Landvolk Niedersachsen – Landesbauernverband
landwirtschaftliche Berufsvertretung
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Das Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e. V. ist als Berufsverband eine Interessenvertretung der niedersächsischen Landwirtschaft gegenüber Politik, Gesellschaft, Behörden, der übrigen Wirtschaft und der Wissenschaft. Der auch Niedersächsisches Landvolk genannte Landesverband sieht sich als Vertretung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, rechtlichen und steuerlichen Interessen des Berufsstands. Er ist unabhängig und überparteilich und einer von 18 regionalen Mitgliedsverbänden des Deutschen Bauernverbandes.
| Landvolk Niedersachsen – Landesbauernverband | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 18. Februar 1947 in Hannover |
| Sitz | Hannover |
| Zweck | Interessenvertretung, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Dienstleistung |
| Präsident | Holger Hennies |
| Geschäftsführer | Helmut Brachtendorf |
| Mitglieder | 74.000 |
| Website | www.landvolk.net |
Organisation
Mitglieder im Landesverband sind die eigenständigen Landvolkkreisverbände und kooperierte Verbände wie z. B. die Landesverbände der Landjugend und der Landfrauen. Den mehr als 74.000 Mitgliedern der Kreisverbände stehen 50 Kreisgeschäftsstellen mit etwa 1100 Mitarbeitern zur Verfügung.[1]
Geschichte
Die organisierte Bauernschaft in Niedersachsen stellte sich in der Weimarer Republik uneinheitlich dar. Die einflussreichste und größte Organisation war Reichslandbund (RLB), der besonders stark in der preußischen Provinz Hannover aktiv war. Der national-konservativ eingestellte RLB vertrat vor allem die Interessen der Großgrundbesitzer, aber auch vieler bäuerlicher Betriebe. Im katholisch geprägten Westen (Emsland, Oldenburger Münsterland) waren viele Bauern in der Vereinigung der christlichen Bauernvereine organisiert. Zudem gründeten sich in den damals eigenständigen Ländern wie dem Freistaat Oldenburg, Braunschweig oder Schaumburg-Lippe jeweils eigene Bauernvereine und Landwirtschaftskammern (z. B. Landwirtschaftskammer Hannover, gegr. 1899).
Parallel entwickelte sich Ende der 1920er-Jahre aus Schleswig-Holstein kommend die antidemokratische und völkisch-rechtsradikale Protestbewegung „Landvolk“, die jedoch kein klassischer Verband, sondern eine lose, teils gewalttätige Bewegung gegen die Agrarpolitik war. Sie bildete sich in Antwort auf die Agrarkrise der 1920er-Jahre, die sich 1927 verschärfte. Viele Bauern gerieten in existenzielle Not, es kam zu vielen Steuerpfändungen. Die Landvolkbewegung organisierte einen Steuerboykott, forderte die Staatsmacht heraus und verübte Sprengstoffanschläge.
Ab 1933 wurden die bestehenden Strukturen in NS-Reichsnährstand eingegliedert.
Der Verein wurde am 18. Februar 1947 in der Stadthalle Hannover als agrar- und wirtschaftspolitischer Verband gegründet. Bestreben von Gründer Edmund Rehwinkel war eine starke berufsständische Einheit. Im Laufe der Jahre etablierten sich von Arbeitgeberverband bis zu Zuckerrübenanbauerverbänden im vor- und nachgelagerten Bereich Organisationen, Institutionen, Verbände und Vereine im landwirtschaftlichen Umfeld.[2]
Präsidenten
| 1947–1971 | Edmund Rehwinkel |
| 1971–1981 | Heinz Bockhop |
| 1982–1994 | Friedrich Rode |
| 1994–2003 | Wilhelm Niemeyer |
| 2003–2017 | Werner Hilse |
| 2018–2020 | Albert Schulte to Brinke[3] |
| ab 2021 | Holger Hennies |