Landtagswahl in der Steiermark 2024

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Die Landtagswahl in der Steiermark 2024 fand am 24. November 2024 statt.[2] Gewählt wurden 48 Abgeordnete zum Landtag Steiermark der XIX. Gesetzgebungsperiode.

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Wahlbeteiligung:70,8 %[1]
 %
40
30
20
10
0
26,81
(−9,24)
21,36
(−1,66)
34,76
(+17,27)
6,17
(−5,91)
4,47
(−1,52)
6,00
(+0,63)
0,42
(keine)
20192024
Sitzverteilung
      
Insgesamt 48 Sitze
Verhältnis Regierung-Opposition
30
18
30 18 
Insgesamt 48 Sitze

Die FPÖ wurde zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in der Steiermark stärkste Kraft und erstmals seit der Landtagswahl in Kärnten 2009 wieder stärkste Partei bei einer österreichischen Landtagswahl. Das Plus von 17,27 Prozentpunkten war auch der größte relative Zugewinn einer Partei bei einer Wahl in der zweiten Republik.[3] Die ÖVP erreichte bei massiven Verlusten das bisher schlechteste Wahlergebnis bei einer steirischen Landtagswahl. Die SPÖ erreichte bei leichten Verlusten ebenfalls das bisher schlechteste Ergebnis bei einer steirischen Landtagswahl. Die Grünen halbierten ihren Stimmenanteil, landeten aber knapp wieder vor den NEOS, die bei leichten Gewinnen die KPÖ überholten, die ebenfalls leicht verlor.

Ausgangslage

Die ÖVP konnte 2019 stark zulegen und wurde stärkste Kraft mit 18 von 48 Mandaten. Die SPÖ erlitt starke Verluste und fiel auf den zweiten Platz mit 12 Mandaten, die FPÖ verlor noch stärker und blieb drittstärkste Kraft. Grüne, KPÖ und NEOS erreichten Zugewinne, wobei letztere erstmals den Einzug in den Landtag schafften. Die Koalition aus ÖVP und SPÖ wurde fortgesetzt. Im Juli 2022 wurde Hermann Schützenhöfer von Christopher Drexler als Landeshauptmann abgelöst.

In der Steiermark gibt es keine landesweite Prozenthürde. Für einen Einzug in den Landtag wird ein Grundmandat in einem der vier Wahlkreise benötigt.[4][5]

Im November 2023 wurde Claudia Klimt-Weithaler vom Landesvorstand zur KPÖ-Spitzenkandidatin gewählt.[6] Die Grünen Steiermark wählten Sandra Krautwaschl erneut zur Spitzenkandidatin,[7] bei NEOS wurde Nikolaus Swatek erneut Spitzenkandidat.[8] FPÖ-Spitzenkandidat wurde Mario Kunasek, SPÖ-Spitzenkandidat Anton Lang und ÖVP-Spitzenkandidat Christopher Drexler.[9][10]

Erstmals kandidierten die Parteien DNA und MFG. Auch die KFG, die sich nach einigen Parteiausschlüssen 2022 von der FPÖ in Graz abspaltete, trat erstmals an.[11]

Wahlrecht

Wahlberechtigt waren Österreicher mit Hauptwohnsitz in der Steiermark, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt waren. Jeder Wähler hatte eine Stimme zur Wahl einer Partei. Er konnte außerdem einem Bewerber des Kreiswahlvorschlags der gewählten Partei eine Stimme geben.[12] Im Gegensatz zu den vergangenen vier Landtagswahlen wurde der Tag für die vorgezogene Stimmabgabe gestrichen. Dafür konnte bei persönlicher Abholung der Wahlkarte diese direkt wieder abgegeben werden.[13]

Die 48 Sitze im Landtag wurden auf die Wahlkreise verteilt im Verhältnis der dort wohnenden österreichischen Staatsbürger.[14] Es bestanden folgende vier Wahlkreise:[15]

Parteien konnten für jeden Wahlkreis einen Kreiswahlvorschlag und einen Landeswahlvorschlag einreichen. Ein Landeswahlvorschlag durfte nur Bewerber der Kreiswahlvorschläge derselben Partei enthalten.[16]

In jedem Wahlkreis wurde die Wahlzahl berechnet, indem die Gesamtzahl der gültigen Stimmen durch die um eins erhöhte Zahl der Sitze des Wahlkreises geteilt wurde. Für jede volle Wahlzahl erhielten die Parteien jeweils einen Sitz (erstes Ermittlungsverfahren). Sitze, die in den Wahlkreisen nicht vergeben wurden (Restmandate), wurden im zweiten Ermittlungsverfahren auf Landesebene verteilt. Dabei nahmen nur Parteien mit gültigem Landeswahlvorschlag teil, die mindestens einen Sitz im ersten Ermittlungsverfahren erzielt hatten. Für jede Partei wurden die Stimmen aus den einzelnen Wahlkreisen addiert, die nicht zur Zuteilung eines zusätzlichen Sitzes im Wahlkreis ausgereicht hatten (Reststimmen). Die Restmandate wurden auf Basis der Reststimmen proportional nach dem D’Hondt-Verfahren verteilt.[17]

