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Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz

sinfonisches Blasorchester Deutschlands mit Dienstsitz in Mainz From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz ist ein sinfonisches Blasorchester Deutschlands mit Dienstsitz in Mainz. Es ist dem Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik zugeordnet.[1][2]

Tourbus des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz, 2026

Geschichte

Das Polizei-Musikkorps Rheinland-Pfalz wurde am 25. Juni 1953 im Auftrag des damaligen Innenministers Alois Zimmer von Stabsmusikmeister Konrad Weitzel ins Leben gerufen. Die Mitglieder setzten sich aus ehemaligen Militärmusikern, die in den Polizeidienst übernommen wurden, sowie aus aktiven Polizeibeamten mit musikalischer Ausbildung zusammen. Anfangs lag der Schwerpunkt der Formation ausschließlich auf der musikalischen Gestaltung von Veranstaltungen innerhalb der Landesregierung und des polizeilichen Bereichs.[3]

Mit der gezielten Einstellung weiterer qualifizierter Instrumentalisten entwickelte sich das Ensemble zu einem leistungsstarken Klangkörper, der sich zunehmend als verbindendes Element zwischen Bevölkerung und Polizei etablierte. Gleichzeitig erweiterten sich sowohl das Aufgabenspektrum als auch die Auftrittsorte über ganz Rheinland-Pfalz hinaus. Schon bald ergab sich eine enge Verbindung zur Mainzer Fastnacht: Eine Verpflichtung durch den Mainzer Carneval Club folgte schnell und verschaffte der Bläserformation aus Rheinland-Pfalz auch überregional große Bekanntheit. Diese Beziehung zur „Meenzer Fasenacht“ besteht bis heute fort.[3]

Im Jahr 1965 übergab Stabsmusikmeister Konrad Weitzel die Leitung an Obermusikmeister Erich Mitrach, der die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortführte und die musikalische Weiterentwicklung des Orchesters konsequent vorantrieb. In seine Amtszeit fallen unter anderem die ersten großen Gemeinschaftskonzerte mit der Bundeswehr und den US-Streitkräften in der Mainzer Rheingoldhalle, die sich schnell zu beliebten Veranstaltungen für ein breites Publikum entwickelten.[3]

Am 1. Januar 1972 ging die musikalische Leitung an den Polizeihauptkommissar Herbert Ziegler über. Während zuvor Auslandsreisen überwiegend auf Frankreich beschränkt waren, führten Konzertreisen unter seiner Leitung auch nach Österreich, in die Niederlande und in das damalige Jugoslawien.[3]

Ein neuer Abschnitt begann am 1. April 1986 mit der Übernahme der musikalischen Leitung durch Hans-Georg Conrad. Neben einer intensiven Konzerttätigkeit baute er gezielt Kontakte zu Rundfunk- und Fernsehanstalten aus, wodurch das Orchester vermehrt für Produktionen in Funk und Fernsehen verpflichtet wurde. Mit Auftritten im ZDF-Sonntagskonzert, in bekannten Unterhaltungssendungen wie Die goldene Stimmgabel und Melodien für Millionen sowie im Fastnachtsklassiker Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht erlangte die Mainzer Bläserformation weit über die Region hinaus große Bekanntheit.[3]

Auch diskografisch trat das Orchester in Erscheinung: Mehrere Langspielplatten wurden veröffentlicht, 1999 folgte die Produktion einer CD. Deren Präsentation bot zugleich den passenden Rahmen für die längst überfällige Umbenennung vom eher militärisch geprägten „Musikkorps“ in „Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz“. Diese Neuausrichtung spiegelte die deutlich gewachsene stilistische Vielfalt wider: Das Repertoire reicht heute von sinfonischer Bläsermusik über Oper, Operette und Musical bis hin zu Filmmusik und modernen Big-Band-Arrangements. Ergänzend dazu zeigen kleinere Formationen wie ein Holz- und Blechbläserquintett, eine Brass-Band sowie eine Big Band die breite musikalische Aufstellung des Orchesters.[3]

Im Oktober 1993 wurde das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz von der Präsidentin der „Internationalen Robert-Stolz-Gesellschaft“, Einzi Stolz, mit einer Ehrenurkunde geehrt – in Anerkennung seines Engagements für die Pflege und Verbreitung des kompositorischen Schaffens ihres verstorbenen Mannes.[3]

Neben zahlreichen Auftritten in verschiedenen Bundesländern unternahm das Orchester auch internationale Konzertreisen. Diese führten, ergänzend zu den bereits bespielten Ländern unter anderem nach Luxemburg, England und Ungarn. Eine besondere Würdigung stellte dabei die Einladung zu einer Konzertreise nach Kiew in der Ukraine dar, bei der erstmals ein deutsches Orchester dieser Art vor Ort gastierte.[3]

Profil und Aufgaben

Das Landespolizeiorchester ist ein Berufsorchester mit 37 Mitgliedern. Etwa 80 Konzerte jährlich werden vom Gesamtorchester gespielt. Insgesamt 50 Auftritte werden zusätzlich von den Ensembles Die Combo, Men in Blue, dem Blechbläserensemble, dem Holzbläserquintett sowie dem Saxophonquartett für die Polizei und das Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz gespielt.[2][4]

Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz verfügt über ein breit gefächertes musikalisches Repertoire, das von klassischer sinfonischer Literatur über zeitgenössische Werke bis hin zu Marsch- und Unterhaltungsmusik reicht. Diese Vielseitigkeit entspricht seinem umfassenden Auftrag, der neben der musikalischen Tätigkeit auch die Vermittlung polizeilicher Präventionsarbeit umfasst und sich an alle Altersgruppen richtet, einschließlich Kindern im Rahmen musikpädagogischer Angebote.[2]

Als musikalischer Botschafter der rheinland-pfälzischen Polizei beteiligt sich das Orchester zudem an Benefizkonzerten für soziale, karitative und kulturelle Zwecke, häufig in Kooperation mit Veranstaltern innerhalb und außerhalb des Landes. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Musikvermittlung, durch die jährlich rund 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Insgesamt ist das Orchester ein bedeutender Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der rheinland-pfälzischen Polizei.[2]

Chefdirigenten

  1. 1953–1965: Konrad Weitzel
  2. 1965–1972: Erich Mitrach
  3. 1972–1986: Herbert Ziegler
  4. 1986–2012: Hans-Georg Conrad[5]
  5. 2012–2014: Norbert Hebertinger[6]
  6. 2014–2025: Stefan Grefig[7]
  7. seit März 2025: Florian Weber[8]

CD-Diskographie

  • Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz Exklusiv
  • Still, still, … chill!
  • Festive Classics
  • Feels So Good
  • So wird's nie wieder sein …[9]
  • Polizeiorchester Rheinland-Pfalz
  • So ein Tag – Produktion mit den Mainzer Hofsänger
  • Arena of Music[10]
  • Musik ist Trumpf[11]

Einzelnachweise

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