Langisit
sehr seltenes Mineral, Cobalt(III)-Arsenid
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Langisit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung CoAs[1] und damit chemisch gesehen ein Cobaltarsenid, genauer Cobalt(III)-Arsenid. Als enge Verwandte der Sulfide werden die Arsenide in dieselbe Klasse eingeordnet.
| Langisit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1968-023[1] |
| IMA-Symbol |
Lgi[2] |
| Chemische Formel | |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze (einschließlich Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenite, Sulfantimonite, Sulfbismuthite) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/B.09a II/C.20-010 2.CC.05 02.08.11.09 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | hexagonal |
| Kristallklasse; Symbol | dihexagonal-dipyramidal; 6/m2/m2/m |
| Raumgruppe | P63/mmc (Nr. 194) |
| Gitterparameter | a = 3,54 Å; c = 5,13 Å[3] |
| Formeleinheiten | Z = 2[3] |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 6 bis 6,5[4] (VHN50 = 780–857[5]) |
| Dichte (g/cm3) | berechnet: 8,174 |
| Spaltbarkeit | nicht definiert |
| Farbe | rötlichgrau,[4] im Auflicht lederähnlich gelbbraun mit rosa Stich[5] |
| Strichfarbe | nicht definiert |
| Transparenz | undurchsichtig (opak) |
| Glanz | Metallglanz |
Langisit ist das Nickel-Analogon von Nickelin und kristallisiert wie dieser im hexagonalen Kristallsystem, konnte allerdings bisher nur erzmikroskopisch in Form von unregelmäßigen Körnern und Lamellen in Safflorit gefunden werden. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak), erscheint im Auflichtmikroskop lederähnlich gelbbraun (englisch buff) mit einem rosa Stich und zeigt auf den Kornoberflächen einen metallischen Glanz.
Etymologie und Geschichte
Erstmals entdeckt wurde Langisit in der Silber-Mine Langis (47° 45′ N, 80° 15′ W[6]) bei Casey im kanadischen Bundesstaat Ontario. Die Erstbeschreibung erfolgte 1969 durch W. Petruk, D. C. Harris und J. M. Stewart nach Anerkennung durch die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA 1968-023[1]).
Das Typmaterial des Minerals wird in Ottawa in der Mineralogischen Sammlung der Geological Survey of Canada (GSC) unter der Katalog-Nr. 12140/1 (Holotyp) und im „Canada Centre for Mineral and Energy Technology“ (CANMET) unter der Katalog-Nr. 329 (Holotyp) sowie in Toronto im Royal Ontario Museum (ROM) unter der Katalog-Nr. M28883/4 aufbewahrt.[7]
Klassifikation
Bereits in der letztmalig 1977 überarbeiteten und daher veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Langisit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide mit M : S = 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Achávalit, Breithauptit, Freboldit, Jaipurit, Kotulskit, Nickelin, Pyrrhotin, Sederholmit, Smythit und Troilit in der „NiAs-Reihe“ mit der Systemnummer II/B.09a steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.20-010. Dies entspricht der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Langisit zusammen mit Breithauptit, Cherepanovit, Freboldit, Kotulskit, Nickelin, Polarit, Ruthenarsenit, Sederholmit, Sobolevskit, Sorosit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Wassonit die „Nickelingruppe“ mit der Systemnummer II/C.20 bildet.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[8] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Langisit ebenfalls in die Abteilung „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Nickel (Ni), Eisen (Fe), Cobalt (Co) usw.“ zu finden, wo es zusammen mit Achávalit, Breithauptit, Freboldit, Jaipurit, Kotulskit, Nickelin, Sederholmit, Sobolevskit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Zlatogorit die „Nickelingruppe“ mit der Systemnummer 2.CC.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Langisit die System- und Mineralnummer 02.08.11.09. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide einschließlich Selenide und Telluride“. Hier findet er sich in der „Nickelingruppe“, in der auch Nickelin, Breithauptit, Sederholmit, Hexatestibiopanickelit (nicht anerkannt), Sudburyit, Kotulskit, Sobolevskit, Stumpflit und Freboldit eingeordnet sind.[9]
Chemismus
Der idealen (theoretischen) chemischen Zusammensetzung von Langisit (CoAs) zufolge besteht das Mineral aus Cobalt (Co) und Arsen (As) im Stoffmengenverhältnis von 1 : 1. Dies entspricht einem Massenanteil von 44,03 Gew.-% Co und 55,97 Gew.-% As.
Die Mikrosondenanalyse des Typmaterials aus der Langis-Mine ergab allerdings eine leicht abweichende Zusammensetzung von 35,5 Gew.-% Co und 56,0 Gew.-% As sowie zusätzlich einen Gehalt von 7,0 Gew.-% Nickel (Ni), das einen Teil des Cobalts vertritt (Substitution, Diadochie). Die Analysewerte korrespondieren mit der empirischen Formel (Co0,84Ni0,16)Σ=1,00As1,04. Langisit entspricht daher dem Cobaltendglied der Mischkristallreihe NiAs – Co0,8Ni0,2As1,0 und ist damit das Cobaltanalogon von Nickelin.[10]
Kristallstruktur
Langisit kristallisiert isotyp mit Nickelin[11] im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194) mit den Gitterparametern a = 3,54 Å und c = 5,13 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]
Modifikationen und Varietäten
Bildung und Fundorte
Langisit bildet sich in Taschen mit massiven Sulfid-Konzentraten, mineralisierten Verwerfungsrillen und mit Calcit und Quarz zementierten Brekzien. Als Begleitminerale können unter anderem cobalthaltiger Bravoit, Markasit, Maucherit, Parkerit, Pentlandit, Pyrit, Safflorit und Siegenit auftreten.
Seine Typlokalität, die Silber-Mine Langis nahe dem Township Casey, sowie die ebenfalls zur Provinz Ontario gehörenden Cobalterz-Lagerstätten in der Region Cobalt-Gowganda sind die bisher einzigen Fundorte für Langisit in Kanada. Daneben konnte das Mineral nur noch in den Uranlagerstätten der nordböhmischen Region Liberec in Tschechien, in der Apigania Bucht auf der Insel Tinos in Griechenland und in der Littleham Bay bei Budleigh Salterton in der englischen Grafschaft Devon entdeckt werden (Stand 2020).[12]
Siehe auch
Literatur
- W. Petruk, D. C. Harris, J. M. Stewart: Langisite, a new mineral, and the rare minerals cobalt pentlandite, siegenite, parkerite and bravoite from the Langis mine, Cobalt-Gowganda area, Ontario. In: The Canadian Mineralogist. Band 9, 1969, S. 597–616 (englisch, Digitalisat bei rruff.info ( vom 9. November 2023 im Internet Archive) [PDF; 2,3 MB; abgerufen am 16. Juni 2026]).
- Michael Fleischer: New mineral names. In: American Mineralogist. Band 57, 1972, S. 1909–1914 (englisch, minsocam.org [PDF; 439 kB; abgerufen am 16. Juni 2026]).
Weblinks
- Langisit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung
- Langisite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy (englisch).
- David Barthelmy: Langisite Mineral Data. In: webmineral.com. (englisch).
- IMA Database of Mineral Properties – Langisite. In: rruff.net. RRUFF Project (englisch).
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Langisite. In: rruff.net. (englisch).