Landgericht Weißenhorn
jetzt Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger, Satteldachbau, im Kern 16./17. Jahrhundert, Fassade 18. Jahrhundert, mit Veränderungen im 19. Jahrhundert
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Das Landgericht Weißenhorn war ein von 1862 bis 1879 bestehendes bayerisches Landgericht älterer Ordnung mit Sitz in Weißenhorn, heute im oberschwäbischen Landkreis Neu-Ulm in Bayern. Die Landgerichte waren im Königreich Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden.
Geschichte
Vorläufer des Landgerichts Weißenhorn ist das Landgericht Roggenburg, das im Jahr 1804 im Verlauf der Verwaltungsneugliederung Bayerns errichtet wurde. Dieses kam ab 1810 zum Illerkreis und ab 1817 zum Oberdonaukreis, der 1838 in Schwaben und Neuburg (später nur noch Schwaben) umbenannt wurde. 1862 bildeten die drei Landgerichte Illertissen, Roggenburg und Babenhausen das Bezirksamt Illertissen, wobei der Sitz des Landgerichts Roggenburg unter Abgabe einiger Gemeinden an das Bezirksamt Krumbach nach Weißenhorn verlegt wurde.
Mit Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurde ein Amtsgericht Weißenhorn errichtet, dessen Sprengel aus den Orten
- Attenhofen, Balmertshofen, Beuren, Biberach, Biberachzell, Biberberg, Bubenhausen, Grafertshofen, Hegelhofen, Ingstetten, Meßhofen, Niederhausen, Oberhausen, Oberreichenbach, Schießen, Wallenhausen und Weißenhorn vom aufgehobenen Landgerichtsbezirk Weißenhorn,
- Emershofen, Illerberg, Illerzell und Thal vom vorherigen Landgerichtsbezirk Illertissen sowie
- Hittistetten, Senden, Witzighausen und Wullenstetten vom ehemaligen Landgerichtsbezirk Neu-Ulm gebildet wurde.[1][2]
Die Gemeinden Tafertshofen und Zaiertshofen kamen zum Amtsgericht Babenhausen, die Gemeinden Breitenthal, Ebershausen, Ellzee, Hausen, Höselhurst, Nattenhausen, Oberegg, Oberwiesenbach, Seifertshofen, Stoffenried, Unterwiesenbach und Wattenweiler zum Amtsgericht Krumbach (Schwaben).

Gebäude
Das Landgericht Weißenhorn befand sich in der Hauptstraße 8 in Weißenhorn.
Siehe auch
Literatur
- Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 488–489.