Landsmannschaft der Donauschwaben
deutsche Organisation
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Die Landsmannschaft der Donauschwaben, Bundesverband e.V. ist ein Vertriebenenverband, der die Interessen der Donauschwaben in Deutschland vertritt.
Die Landsmannschaft ist Mitglied im Bund der Vertriebenen (BdV) und hat ihren Hauptsitz in Sindelfingen. Ihr Bundesvorsitzender ist Jürgen Harich.
Geschichte
Die konstituierende Sitzung des Bundesverbandes fand am 5. August 1950 in Stuttgart statt. Am gleichen Tag wurde in Stuttgart auch die Charta der deutschen Heimatvertriebenen unterzeichnet. Der Verein trug zunächst noch den Namen „Landsmannschaften der Deutschen aus Jugoslawien“.[1] Zum ersten Bundesvorsitzenden wurde Franz Hamm gewählt.
Ab 1952 organisierte der Verein die sogenannten Bundestreffen der Donauschwaben. Das erste fand am 25. Januar 1952 in Reutlingen mit 15.000 Teilnehmern statt. 1958 fand das größte Bundestreffen mit 40.000 Teilnehmern in Ulm statt.[2]
1964 übernahm die Stadt Sindelfingen die Patenschaft über die Landsmannschaft. Als Folge daraus wurde 1969 der Grundstein für das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen gelegt, das 1970 eröffnet wurde und von einem eigenen Verein getragen wird.[3]
Motto und Organisation
Der lateinische Wahlspruch der Landsmannschaft lautet: „Semper atque semper liberi ac indivisi“ (deutsch Für immer frei und ungeteilt).
Innerhalb des Bundesverbandes existieren vier Landesverbände für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.[4]
Bundesvorsitzende
- 1950 bis 1954: Franz Hamm
- 1954 bis 1958: Stefan Kraft
- 1958 bis 1959: Jakob Wolf
- 1959 bis 1962: Annemarie Ackermann
- 1962 bis 1980: Adam Krämer
- 1980 bis 1992: Christian Ludwig Brücker
- 1992 bis 2000: Jakob Dinges
- 2000 bis 2001: Georg Morgenthaler
- 2001 bis 2024: Hans Supritz
- seit 2024: Jürgen Harich
Wappen

1950 gestaltete Hans Diplich das „Wappen der Donauschwaben“, das die Landsmannschaft als Logo führt.[5] Ein rot bewehrter aufsteigender schwarzer Adler auf goldenem Grund, geteilt durch einen blauen Wellenbalken. Die untere Hälfte zeigt auf grünem Ackerboden eine sechstürmige weiße Festung mit Ringmauer und rot bedachten Gebäuden. Links im Wappen ist die strahlende Sonne, rechts der abnehmende Mond.
Der Adler symbolisiert die historische Schirmherrschaft der Kaiser von Österreich. Der blaue Wellenbalken steht für die Donau als Schicksalsstrom, auf dem einst die Ahnen in den Schwabenzügen mit Ulmer Schachteln und Kelheimer Plätten in ihre neue Heimat stromabwärts fuhren. Die aufgehende strahlende Sonne symbolisiert den wieder erstarkenden Einfluss des Christentums und steht zudem für Eugen von Savoyen, der abnehmende Mond (☾) als weltliches Symbol des Islams den schwindenden Einfluss des Osmanischen Reiches. Die Gebäude stellen die Festung Temeswar inmitten fruchtbaren Ackerlandes dar, mit der Burg als Symbol für die kaiserlichen Wehranlagen und die Militärgrenze gegen die Osmanen. Die sechs Türme der Festung stehen für die sechs Hauptsiedlungsgebiete der Donauschwaben. Benutzt wurden die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold und die donauschwäbischen Stammesfarben Weiß-Grün. Weiß ist das Symbol der friedlichen Gesinnung der Donauschwaben, Grün steht als Farbe der Hoffnung für das zur Kornkammer gewordene Neuland.[6]