Teilnehmende Parteien

Insgesamt kandidierten neun Parteien. Die sechs im Landtag vertretenen Parteien traten landesweit an, drei weitere Parteien nur im Wahlkreis 1.[18]

Sonntagsfrage

Im Folgenden sind sämtliche bekannten Umfragewerte sowie die zugehörigen Befragungsdaten aufgeführt[19]:

Weitere Informationen Veröffentlichung, Institut/Auftraggeber ...
Veröffentlichung Institut/Auftraggeber Befragte Zeitraum Methodik 1 ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE KPÖ NEOS Sonst.
24.11.2024 Landtagswahl 26,8 % 21,4 % 34,8 % 6,2 % 4,5 % 6,0 % 0,4 %
14.11.2024 Market-Lazarsfeld / ÖSTERREICH[20] 826 07.–11.11.2024 O 27 % 22 % 33 % 6 % 6 % 6 % 0 %
19.10.2024 Peter Hajek/Kleine Zeitung[21] 800 14.10.-18.10.2024 T+O 26 % 24 % 30 % 8 % 5 % 6 % 1 %
04.05.2024 Peter Hajek/Kleine Zeitung 810 26.04.–02.05.2024 T+O 22 % 21 % 29 % 10 % 11 % 6 % 1 %
16.04.2024 M-Research/Die Grünen[22] 750 23.02.–05.03.2024 ? 21 % 25,5 % 23,1 % 12,4 % 9,5 % 7 % 1 %
05.03.2024 OGM/FPÖ Steiermark 1033 12.–20.02.2024 O 23 % 24 % 25 % 9 % 13 % 5 % 1 %
29.01.2024 Market/Der Standard[23] 781 19.–24.01.2024 O+P 20 % 24 % 26 % 8 % 14 % 7 % 1 %
18.12.2022 Triple M Matzka/NEOS Steiermark 800 Ende Okt./Anf. Nov. 2022 T+O 21 % 24 % 23 % 11 % 12 % 8 % 1 %
02.10.2022 OGM/FPÖ Steiermark 547 23.–28.09.2022 O 24 % 24 % 24 % 11 % 12 % 5 %
25.04.2021 IMAS/NEOS Steiermark 850 Feb./Mrz. 2021 n. a. 34,1 % 22,9 % 17,9 % 11,5 % 5,2 % 8,5 %
24.11.2019 Landtagswahl 36,1 % 23,0 % 17,5 % 12,1 % 6,0 % 5,4 %
 1 laut den VdMI-Qualitätsrichtlinien sind reine Online-Befragungen für Sonntagsfragen nicht geeignet.[24] T = Telefonisch, O = Online, P = Persönlich
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Ergebnisse

Mehrheiten in den Gemeinden
Weitere Informationen Ergebnis 2024, Ergebnis 2019 ...
Endgültiges Ergebnis[1]
Ergebnis 2024 Ergebnis 2019 Differenzen
Anzahl/
Stimmen
% Sitze Anzahl/
Stimmen
% Sitze Anzahl/
Stimmen
%-
Punkte
Sitze
Wahlberechtigte 941.509   955.795   −14.286
Wähler 666.286 70,77   606.528 63,46   +59.758 +7,31
Gültige Stimmen 662.397 99,42 602.059 99,26   +60.338 +0,15
davon:
FPÖ 230.282 34,76 17 105.294 17,49 8 +124.998 +17,28 +9
ÖVP 177.580 26,81 13 217.036 36,05 18 −39.456 −9,24 −5
SPÖ 141.517 21,36 10 138.572 23,02 12 +2.945 −1,65 −2
GRÜNE 40.870 6,17 3 72.749 12,08 6 −31.879 −5,91 −3
NEOS 39.761 6,00 3 32.346 5,37 2 +7.415 +0,63 +1
KPÖ 29.595 4,47 2 36.062 5,99 2 −6.467 −1,52 ±0
DNA 1.634 0,25 +1.634 0,25
KFG 606 0,09 +606 +0,09
MFG 552 0,08 +552 +0,08
Schließen

Nach einer Wählerstromanalyse im Auftrag des ORF verlor die ÖVP die meisten Stimmen an die FPÖ (52.000). Die FPÖ gewann vor allem von der ÖVP und von ehemaligen Nichtwählern. Die Grünen verloren die meisten Stimmen an die ÖVP (11.000), gefolgt von der SPÖ (7.000). NEOS gewann die meisten Stimmen von der ÖVP (4.000). Die KPÖ verlor die meisten Stimmen an die SPÖ (7.000).[25][26][27]

Regierungsbildung

Am 3. Dezember 2024 begannen Regierungsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP.[28] Diese wurden am 16. Dezember 2024 abgeschlossen.[29] Am 18. Dezember 2024 wurde die Landesregierung Kunasek gewählt.[30]

Siehe auch

Einzelnachweise

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