminenaue am östlichen Stadtrand bildete den Hauptteil des Ausstellungsgeländes. Sie verbindet den Stadtteil Sankt Georgen und den Park Eremitage mit dem Festplatz und der Innenstadt unter anderem mit vier verschiedenen Gartenräumen und dem Hammerstätter See.
Roter Main
Für die Landesgartenschau wurde der Rote Main auf einer Länge von 1,2 km renaturiert. Diese Maßnahme erfolgte durch das Wasserwirtschaftsamt Hof. Der Fluss wurde aus seinem fast kanalartigen Bett gehoben und durch mehrere Schleifen und flache Uferbereiche ökologisch attraktiver gemacht.[3]
Hammerstätter See
Der zwei Hektar große Hammerstätter See wurde künstlich angelegt und hat eine maximale Tiefe von 2,8 m. An ihm befindet sich eine Seebühne.
Begleitende Attraktionen

Für Besucher wurde ein Sightseeing-Service mit einem historischen Doppelstock-Reisebus eingerichtet, den 13.000 Personen nutzten.[4]
Die Landesgartenschau bewarb Ausflugsziele der unmittelbaren Umgebung:
- Hofgarten Bayreuth
- Ökologisch-Botanischer Garten der Universität Bayreuth
- Eremitage
- Schloss Fantaisie
- Baille-Maille-Lindenallee in Himmelkron
- Freilandmuseum Grassemann
- Wildpark Waldhaus Mehlmeisel
- Kräuterdorf Nagel
- Felsengarten Sanspareil
- Fränkische Schweiz-Museum Tücherfeld
Am 11. Juni 2016 startete und endete auf dem Gelände der Gartenschau mit 1229 Läufern der erste „Mainauenlauf“ über eine Distanz von 5000 Meter. Seitdem wird er jährlich, auch als 10.000-Meter-Lauf und Halbmarathon, ausgetragen.[5]
Kosten
Für die Landesgartenschau fielen insgesamt 10,5 Millionen Euro an Baukosten an. Gefördert wurde die Gartenschau mit 2,88 Millionen Euro aus EU-Mitteln (EFRE-Programm „IWB Bayern 2014–2020“), mit ebenfalls 2,88 Millionen Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz[2] und mit 175.000 Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Durchführung kostete 9,2 Millionen Euro, wovon ein Großteil durch Einnahmen gedeckt wurde.[4]
Fazit
Weblinks
- Musik für die Augen. Landesgartenschau Bayreuth 2016 – ein Rückblick bei bayreuth.de, mit Geländeplan und zahlreichen Fotos
